Gamedec
Wir rätselten uns bereits in der PC-Version wie ein cyberpunkiger Sherlock Holmes durch das Warschau des 22. Jahrhunderts und erlebten dabei ein düsteres Iso-Abenteuer, das vor allem Fans von Disco Elysium im Auge behalten sollten. Wie im Genre üblich ist die echte Welt düster und dreckig, weswegen immer mehr Menschen in die virtuelle Realität flüchten. Dort gibt es für jeden das passende MMO: Während wir heutzutage noch über NFTs und Mikrotransaktionen diskutieren, sind in diesen Spielen schon längst alle Dämme gebrochen und die Probleme gleichen denen der realen Welt. Denn wo sich Geld verdienen lässt, ist das organisierte Verbrechen nicht weit entfernt.
Dort, wo normale Polizisten nicht weiterkommen, werdet Ihr als Spezialist gebraucht. Als Gamedetective seid Ihr in der Lage, die vorherrschenden Regeln innerhalb der Spiele außer Kraft zu setzen. Im Verlauf Eurer Fälle lernt Ihr nicht nur das Hacken, auch Eure Gesprächsfähigkeiten entwickeln sich weiter, je nachdem, wie Ihr Euch in Euren Verhören entscheidet. Das ist zwar einerseits motivierend, leider lässt sich vorher aber nicht abschätzen, wann Ihr Punkte für Aktionen erhaltet; deswegen könnt Ihr kaum Eure Entwicklung im Voraus planen. Das Abenteuer hält einige spannende Geschichten bereit: Cyberkriminelle manipulieren Auktionshäuser und virtuelle Währungen, Heimkinder werden zu Erntesklaven auf einer virtuellen Cowboy-Ranch, weil sich in der Wirklichkeit niemand um sie kümmert, und dann hängt Euch noch ein kleinwüchsiger Gaukler an den Fersen, der all Eure Schritte verfolgt. Wichtig zu wissen: Aktuell sind die Gespräche nicht vertont. Ihr müsst also dem Lesen nicht ganz abgeneigt sein, wenn Ihr das Abenteuer genießen wollt. Könnt Ihr Euch darauf einlassen, dann freut Ihr Euch über die zahllosen Lösungsmöglichkeiten und Entscheidungen, die Ihr fällen dürft.
Vor Sackgassen oder schweren Kopfnüssen müsst Ihr Euch nicht fürchten. Sollten Euch Eure Indizien auf die falsche Fährte gelockt haben oder wichtige Hinweise fehlen, weil Ihr bedeutende Zeugen verärgert habt, dann geht die Reise trotzdem kontinuierlich weiter. Item-Rätsel gibt es auch nicht – nervige Endlos-Suchereien bleiben Euch also erspart. Schade ist, dass die virtuellen Spielwelten wenig von ihrem Potenzial nutzen und das letzte Spieldrittel etwas konfus ausfällt. Ein unbefriedigendes Ende gibt es obendrauf.









Plague Tale war klasse, wenn der Nachfolger die Qualität hält, kommt er auf die Einkaufsliste. „The Expanse“ hat story-seitig Potential, kann aber auch ordentlich in die Hose gehen – mal schauen…
Oxenfree II , Somerville, ein neues Plague Tale..da kommt ja einiges was mich interessiert.
Stanley Parable ist ein sehr spezielles Erlebnis. Der englische Sprecher (zumindest in der PC Version) macht seine Sache aber wirklich hervorragend.