Project CARS 3 – im Test (PS4 / Xbox One)

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Project CARS 3 hat nicht nur in Sachen Steuerung und zugänglicherem Fahrverhalten etwas geändert, sondern auch den Rest teils massiv umgekrempelt: Wer die Frühwerke des Studios wie Need for Speed SHIFT oder Test Drive: Ferrari Racing ­Legends kennt, den erwartet ein Déjà-vu-Erlebnis. Jede Menge damals eingeführter Elemente tauchen hier wieder auf: So wird angezeigt, wie gut Ihr Euch an die (allerdings nicht mehr einblendbare) Ideallinie haltet oder ob Ihr Kurven ideal genommen habt. Bei den Perspektiven ist auch eine wählbar, in der die Kopfbewegung des Fahrers simuliert wird. Jede Aktion auf der Piste gibt außerdem Erfahrungspunkte für den Stufenaufstieg – und nur für den erhaltet Ihr Preisgeld. Bei Siegen wird nichts ausgezahlt und diese sind auch in der neuen Karriere nicht das Maß der Dinge: Vielmehr bekommt Ihr pro Wettbewerb drei Ziele vorgegeben, die auch mal ”Überhole eine Anzahl Rivalen in einer Minute” oder ”Fahre eine saubere Runde” sein können.

Die schwanken zwischen problemlos machbar und extrem anspruchsvoll, vor allem bei Zeitfahrten: Die geforderten Rundenzeiten sind arg streng und wenn Ihr einmal die Strecke verlasst, zählt die Zeit sofort nicht mehr. Besonders nervig ist das, wenn Ihr über drei Runden einen Durchschnitt erzielen sollt, zumal es keine Rückspulfunktion gibt. Online wiederum lässt sich der Einfluss von Gran Turismo Sport erkennen: So wird Eure Leistung und Fairness zur Einstufung und beim Matchmaking verwendet und optional könnt Ihr Euch für vorgegebene (aber meist sehr lange) Rennen anmelden und qualifizieren – das funktioniert ordentlich, der Rivale macht es aber besser.

Letztlich hinterlässt Project CARS 3 den Eindruck, dass die verschiedenen Ansätze sich nicht ganz zu einem schlüssigen Gesamtwerk zusammenfügen: Für Simulations-Fans ist die neue Ausrichtung nicht mehr gedacht, während Arcade-Anhänger etwa bei Driveclub oder GRID eine ausgereiftere Mischung aus Spektakel mit einer Prise Anspruch finden. Das zeigt sich auch bei der Grafik: Wenn 32 Autos auf dem Kurs unterwegs sind, ist das schon imposant, aber dafür fallen viele der Umgebungen eher schlicht und nur begrenzt ansehnlich aus – das konnte schon der Vorgänger besser.

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geohound
25. Oktober 2020 15:37

Macht natürlich Sinn was du schreibst, von der Seite hab ich das nie betrachtet. Bugs hatte ich in PC 2 auch kaum, aber dafür wie gesagt ein paar “Macken”. Zum Beispiel mit der Ideallinie, und in der Monaco-Strecke kam es öfter zu Massenkarambolagen die sich im Verlauf des Rennens einfach nicht mehr aufgelöst haben. Musste dann jede Runde mit Vollgas in die anderen Fahrzeuge reinpreschen um durch den Blechhaufen zu kommen :-).

captain carot
25. Oktober 2020 10:09

Ich hatte eigentlich immer relativ wenig Bugs bei PC2. GErade gegenüber dem ersten Teil. Gut, wenn dann konnte das auch richtige Bugs haben.
Warum der Release fast zeitgleich zu Forza 7 und GT Sport? Zum einen war das Spiel (weitgehend) fertig, zum anderen ein Multi Titel, der am PC sogar von VR gut profitiert hat. Außerdem, wenn man sich mal mit Entwicklern etc. unterhält, es sind gerade bei den klassischen Titeln halt die Verkaufszahlen, denen der HErbst-Release meist geschuldet ist. Da ist ein Release zum falschen Zeitpunkt ggf. sehr viel schlimmer als starke Konkurrenz.

geohound
24. Oktober 2020 15:04

Teil 2 hat für mich immer noch die beste Streckenauswahl. Hab mich damals nur gefragt, warum man das Spiel auf Teufel komm raus nahezu zeitgleich zu Gran Turismo Sport und Forza Motorsport 7 veröffentlichen muss. Denn auch nach mehreren umfangreichen Patches hatte das Spiel noch ein paar Macken, wobei manche davon recht amüsant waren :-).

captain carot
24. Oktober 2020 14:33

Project CARS 2 war damals dennoch das deutlich rundere Gesamtpaket. Leider. Eigentlich finde ich, das PC3 einiges wirklich gut macht. Und Extrem viel Potenzial hat. Das dann halt leider nicht genutzt wird.

geohound
24. Oktober 2020 8:49

Schönes Review.

Mein Fazit war da auch nen Ticken härter. Hab aber seitdem nicht mehr reingeschaut, was Patches so verbessert haben könnten.

Hab extra gewartet bis gepatched wurde, Project Cars 2 war mir da eine große Lehre :-). Das war vor den Patches teilweise unspielbar (z. B. vereiste Strecken).

captain carot
23. Oktober 2020 23:04

Die Karriere ist am ehesten wie seinerzeit bei SHIFT aufgebaut, aber auch nicht so ganz. Leidrr kann man da ganz schnell in einen Automangel laufen und erstmal stecken bleiben. Zusammen mit der mauen Technik ein Nervgrund ohne Ende. Dazu kamen auch noch andere Nervigkeiten.

Mein Fazit war da auch nen Ticken härter. Hab aber seitdem nicht mehr reingeschaut, was Patches so verbessert haben könnten.

https://gamingnerd.net/reviews/games/project-cars-3-im-test-kupplungsschaden-auf-der-zielgeraden-1033156/

geohound
23. Oktober 2020 22:43

Hab es heute mal angespielt und vom Handling her ist es ja echt gut. Aber die Menüführung ist so dermaßen dämlich… Weiß gar nicht wo das herkommt die beiden Vorgänger hatten absolut übersichtliche und logisch aufgebaute Menüs.

Die Karriere ist so aufgebaut daß ich da zumindest momentan einfach keine Lust darauf habe, aber für ein paar Runden zwischendurch ist es definitiv immer gut :-).