Sonic the Hedgehog – 30 Jahre Igel-Power

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Speed oder Physik?

Speed oder Physik?

Denn wie eingangs bereits betont: Ja, Sonic ist schnell. Aber es geht trotzdem nicht um die Geschwindigkeit und das Rennen an sich. Es geht um Physik, um Beschleunigung. Den Anlauf, den ­Sonic braucht, um eine Steigung hochzukommen. Rampen, die genutzt werden, um neue Levelabschnitte zu erreichen. Und natürlich die so charakteristischen Loopings, die nur mit entsprechend hoher Geschwindigkeit passiert werden können. Steckt man heute das Modul ins Mega Drive (oder startet eine der zahlreichen Portierungen), wird man schnell feststellen: ”Sonic The ­Hedgehog” spielt sich auch nach 30 Jahren noch gut – eben nicht nur schnell, sondern vor allem auch dynamisch und ausgesprochen responsiv.

Sonic und Madonna
Bevor Amy Rose zum ersten Mal 1993 in ”Sonic CD” auftaucht, wollten Sonics Schöpfer ihrem Igel schon zu seinem Debüt eine Freundin mit auf den Weg geben – doch die sollte menschlich sein und auf den Namen Madonna hören. Naoto Ohshima entwarf die Figur während der Arbeit an Sonics Debüt-Abenteuer, ihren Weg ins Spiel fand sie allerdings nicht. Heute gibt es dafür zwei Erklärungen: Madeline Schroeder von Segas US-Niederlassung wollte die Blondine im engen Minirock loswerden, um die Marke kinderfreundlicher zu gestalten. Yuji Naka dagegen erklärt Madonnas Rauswurf damit, dass die Entwickler das Klischee von der zu rettenden Freundin à la Mario vermeiden wollten. Was auch immer der Grund gewesen sein mag: Sonic dürfte von der Trennung vor seinem Karrierestart nur profitiert haben.

Das Team um ­Ohshima und Naka hat dabei nicht einfach nur auf cooles Design und einen flinken Helden geachtet. Wie bei all den guten Spielen der 8- und 16-Bit-Ära ergänzen sich die Fähigkeiten des Stars, die Gestaltung der Levels und die Spielmechaniken hervorragend. Der gerne gemachte Vorwurf, man würde in den High-Speed-Sequenzen ständig in Gegner rasen, hat kaum Bestand, wenn man die Mechaniken des Spiels richtig nutzt. Denn zum einen kommuniziert das Spiel durch sein Leveldesign ziemlich gut, in welchen Gegenden Vollgas angesagt ist und in welchen nicht. Vor allem aber ist es Sonics igeliges Talent, sich bei hohem Tempo zur stacheligen Kugel zusammenzurollen, das vielen der vermeintlich unfair platzierten Gegner die Zähne zieht. Ebenso wichtig sind aber die Ringe: Die folgen einerseits der klassischen Mario-Regel – wer 100 davon sammelt, der bekommt ein Extraleben. Doch die zweite Funktion ist viel wichtiger: Mit Ringen im Gepäck ist ­Sonic quasi unbesiegbar, und sollte er doch einmal in einen Gegner rauschen, verliert er zwar Ringe, aber nicht sein Leben – und verlorene Ringe können sogar teilweise wieder eingesammelt werden. Ein so zuvorkommendes Lebens- und Energiesystem hatte man damals noch nicht gesehen.

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dunklertempler
7. September 2021 10:56

Hab noch den original MD 1 in OVP mit Sonic daheim und nach dem M Games Artikel auch gleich nochmal durchgezockt.
Spielt sich immer noch top.
Ach und tolle Musik hat der erste auch noch.

Nili
6. September 2021 14:13

Yo…alles gute

MadMacs
6. September 2021 11:35

Ich weiß noch als ich Sonic das erste mal im Hertie sah und dachte, das ist doch viel zu schnell. Wer soll das spielen?
Etwas später spielte ich es auf dem Mega Drive eines Freundes und war hin und weg.
Das war dann die erste Konsolengeneration wo ich beide Konsolen gekauft hatte.

dmhvader
6. September 2021 11:00

Glückwunsch. Der Igel hat u.a. übrigens dafür gesorgt, dass ich in Sachen Zocken vom (Heim-)Computer zur Konsole gewechselt bin, da mich das Mega Drive damals technisch echt begeistert hat.

Nipponichi
6. September 2021 1:33

Das erste Sonic war mein erstes Spiel, das ich selbst hatte. Damals bekam ich es zusammen mit dem Mega Drive. Vorher hatte ich nur bei einem Klassenkameraden gezockt. Was hat mich Sonic damals umgehauen. Die Optik des Spiels finde ich auch heute noch unglaublich gut. Auch die Musik hatte einfach was. Die Melodien sind mir heute noch noch im Kopf geblieben.

Obwohl die Spiele genau genommen nicht mit einem Super Mario Bros. 3 oder World mithalten konnten, fand ich Sonic als Charakter immer wesentlich cooler als Mario. Das war auch der Grund, warum ich mich damals für das Mega Drive entschieden hatte und erst einige Zeit später noch ein SNES von meinem eigenen Geld dazukaufte. Bereut hatte ich das nie, ganz im Gegenteil. Die Sonic-Spiele auf dem Mega Drive spiele ich selbst heute noch immer wieder gerne durch, inklusive Sonic CD, sowie Sonic Mania.

Max Snake
5. September 2021 16:35

Mein erstes Spiel überhaupt. Alles gute zum 30. Geburtstag Sonic.

5. September 2021 15:32

Happy Birthday Blauer Igel.

Spacemoonkey
5. September 2021 14:23

muss mal wieder sonic mania spielen

Dietfried
5. September 2021 13:46

yep, cooler bericht. aber mit den spielen konnte ich absolut nichts anfangen…

greenwade
5. September 2021 13:22

toller bericht, tolles maskottchen, tolle spiele! ???

SonicFanNerd
5. September 2021 12:42

Schöner Beitrag zum schnellsten, coolsten, blausten und vermutlich langlebigsten Igel der Videospiele-Geschichte.

Die Hinweise darauf, dass es – zumindest in den Classics – nicht auf pure Geschwindigkeit, sondern auf Spielephysik, gutem Momentum und auf kleveres Leveldesign ankommt, fand ich gut und hilfreich, um mit einem durchaus verbreiteten Irrtum aufzuräumen.

Auch erwähnenswert:
Die quasi Hintergrund-Geschichte rund um Amy und Madonna kannte ich noch nicht.