Die Spiele des Jahres 2010 – Platz 10 – God of War III

22
85

Michael Herde meint: Dreimal habe ich God of War III durchgespielt, angefangen auf (zu) ‘leicht’, dann auf ‘normal’ (im Gegensatz zu den Vorgängern auch nicht sonderlich schwer), zuletzt in einem Rutsch auf ‘schwer’, wofür ich knapp zwölf Stunden gebraucht habe. Abgesehen von ein paar frustrierenden Stellen war auch das nicht übermäßig schwierig, zumal Teil 3 einen Trend verfolgt, der mit der PSP-Episode Chains of Olympus begonnen hatte – weniger Rätsel, mehr Kämpfe. Die fiesen Kopfnüsse des meines Erachtens runderen und besseren God of War II fehlen mir in der Serie zusehends. Auch störte mich anfangs, dass der gebrochenen Antiheld Kratos in seinem PS3-Debüt in Sachen Charaktertiefe auf dem Niveau eines Jason Voorhees (Freitag, der 13.) angekommen ist: Beide töten alles, was sich in Sichtweite befindet. Dass aber genau diese Entwicklung Teil der Handlung ist, hat mich gegen Ende genauso überrascht, wie die überbordenden Gewaltspitzen, welche die USK ungekürzt hat durchgehen lassen. Nach dem überwältigend furiosen Auftakt mit Poseidon fällt die audiovisuelle Brillanz leider erstmal spürbar ab, das Kampfsystem muss sich in puncto Flexibilität nicht nur Hits wie Bayonetta chancenlos geschlagen geben, auch Neuzugang Castlevania: Lords of Shadow sticht Sonys Vorzeigegriechen aus. Aber ich stehe auf die Geschichte und den Charakter sowie das Flair der Reihe, wünsche mir für zukünftige Episoden aber ein paar frische Einfälle.

Oliver Schultes meint: Die PS3-Premiere wird dem Image des Kriegsgottes vollauf gerecht: Die Entwickler kleckern nicht, sie klotzen. Bei der grafischen Opulenz, bei der Größe der Gegner, bei der bombastischen Surround-Akustik, bei der Inszenierung von Gewalt. Kratos metzelt ohne Gnade und reißt den Spieler in einen Blutrausch, um ihm zwischendurch dann schonungslos den Spiegel vorzuhalten. In solchen Momenten wirkt God of War III richtig erwachsen. In anderen Bereichen steckt es dagegen immer noch in den Kinderschuhen fest: Einen Levelbereich abzuriegeln, immer wieder neue Gegner hineinzuwerfen und den Spieler bis zum Ende durchhalten zu lassen, ist wenig zukunftsweisend – eher nervig. Genauso wie die anscheinend bei einem God of War obligatorischen unfairen Stellen: Ob Klingenturm im ersten Teil, der immer wieder abgesperrte Pfad zu einem der letzten Bosse in Episode 2 oder nun die rotierenden Würfel – irgendeine Stelle bringt mich garantiert immer zur Weißglut. In solchen Momenten kann ich mit Kratos mitfühlen und seinen unendlichen Zorn teilen!

Matthias Schmid meint: Seit dem Erstling war ich ein glühender Fürsprecher des God of War-Metzelmeisters Kratos: Der Klingenturm? Tolles Spieldesign und fair. Die Rätsel? Fordernd aber nie unlogisch. Doch mit Teil 3 sinkt nicht nur meine Faszination für das stets gleiche Hack’n’Slay-Prinzip, auch Kratos wurde mir zunehmend unsympathischer. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die Brutalität, mit der Kratos die Bossgegner verstümmelt, zerstückelt, auseinander reißt oder einfach mal totschlägt, ist selbstzweckhaft und unnötig. Das trifft nicht auf die intelligente Endsequenz zu – hier hat sich Sony Santa Monica ein feines Finale für den Wüterich einfallen lassen. In spielerischer Hinsicht ärgert mich die Fortführung des mit Chains of Olympus-angefangenen Trends hin zu weniger komplexen Tempeln und seichteren Rätseln. Gerade die waren doch willkommene Abwechlsung zwischen der Action und den Zwischensequenzen. Was bleibt ist ein herausragend inszeniertes, grafisch pompöses Gewaltfeuerwerk mit tollen Kamera-Einstellungen, manch coolem Bossfight, traumhaften Landschaften und einer nach wie vor makellosen Steuerung. Ihr seht: Am Ende hat mir God of War III also doch ziemlich gut gefallen…

