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Sämtliche Mutanten, Regierungskrieger und Banditen eines Klans sehen jeweils identisch aus, auch die anfangs beeindruckend animierten Angriffsmuster wiederholen sich bald. In meist hohem Tempo rasen Gauner und Bestien auf Euch zu, hangeln an Decken, stoßen sich an Geländern ab, ducken sich oder rollen seitwärts. Werden sie getroffen, stolpern sie, kriechen in Deckung oder flüchten nach Verstärkung suchend. Immer wieder pendelt die Spielweise zwischen aggressivem Voranpreschen und defensiven Rückwärtsbewegungen im Kreis. Mitunter schwächelt dabei die Trefferrückmeldung: Manche Widersacher zeigen keine Reaktion auf Verwundungen, andere rappeln sich nach zwei Kopfschüssen auf und bleiben erst nach einem Treffer im Wadenbein liegen. Dennoch macht die punktgenaue, sehr schnelle Steuerung Kämpfe durch zahlreiche Waffen und Munitionstypen zum Genuss. Dynamitbolzen der Armbrust zerfetzen taumelnde Opfer, Elektropatronen deaktivieren Schutzschilde der Regierungstruppen und elektrifizieren Feinde, die im Wasser stehen. Bumerangartige Wingsticks köpfen zielsuchend auch mehrere Mutanten in Folge, während Geschützroboter Flankendeckung bieten im Wechselspiel aus anstürmenden Wellen und verwinkelten Korridor-Gefechten. Sind alle Widersacher im Zielgebiet erledigt, kehrt Ihr zurück zum Auftraggeber und kassiert Geld, neue Waffen und Baupläne für nützliche Objekte wie explosive fernsteuerbare Miniautos, Hypnosebolzen, Kraftverstärker oder Bandagen mit Sofortheilungseffekt. Alle Objekte erfordern mehrere Bauteile, die Ihr unterwegs sammelt oder bei Händlern erwerbt.
Um die an sich simple Ballerformel aufzulockern, ist das Schicksal Eures Helden eng verwoben mit einigen Fahrzeugen vom simplen ATV über Dünenbuggys bis hin zum gepanzerten Straßenkreuzer. Diese verbessert Ihr in Werkstätten mit stärkeren Motoren, zusätzlicher Feuerkraft und weiteren Gemeinheiten, mit denen Ihr Angreifern auf dem Weg zum nächsten Banditenversteck Paroli bietet. Segnet Euer Vehikel dabei das Zeitliche, startet Ihr die Mission am letzten Ortsausgang erneut, wer innerhalb eines feindlichen Versteckes stirbt, beginnt hingegen am Eingang von vorn – es sei denn, Ihr setzt einen eigenen Speicherpunkt. Die fürs Tuning erforderlichen Rennscheine verdient Ihr wiederum bei Rennen, wo neben fahrerischen Bleifußfertigkeiten auch der Umgang mit Minigun, Minen und Raketenwerfern gefordert ist.
Die deutsche Version von Rage ist trotz explodierender Leiber und abtrennbarer Köpfe ungeschnitten und bietet keine englische Sprachausgabe. Dafür sind die deutschen Sprecher durchweg sehr gut, lediglich die räumliche Akustik lässt zu wünschen übrig und lässt Stimmen aufgesetzt wirken. Die PS3-Version installiert acht Gigabyte in rund zehn Minuten. Xbox-360-Besitzer haben mehrere Möglichkeiten mit den drei Spielediscs. Eine Vollinstallation inklusive Mehrspieler-Scheibe umfasst 22 Gigabyte, alternativ installiert Ihr die Kampagnen-DVDs, nur eine oder gar nichts. Wir raten zur Installation des Hauptspiels, um Grafikfehler durch langsames Texturstreaming zu minimieren. Weiteren Speicherplatz frisst der DLC für Kanalisations-missionen, den Neukäufer erhalten und der mehr als 300 Megabyte umfasst. Hier säubert Ihr in kurzen Einsätzen unterirdische Gewölbe von Mutanten für nützliche Ausrüstung. Die Boni der Anarchy-Edition (Rüstung, doppelläufige Schrotflinte) befinden sich bereits im Spiel, müssen aber per Code aktiviert werden.








