
Seite 3
Die Dialogqualität erinnert dabei an Ninja Theorys DmC: Devil May Cry, aber mit der Zeit haben wir das anfangs unsympathische Duo doch irgendwie zu schätzen gelernt. Insgesamt ist der Rede-Anteil sogar etwas zu hoch, zumal sich viele Gespräche überlappen. Da die Bildschirmtexte auch auf einem großen TV viel zu klein sind, werden Euch mit ziemlicher Sicherheit einige Zeilen entgehen.
Wollt Ihr Euch noch weiter in der Spielwelt verlieren, dann lest an Computer-Terminals E-Mails, analysiert die zahllosen Propaganda-Plakate oder quatscht mit verstorbenen Menschen über ihre letzten Momente. Häufig gibt es hierbei optionale Antwort-Möglichkeiten – diese spielen jedoch für die weitere Handlung keine Rolle.
Das ist schade, denn tatsächlich vermitteln viele Story-Momente das Gefühl, dass die Entwickler Entscheidungs-Pfade vorgesehen hatten, diese Idee jedoch schlussendlich verwerfen mussten. Zumindest kurz vor dem großen Finale dürft Ihr eine einschneidende Wahl fällen, die zu verschiedenen Enden führt. In der Summe überzeugt die Präsentation der Story, die mit einigen stilvollen Zwischensequenzen daherkommt, allerdings gibt es in den ca. 20 Spielstunden nur wenige Überraschungen und oft verlieren sich Erklärungen im unverständlichen Wissenschaftsgeschwurbel, dem Ihr nur schwer folgen könnt.
Technisch läuft Atomic Heart für ein Debüt-Werk beeindruckend runder als so manches Großprojekt erfahrener Studios. Positiv hervorheben möchten wir die deutschen Sprecher, die trotz alberner Dialoge einen guten Job abliefern. Einziger Wermutstropfen: Es wird wie schon bei Metro Exodus auf Akzente größtenteils verzichtet, was bei der klar russischen Thematik und dem kommunistischem Sprachgebrauch letztlich an der Immersion kratzt. Außerdem gibt es einen deutschen Charakter, wodurch es zu einigen unpassenden Dialogzeilen kommt und was anfangs für Verwirrung sorgen kann. Summa summarum ändert das aber nichts daran, dass sich Fans der in diesem Test genannten Titel Atomic Heart nicht entgehen lassen sollten.









Nichts hinzuzufügen – ein gelungener Test für einen gelungenen Erstling. Das Spiel macht bis heute Freude.