Arzette: The Jewel of Faramore – im Test (Switch)

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Meinung

Thomas Nickel meint: Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beieinander: Die Idee, ausgerechnet den Zelda-Spielen auf CD-i einen spirituellen Nachfolger zu widmen, ist gelinde gesagt, gewagt. Aber den Machern gelingt es tatsächlich, den Charme der CD-i-Spiele zu erhalten und gleichzeitig drumherum ein spaßiges, gut spielbares Action-Adventure zu stricken – auch wenn manche Designentscheidung heute aus der Zeit gefallen oder ungeschickt wirkt. So hält sich Arzette in Sachen Aufbau, Spielerführung und Interface vielleicht etwas arg nah an die Vorbilder, andererseits sind es aber gerade diese Eigenheiten, die es so interessant und sympathisch machen. Arzette ist kein Fokusgruppen-optimiertes, glattgebügeltes Produkt, sondern ein liebevolles, mit viel Sorgfalt gebautes Herzensprojekt, dem man die Begeisterung seiner Macher für die Materie deutlich anmerkt. Und ich hoffe, dass bei etwaigen Nachfolgern ein paar der hier vorhandenen Macken angegangen werden.

Ulrich Steppberger meint: Puh, aus meiner Sicht ist Arzette eine harte Nuss. Aber nicht, weil das Abenteuer so schwer wäre, sondern weil mich viele der arg rauen bis teils grenzwertig unfairen Kanten nerven. Ausgehend vom erkennbaren Aufwand, der in die Quasi-Authentizität investiert wurde, sind viele oder gar alle dieser Designentscheidungen wohl bewusst so getroffen worden. Das kann ich respektieren, zumal das Retro-Feeling gut rüberkommt. Aber gefallen muss es mir deshalb noch lange nicht, wenn etwa Gegner jenseits des Bildschirms ­Projektile abfeuern, mir das Spiel häufiger keine Infos gibt, wo ich als Nächstes was suchen sollte, oder die Kollisionsabfrage hier und da ­fragwürdig wirkt. Akzeptabel spielbar ist Arzette im Prinzip trotzdem, aber ob Ihr daran wirklich Gefallen findet, steht und fällt damit, wie dick die Gläser Eurer rosa Retrobrille sind.

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Max Snake
30. November 2025 18:31

Also ich hatte letzte Sonntag Arzette gespielt auf der Casual Modus. Es ist ein spezielles Titel von den CD – I Zelda inspiriert ist nur diesmal keine furchtbare Steuerung oder üble Framerate.
Ärgerlich ist das Sucherei. Manchmal weiß ich nicht, wo als nächstes geht bzw. wie man findet die diverse (Schlüssel -) Gegenstände. Davon abgesehen hat es der charmant Präsentation und die quirligen, Überzeichnet Figuren überzeugt. Auch der Hommage trifft ins schwarzen. Ich kann Thomas Nickel Geheimtipp bzw. den Kritik von Ulrich nachvollziehen und ist mal einen Abwechslung von den typischen Zelda Like Inspiration. Unbedingt mal an testen und sich einlassen.

Kikko-Man
23. November 2025 7:54

Wer die beiden CDi-Originale mal zocken will:
Jemand hat die “reverse engineered” und mit ein paar Quality of Life-Optionen versehen. Gibt es hier zum Download fuer PC:
https://archive.org/details/FOER-and-WOGR

schnitzel
22. November 2025 15:50

Hallo Max, danke für dein Feedback! Ich mag das klassische Design und die einfache Zugänglichkeit des Spiels. Es macht auch kurzfristig Spaß und das ist etwas, was ich bei den meisten Triple-A-Spiele vermisse. … kannst ja mal später berichten, wie dir das Spiel gefallen hat.

Max Snake
22. November 2025 12:34

Kann dir Sagen, es ist Thomas Nickel Geheimtipp, allein für die liebevolle Hommage des Zelda Gurke. Das Problem wie Ulrich geschrieben hat, die wenige zeitgemäß Spieldesign, was mich abschreckt.
In Düsseldorf bei einen Spielhändler entdeckt ich Arzette für die Switch. Musste im Laden laut lachen, als ich sah und beschlossen mir es zur kaufen. Nächsten Wochen schaffe ich bisschen es angehen.

schnitzel
21. November 2025 23:05

Auch ohne Rosa-Brille hat mir das Spiel gut gefallen. Und dabei habe ich noch nie ein CD-i besessen oder gar die berüchtigten Zelda-Spiele gespielt. Das interessante dabei ist jedoch, dass ich mit Arzette wesentlich mehr Spaß habe, als mit God of War Ragnarok – und dass ich die Wertung als viel zu niedrig angesetzt sehe, während letzteres total überhyped wird. Auch kurzweilige klassische Indie-Spiele können Spaß machen! Und ich bin froh, dass ich dieses Spiel – trotz dieser niedrigen Wertung – eine Chance gegeben habe!

Kikko-Man
29. März 2024 7:16


Kommt ja leider haeufiger vor: Influencer laestern und Leute plappern fleissig nach ohne selber anzutesten.

Max Snake
28. März 2024 13:02

Die ersten Zwischensequenz musste ich herzhaft lachen. Trotz wegen der negativen Aspekte, kriege ich Lust Arzette zu spielen.

Seppatoni
28. März 2024 12:42

Arzette hab ich auch auf meiner eShop-Wunschliste stehen.

Finde es aber schade, dass die CDI-Zeldas immer schlechter gemacht werden, als sie wirklich sind. Und meist von Leuten, welche die Titel nie gespielt haben. Das einzige grosse Problem war der Name “Zelda” auf der Verpackung, ansonsten waren es solide und durchaus spassige Titel.