Ulrich Steppberger: Irgendwie lässt mich die spartanische Schlachtplatte kalt, und ich weiß nicht genau, warum eigentlich. Aber der bombastische Einstieg hat mich beinahe erschlagen, da ist das Spektakel zu massiv – klar, bei einem solchen Spiel klingt eine solche Kritik komisch, aber die Sequenz hat mich eher abgescherckt denn motiviert. Ein anderes Kuriosum am Rande kommt noch dazu: Obwohl mir die Soundkulisse bei einem Spiel nicht am wichtigsten ist, fand ich es merkwürdig, dass die Effekte von Kratos’ Klingen seltsam dünn rüber kamen und im restlichen Klangspektrum beinahe untergingen. Irgendwann will ich die Göttermetzelei trotzdem noch beenden, aber der Stapel der noch zu spielenden Titel ist einfach so hoch…

Zum Test geht’s hier.

22 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Saldek
31. Dezember 2010 10:08

GoW 1& 2 waren genial. Teil 3 habe ich nie gezockt. Irgendwas fehlte.Aber diese Endsequenz-Sache mit dem roten Screen wird imo überbewertet. Da wird doch kein Spiegel vorgehalten?! Vielmehr handelt es sich um eine konditionierte Erwartungshaltung des Spielers, dass ein Game automatisch endet wenn der Endgegner besiegt ist. Wenn das Spiel nicht endet = Gegner nicht tot = weiter kämpfen. Einen Spiegel würden die Designer nur dann vorhalten, wenn der Spieler WÜSSTE das er mit Zocken aufhören kann. Das der Kampf vorbei ist und der Gegner nicht mehr aufsteht.So hinterfragt man aber nicht das Verhalten des Spielers, sondern vielmehr den klassischen Ablauf von Videogames.

Punisher
29. Dezember 2010 21:51

Da ist meine Meinung wohl doch nicht so exklusiv 😉 Aber GoW 1 und 2 waren echt grandios und definitiv PS2-Meilensteine …

29. Dezember 2010 16:29

ich finds echt gut,so wie es sein soll,hart,brutal,unbarmherzig!!aber für nen nächsten teil sollte man die serie mal überarbeiten.den 2ten teil fand ich übrigens besser als den dritten.von castlevania spielte ich die demo,hat mir echt gut gefallen,das werd ich mir wohl mal gebraucht holen!

DonCurrywurst
28. Dezember 2010 23:54

: Er war eben von Ares geblendet worden. Kratos hatte noch etwas menschliches an sich. Auch die Szenen die er in den Rückblenden mit seiner Familie und seinen Schuldgefühlen hatte. In Teil 3 war er einfach nur noch wütend und hat einfach hirnlos alles

Bonsai20
28. Dezember 2010 23:19

– da stimm ich dir voll zu – und genau deswegen find ich Kratos absolut geil (nicht weil er seinen Famile getötet hat, sondern weil er einfach totall irre und gestört ist ) gggABER – Castlevania fasziniert mich mittlerweile auch mehr als der Geist v

Jab
Jab
28. Dezember 2010 22:41

@DonCurrywurstHattest du bei Teil 1 und 2 Sympatie mit jemandem der seine eigene Familie abgeschlachtet hat und Zivilisten einfach mal so opfert als “”Kollateralschaden””? Kratos war schon immer unsympathisch und geisteskrank.

captain carot
28. Dezember 2010 20:07

Sorry, ich fand God of War nie so toll, bei diesem Teil teile ich die allgemeinen Bewertungen aber gar nicht. Ich find´s im Vergleich zu DMC 3, Bayonetta oder Castlevania eher schwach, auch wenn die Bombastinszenierung rund um den soziopathisch depressiven Spartaner darüber hinwegtäuscht.

veli
28. Dezember 2010 17:40

ein spiel der spitzenklasse allerdings is das ende meiner meinung nach total fürs klo…….

Max Snake
28. Dezember 2010 17:40

Man God of war III war richtig kurz und Kratos übertreibt zu sehr, aber es war klasse, allein die Bosskämpfen war endlich herausfordern und das Ende.

