
Meinung
Thomas Nickel meint: Eiyuden Chronicle ist ziemlich exakt das, was ich mir als altgedienter Suikoden-Veteran erhofft hatte. Flotte Kämpfe, viele sympathische Helden, ein stetig wachsendes Hauptquartier und eine Story, die nach einem langsamen Auftakt ordentlich in Fahrt kommt, lassen die Spielzeit wie im Flug vergehen. Ist die Weltkarte häufig etwas karg, sind vor allem viele Kampfbildschirme herrlich farbenfroh und gerade Bosse verlangen auch Strategie und Planung. Dabei wird auf manch heute selbstverständliche Komfortfunktion wie sichtbare Gegner, freies Speichern, nach Kämpfen automatisch aufgefüllte Lebenspunkte oder ein detailliertes Questlog verzichtet – so fühlt sich Eiyuden Chronicle trotz polygonaler Hintergründe oft wie ein vergessenes Abenteuer der PSone-Ära an. Mich persönlich holt das Spiel damit komplett ab, aber wenn Euer aktueller RPG-Konsum eher von üppig präsentierter Square-Enix-Kost oder offenen Bethesda-Welten geprägt ist, könnte die Einspielzeit hier etwas länger ausfallen. Aber egal, ob Suikoden-Kenner oder moderner Rollenspieler: Die überzeugende Story, der spaßige Basis-Ausbau und die vielen sympathischen Mitstreiter, die Ihr an allen Ecken und Enden der Welt aufgabelt, sorgen dafür, dass Ihr immer wieder gerne in die Eiyuden-Welt zurückkehrt.
Kevin Pinhao meint: Als wäre das Frühjahr nicht schon genug mit feinen Rollenspielen gespickt, schicken die Rabbit & Bear Studios mit Eiyuden Chronicle eine weitere Genre-Perle ins Rennen. Der Titel dürfte gerade bei Fans der offensichtlichen Vorlage offene Türen eintreten. Aber selbst wenn Ihr bislang wenig mit Suikoden am Hut hattet, birgt dieses Abenteuer das Potenzial, Euch in seinen Bann zu ziehen. Dafür sorgt vor allem der motivierende Ausbau Eurer Armee und Basis, aber auch die nostalgische Atmosphäre traditioneller PSone-Rollenspiele, die Hundred Heroes in seiner Gesamtheit durchzieht. Mit dieser gehen allerdings Designentscheidungen einher, die sich äußerst unbequem und sperrig präsentieren. Das lässt das Abenteuer bewusst etwas aus der Zeit gefallen wirken, was je nach Präferenz zum Charme beiträgt oder aber frustriert modernem Komfort nachtrauern lässt. Häufig fand ich mich in diesem Kontext irgendwo zwischen den Stühlen wieder. Wenig erfreulich: der aktuell verheerende technische Zustand der Switch-Version, der mir zuweilen den Spielspaß gehörig zu verhageln drohte. Solltet Ihr die Möglichkeit haben, weicht Ihr besser auf eine andere Fassung aus.








