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| Spiel: | Rage |
| Publisher: | Bethesda |
| Developer: | id Software |
| Genre: | Ego-Shooter |
| Getestet für: | PS3 |
| Erhältlich für: | 360, PS3 |
| USK: | 18 |
| Erschienen in: | 12 / 2011 |
Für Shooter-Fans ist es ein besonderes Ereignis, wenn die texanische Kultschmiede id Software ein neues Spiel veröffentlicht. Mehr noch, weil das ruhmreiche Studio mit Rage Neuland betritt. Der bereits 2007 angekündigte Ego-Shooter bedient sich einiger Renn- und Rollenspielelemente und nutzt als erster Titel die firmeneigene Grafik-Engine id-Tech 5. Dieser Technologie kommt nicht zuletzt durch die Übernahme des bis dato unabhängigen Entwicklerhauses ins ZeniMax-Bethesda-Kollektiv ein besonderer Stellenwert zu: Nächstes Jahr folgt zunächst Doom 4, künftig dürften dann auch The Elder Scrolls– und Fallout-Rollenspiele von dem ambitionierten Grafikmotor angetrieben werden. Doch erst einmal muss Rage zeigen, ob die angepriesene, einzigartige Riesentextur-Technologie und die rechenhungrigen 60 Bilder pro Sekunde für spürbare Unterschiede zu Klontexturen meist halb so flotter Genrekollegen sorgen. So modern die Technologie, so altmodisch gestaltet sich Rage nämlich in spielerischer Hinsicht: Hin und wieder schmeckt dieser Shooter der alten Schule dabei leider wie ein alter Hut.
Weder Doom noch Quake benötigten eine ausgefeilte Geschichte und dieser Tradition folgt auch Rage. Der Asteroid Apophis kollidiert 2029 mit der Erde, einige erlesene Menschen überdauern die Katastrophe im Kälteschlaf, um anschließend eine neue Zivilisation zu gründen. Einer der Auserwählten erwacht erst nach gut 100 Jahren aus dem Kälteschlaf, alle anderen in der unterirdischen Arche sind längst tot – mit diesem Intro erledigt sich für Rage weitestgehend auch das Bemühen, eine motivierende Geschichte zu erzählen. Was folgt, sind vertraut wirkende Versatzstücke, die oftmals nur skizzenhaft angedeutet werden. In den folgenden 15 bis 20 Spielstunden erledigt Ihr als namenloser und stummer Protagonist Aufträge einiger Siedlungsbewohner – mal bringt Ihr etwas für den Sheriff an einen anderen Ort, mal holt Ihr für den Bürgermeister etwas ab, schließlich landet Ihr bei der Widerstandsbewegung gegen eine als böse eingestufte Regierung. Begebt Euch auf kurzen Fahrabschnitten per Buggy zu Stadtruinen, Bunkern und Kanalsystemen und tötet alle dort Anwesenden. Anschließend kehrt Ihr zurück und kassiert die Belohnung.
Rage verschwendet nicht viel Energie darauf, die liebevoll und ansehnlich modellierten Akteure und Landschaften mit Hintergrundinformationen oder Bedeutung zu unterfüttern. Kämpfe mit den fünf Banditenclans bleiben trotz äußerlicher Unterschiede so austauschbar und gesichtslos wie die behelmten Cyber-Soldaten der namenlosen Regierung, die (obligatorische) Experimente mit Mutanten durchführt. Letztlich sind alle nur Kanonenfutter, aber welch ein zähes! Gehen Mutanten oft schon nach einem Kolbenhieb zu Boden, stecken Banditen und Regierungskämpfer locker mehrere Salven aus der Schrotflinte weg.