TheSorrow
28. Dezember 2010 17:26

Bin großer God of War fan, muss aber sagen dass Castlevania für mich alles in der Richtung geschlagen hat. Geiles Kampfsystem, mega Umfang, toller sound und Richtig viel Abwechslung. Danke Konami ^^

Ash Rockford
28. Dezember 2010 17:04

@PunisherNein du stehst nicht alleine da. Mir hat auch Castlevania um einiges besser gefallen! Wurde leider von der Maniac etwas “”unter bewertet””.Und wenn jetzt jemand sagt, dass Castlevania viel von GoW abgekupfert hat… nun ja, ich als Vetteran würde j

Sinthoras
28. Dezember 2010 17:00

ich fand es nicht zu brutal, sondern eher zu lasch. mit diesen verräterischen drecks göttern hätt ich noch ganz andere sachen gemacht als der viel zu nette kratos. wo sind die foltersequenzen mit glühenden eisen und stumpfen werkzeugen!? naja, aber am coolsten war ja, wie er hera platt gemacht hat xD zack, boing du bitch!aber auch als fan der griechischen mythologie muss ich doch zugeben, dass mir castlevania besser gefallen hat, da aus gow irgendwie die luft raus ist. ich freu mich auf jeden fall schonmal auf die angekündigten dlcs.

28. Dezember 2010 16:37

Stimme DAOAlistair und Punisher voll und ganz zu. Das Spiel ist da, wo es hingehört. Aber Castlevania war um Längen besser (Abwechslung, Stimmung, Sound, Kampfsystem) und wird nach eurem Testurteil wohl kaum in den Top 10 sein. Platz 9 hätte es verdient!

DeeKay
28. Dezember 2010 16:13

Hatte mit dem Spiel tierischen Spaß! Dank der God of War Ultimate Trilogy Edition habe ich alle drei Teile dieses Jahr am Stück gespielt innerhalb von zwei Wochen und ich hatte gigantischen Fun dabei :).

DonCurrywurst
28. Dezember 2010 15:49

Passables Spiel, dass aber meiner Ansicht nach den mit Abstand schwächsten Teil der Trilogie darstellt. Der spartanische Hulk (“”KRATOS WÜÜÜTEND!””) hat für mich jeden Sympathiefaktor verloren. Auch wenn ich Spass mit dem Spiel hatte, hat es meiner Ansicht nach nichts in den Top 10 verloren.

bitt0r
28. Dezember 2010 15:43

ganz tolles spiel. hat mich aber nicht mehr so fasziniert wie die vorgänger.

Holy Priest
28. Dezember 2010 15:21

…sehr gutes Game….bei God of War fand ich aber die Steg zu Steg springerei bei der Herausforderung des Hades schwieriger als den Klingenturm..gings nur mir so?

28. Dezember 2010 14:51

Ich habe es heute beendet und bin eigentlich sehr zufrieden mit dem Titel. Allerdings muss ich Michael beipflichten: Demnächst bitte ein paar neue Ideen.

Punisher
28. Dezember 2010 14:30

Ich weiß das ich mit meiner Meinung allein da steh: Aber Castlevania – Lords of Shadow hat mich mehr mitgerissen.

DAOAlistair
28. Dezember 2010 14:26

Amen endlich mal ein Spiel das da ist wo auch ich es hintäte^^ Super inszinierung und Story ist auch cool, Rätsel mocht ich eh noch nie soo gerne also ich finds perfekt 😉

Walldorf
28. Dezember 2010 14:14

Ich hab alle God of Wars durchgespielt (inklusive der beiden PSP-Ableger), aber Teil 3 hab ich mir immer noch nicht gekauft.Keine Ahnung warum.Ich hatte mir einfach ein noch besseres Spiel als God of War II gewünscht und laut Reviews und den meisten Spielern ist es ja schlechter als der zweite Teil.Aber irgendwann kauf ichs mir noch. 🙂

Segabasti
28. Dezember 2010 14:15

Öhm, das Spiel sah für mich recht gut aus, als ich es bei einem Bekannten gesehen hab. Aber mir geht es ähnlich, wie dem Herrn Steppberger. ^^