Kingdom Hearts II – im Klassik-Test (PS2)

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Kein Wunder: Anders als Roxas erlebt Zora das Abenteuer nicht allein. Nach wie vor dürft Ihr Donald und Goofy nicht ­persönlich durch die kunterbunten bis finsteren ‘Themen-Parks’ dirigieren – aber auch als KI-gesteuerte Sidekicks hauen die beiden reichlich mons­tröses Gesocks aus den Latschen. ­Goofy wappnet sich wie eh und je am liebsten mit großem Schild, um seine Kollegen vor Unbill zu schützen – aber mit der richtigen Ausrüstung beweist auch der breitbeinige Tollpatsch Schlagfähigkeit. Der explosive ­Enterich schließlich gibt wieder den Magier. Zwar versteht sich auch ­Wuschelfrisur Zora auf das ein oder andere Zauberkunststück (bequem über ein ständig präsentes Miniatur-Menü im unteren Bildschirmviertel erreichbar), aber hier ist es vor allem Euer gefiederter Freund, der mit ­Feuermagie wie Blitzgewitter den ­Pixel-Äther brennen lässt. Und schließlich ist Euer Konterfei als ­­Meis­ter des Schlüsselschwert-Kampfes nicht auf solch eitles Hexenwerk angewiesen – zumal die Entwickler das ehemals arg chaotische Kampfgetümmel für Teil 2 zumindest dezent bereinigt haben. Noch immer dürft Ihr manuell zwischen den einzelnen Gegnern hin- und herschalten, aber beim Gefecht gegen ganze Dutzendschaften von Herzlosen, griechischen Hades-Bewohnern, Geisterpiraten und anderen Disney-Fieslingen wird’s schnell so unübersichtlich, dass Ihr die Wahl des aktuellen Opfers gerne der automatischen Zielsuche über­lasst. Auf diese Weise könnt Ihr Euch ganz dem Malträtieren des Angriffs-Buttons widmen, in aller Ruhe die passende Spezialfähigkeit wählen oder in Eurem Rucksack kramen.

Für besondes hartnäckige Feinde greift Zora auf mächtige Manöver-Combos zurück, die sich nur mit Hilfe eines Team-Mitglieds entfachen lassen: Während Donald und Goofy ständig zu derlei Team-Spiel einladen, bietet sich außerdem in beinahe jeder neuen Welt der dort ansässige Hauptcharakter als (temporäres) Gruppenmitglied an. Nehmt einen Disney-Kumpel wie Mulan, das Biest, Aladdin oder aber den raubeinig-­tuntigen Jack Sparrow aus ”Der Fluch der Karibik“ in die Truppe auf, gönnt für die Dauer seiner Mitgliedschaft wahlweise Donald bzw. Goofy ein Päuschen – und profitiert auf diese Weise von besonders durchschlagenden Team-Manövern, die sich nur ­zusammen mit diesem speziellen Charakter auslösen lassen.

Abseits der Gefechte indes ist’s ziemlich egal, wen Ihr im Schlepptau habt: Euer Held und seine Begleiter watscheln durch Wälder, Burgen, Türme oder Täler, um dann und wann eine friedvoll vor sich hingammelnde Truhe durch ein beherztes ‘Sesame!’ vor der Bedeutungslosigkeit durch Nicht-Öffnung zu retten – und dann winkt auch schon der nächste Kampf.

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Rudi Ratlos
23. Januar 2024 22:39

Puh, ganz schön harte Wertung. Fand es damals ziemlich klasse, aber ab dem zweiten Teil nahm der Schwurbel-Anteil schon zu. Da konnte wahrscheinlich auch noch keiner ahnen, welche irren Auswüchse die Handlung noch annehmen sollte…

KVmilbe
23. Januar 2024 16:07

Für mich nen grandioses Game und eine schöne Erinnerung an eine simplere Zeit 😄