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Solltet Ihr trotz vielfältiger Angriffsmöglichkeiten das Zeitliche segnen, dürft Ihr nicht nur bestimmen, an welchem Eurer eroberten Stützpunkte Ihr wieder ins Spiel einsteigt. Ihr habt je nach Mission sogar die Wahl aus einer Handvoll verschiedener Charakterklassen, die sich in puncto Ausrüstung unterscheiden. Im Kampf gegen gepanzerte Fahrzeuge oder Helikopter empfiehlt sich ein Soldat mit schwerem Geschütz logischerweise eher als der Scharfschütze.
Obwohl sich die Missionsziele stets ähneln, wird Frontlines zu keiner Zeit langweilig, denn es gibt eine Menge auszuprobieren. Kleine Siedlungen wechseln sich ab mit Militärstützpunkten und weitläufigen Fahrzeuggefechten. Einzig die Möglichkeit, Euren Teammitgliedern Befehle zu erteilen, fehlt gelegentlich. Hier und da verhalten sich die nämlich nicht besonders clever und dienen nur als schmückendes Beiwerk für die Krach-Bumm-Schepper-Atmosphäre. In diesen Momenten freute ich mich besonders auf die Online-Kämpfe. Details zu den Mehrspieler-Modi findet Ihr im Kasten links.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ego-Shootern habt Ihr in Frontlines nie das Gefühl, Euch durch einen engen Levelschlauch zu bewegen. Vielmehr erinnert der gesamte Spielaufbau angenehm an die epischen Online-Schlachten der Battlefield-Serie.
Technisch sorgt Frontlines hingegen für gemischte Gefühle: Raketen zischen vorbei, Soldaten brüllen, Granaten detonieren und aus der Ferne vernehmt Ihr das dumpfe Grollen herannahender Panzer – in diesen Momenten seid Ihr mittendrin. Die Grafik ist an sich sehr gut gelungen, bei Kämpfen auf freiem Feld und in Stadtgebieten gerät die Bildrate jedoch mitunter heftig ins Stocken. Auch der Detailgrad schwankt je nach Schauplatz. Hier macht Call of Duty 4 eine bessere Figur, was aufgrund der linearen Levels aber nicht weiter verwundert.
Weitere Ungereimtheiten: Mit Panzern bleibt Ihr schon mal an einfachen Metallzäunen hängen anstatt sie platt zu walzen. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, denn mit der Y-Taste öffnet Ihr das Waffenmenü, der linke Stick bestimmt anschließend die Wumme Eurer Wahl. Umständlicherweise wählt Ihr auch die Granatwerferfunktion Eures Sturmgewehrs über diesen Weg. Noch seltsamer: Drückt Ihr den linken Knüppel, duckt Ihr Euch. Nochmal drücken zum Hinlegen, ein drittes Mal zum Aufstehen. Das nervt jedoch nur so lange, bis Ihr entdeckt, dass man auch per Sprungtaste aufstehen kann. Die deutsche Synchronisation lässt Eure Kameraden dauernd Blödsinn reden, also schnell auf Englisch umstellen.
Allen Mängeln zum Trotz ist Frontlines ein Hit, der Solisten ein rund zehnstündiges Ego-Spektakel der ungewöhnlichen Art bietet und online bzw. via System-Link noch mehr Spaß macht.








