Jamestown+ – im Test (PS4)

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Das Genre der Shoot’em-Ups ist fest in der Hand japanischer Programmierer. Gradius, Raiden, Mushihimesama, Ikaruga, Donpachi – die Liste hochwertiger Ballerunterhaltung ist lang. Dennoch kommen gute Schießereien mit Spielhallenflair nicht nur aus Japan. Jamestown trat diesen Beweis bereits 2011 auf dem PC an. Nun erscheint der Titel mit neuen Levels, Schiffen, sowie überarbeitetem Soundtrack als ”+”-Version auf der PS4.

Anstatt sich für eine der beiden Stilrichtungen Taktik oder Bullet Hell zu entscheiden, kombiniert Jamestown+ diese Elemente. Das ist nicht inkonsequent, sondern kommt der Spieltiefe zugute. Nachdem Ihr Schiff nebst Streuschuss- und Spezialwaffe gewählt habt, entscheidet eine von fünf Schwierigkeitsstufen über das Ausmaß der Action auf dem Schirm: Auf ”Normal” seht Ihr Euch in den vertikal scrollenden Stages einer bescheidenen Anzahl Gegner und Kugeln gegenüber ”Divine” dagegen deckt Euch mit unzähligen der gut sichtbaren Projektile ein. Während Ihr feindliche Schiffe, Käfer und riesige Bosse vom Himmel fegt, füllt Ihr die ”Vaunt”-Leiste: Auf Knopfdruck setzt Ihr einen Schild ein, der feindliche Projektile kurzzeitig auflöst und in Punkte verwandelt. Eine Smartbomb gibt es nicht, dafür dürft Ihr die gewählte, kräftige Spezialwaffe dauerhaft einsetzen.

Allerdings rauscht Ihr nicht stringent durchs Spiel, sondern schaltet spätere Abschnitte erst frei, indem Ihr frühere Bereiche auf höherer Schwierigkeitsstufe abschließt. Die Lernkurve verläuft gut, dennoch erwarten Anfänger spätestens ab ”Legendary” viele Neustarts, spätere Stages sind grundsätzlich knackig. Die Steuerung macht dabei keine Probleme, sowohl Analogstick als auch Steuerkreuz funktionieren präzise.

Am Levelende erfolgt die Abrechnung: Ihr werdet u.a. für Schwierigkeitsgrad und Anzahl abgeschossener Gegner mit Münzen belohnt. Die investiert Ihr im ”Shoppe” in neue Schiffe, andere Schussvarianten und weitere Spielmodi. Bereist daraufhin im ”Gauntlet” nacheinander alle Levels, schaltet ein weiteres Story-Kapitel frei oder probiert Euch an diversen knackigen Challenges. Jeden Modus spielt Ihr mit bis zu vier Leuten. Das Geschehen bleibt dabei nicht nur prima kontrollierbar, es kommt zusätzliche Taktik ins Spiel: Wer durchhält und bestimmte Items sammelt, holt seine Kollegen zurück ins Spiel.

Jamestown+ orientiert sich auch grafisch an bekannten Genre-Vertretern. Euch erwartet ein pixelartiger, bunter und abwechslungsreicher Look mit mannigfaltigen Kugel- und Gegnerformationen. Dazu klingt der Sound retrogerecht nach Chiptunes.

Sascha Göddenhoff meint: Was für ein tolles Shoot’em-Up! Auf der PS4 herrscht Mangelware in diesem Bereich, zum Glück macht Jamestown+ alles richtig. Die pixelmäßige Optik verwöhnt mich mit unterschiedlichen Stages und schicken Effekten, dazu gibt es feinen Sound aus dem Retro-Paradies. Die Spielbarkeit setzt der tollen Schießerei die Krone auf – wüsste ich es nicht besser, würde ich hinter dem Titel japanische Genre-Experten wie Cave oder MOSS vermuten. Die Entscheidung, den Spielumfang mit dem Schwierigkeitsgrad zu verknüpfen, spornt mich an, grenzt Einsteiger dagegen aus – die dürften auch aufgrund begrenzter Continues nur schwerlich alle Stages zu Gesicht bekommen. Überraschend gut klappt’s auch mit vier schießenden Kollegen, zumal Ihr dabei mächtig viele Punkte verdient.

Tolles Shoot‘em-Up mit überzeugendem Mehrspieler-Modus.

Singleplayer9
Multiplayer
Grafik
Sound