
| Spiel: | Saints Row IV |
| Publisher: | Deep Silver |
| Developer: | Volition |
| Genre: | Action |
| Getestet für: | PS3 |
| Erhältlich für: | PS3 |
| USK: | 18 |
| Erschienen in: | 9 / 2013 |
An Saints Row IV ist kaum etwas normal, beginnend mit der Entstehungsgeschichte: Das Grundkonzept von Volitions durchgeknalltem Straßengang-Epos entstammt den DLC-Plänen für den Vorgänger The Third. Der sollte ursprünglich mit einer großen Erweiterung namens Enter the Dominatrix aufgemotzt werden. In den Wirren rund um THQs finanziellen Niedergang wandelte sich der DLC aber zu einem eigenständigen Ableger, der kurzfristig Geld in die Publisher-Kasse spülen sollte allerdings kam vorher das THQ-Aus. Daraufhin schnappte sich Deep Silver Entwicklungsstudio sowie Serienrechte und polte das Projekt erneut um, diesmal zur vollwertigen Fortsetzung. Diesem Anspruch wird Saints Row IV nicht nur in Sachen Umfang durchaus gerecht, wenn auch die DLC-Wurzeln nicht zu übersehen sind.
Doch genug der Geschichtsstunde, der Einstieg ins neue Abenteuer gibt konsequent die Richtung vor: Die Saints haben ihr Dasein als Straßengang hinter sich gelassen und sind nun Amerikas Lieblinge und Retter. In der ersten Mission bewahrt Ihr das Land vor einem Nuklearangriff, was super ankommt und Euch den Posten des US-Präsidenten beschert. Lange hält die Freude aber nicht an, denn die außerirdischen Zin erdreisten sich, den Planeten zu erobern und Euch gefangen zu nehmen. Weil deren Anführer Zinyak Eure obligatorische Flucht besonders fies abstraft, kommt es zum Showdown: Zusammen mit Euren engsten Vertrauten zieht Ihr los, um die Menschheit zu rächen. Das geschieht im Rahmen einer verschwurbelten Story überwiegend in einem virtuellen Steelport (dem Schauplatz von The Third), wo Ihr schrittweise Superkräfte wie Riesentempo, gewaltige Sprungkraft, Telekinese und Elementattacken erlangt. Natürlich stehen Euch auch jede Menge Wummen zur Verfügung, von konventionellen Bleispritzen und den Ballermännern der Aliens bis hin zu ausgefallenen Exemplaren wie Schwarzes-Loch-Generator und der verstörenden Dubstep Gun.
Dieses schräg klingende Sammelsurium nutzt Volition teilweise, um das Geschehen von altbekannten Bahnen abzubringen: Zwar spielen sich viele Missionen und insbesondere Nebenaufgaben wie Amoklauf und Versicherungsbetrug nicht wesentlich anders als beim Vorgänger.
Es macht aber schon einen Unterschied, ob man mit Super-Speed einen Parcours zu Fuß absolviert oder im Alien-Mech um sich ballert, statt irdische Hilfsmittel zu verwenden. So unterhält es auch eine Weile länger, ähnlich einem Prototype oder dem indizierten Crackdown-Duo Gebäude zu erklimmen und in großen Sprüngen über die Dächer zu segeln, als einfach ein Auto zu klauen. Jedoch wird der Ansatz nicht konsequent durchgezogen: Wollt Ihr etwa einen Alien-Stützpunkt ausräuchern, ist es über weite Strecken effizienter, konventionell zu ballern, statt die eigentlich wirkungsvollen Superkräfte ins Spiel zu bringen es sei denn, Ihr trefft auf spezifische Gegner, denen Ihr anders nicht beikommen könnt.
Zum Glück hat Volition im Lauf der etwa zwölfstündigen Story aber genug Missionen und Handlungsstränge eingestreut, die stärker von der etablierten Formel abweichen: So müsst Ihr etwa Eure Gefährten aus deren virtuellen Albträumen befreien, die Euch u.a. in eine Heile-Welt-Parodie von Steelport im Stil der 1950er führen, glorreiche 2D-Zeiten wieder aufleben lassen und diverse Schlüsselszenen aus früheren Serienteilen aufgreifen. Wer die nicht gespielt hat, mag sich bei so manchen Situationen und Dialogen wundern, was Saints Row IV einem da gerade serviert, für Kenner dagegen sind genau diese Passagen Highlights.
Saints Row IV spart nicht an Slapstick- und auch normaler Gewalt, hat es aber anders als die letzten beiden Teile erfreulicherweise ungeschnitten durch die USK-Prüfung geschafft dafür waren immerhin zwei Anläufe notwendig.
Generell ist es hilfreich, wenn Ihr Sympathien für die Saints habt, denn technisch tritt die Fortsetzung auf der Stelle und sieht kaum anders aus als der in dieser Hinsicht schon nicht überwältigende Vorgänger. Nickligkeiten wie die teils unpraktische Steuerung, frustrierende Schwankungen in der Schwierigkeit bei einigen Missionen oder die nicht so recht durchschaubare Logik, wann sich Eure Energie selbstständig wieder auflädt, blieben ebenfalls erhalten. Lobenswert: Ein Online-Koop-Modus erlaubt es, Steelport zu zweit zu erkunden. Aber auch alleine macht es dank der schrägen Inszenierung Spaß, selbst wenn Saints Row IV im Konzert der Genregrößen nicht ganz vorne mitspielt.
Ulrich Steppberger meint: Je mehr sich Saints Row IV nicht um Genre-Konventionen schert, umso mehr spielt es seine Stärken aus: Schräge Gags, durchgeknallte Situationen, liebevolle Hommagen und absurde Missionen sowie ein fein zusammengestellter Soundtrack machen Laune. In solchen Momenten fällt es leicht, die angestaubte Technik und das Vorgänger-Recycling zu ignorieren. Allerdings folgen auf jeden Höhepunkt weniger mitreißende Passagen und Aspekte: Es wurden der gleiche Hauptschauplatz sowie viele Nebenaktivitäten wiederverwertet und die Tearing- und Bildratenschwächen nicht ausgemerzt. Die neuen Superhelden-Elemente wirken teilweise bemüht, bringen aber eine andere Note ins Geschehen. Es nagt der Zahn der Zeit an Saints Row IV, Liebhaber absurder Ideen und Fans der Serie werden aber angemessen bedient.
- verknüpft das klassische Sandkasten-Konzept mit Superkräften
- jede Menge Nebenbeschäftigungen
- schräger Sinn für Humor
- zwei verschiedene Enden
Gewaltig durchgeknallter Open-World-Klamauk mit viel Krawall-Charme, aber auch ungeschliffenen Technik- und Design-Kanten.
| Singleplayer | ![]() | 80 |
| Multiplayer | ![]() | |
| Grafik | ![]() | |
| Sound | ![]() |












Saints Row IV war echt sehr unterhaltsam ^^Da ich mit GTA sowieso nichts anfangen kann, kam mir der mehr als abgedrehte Humor durchaus recht.Besonders die Dubstep-Kanone hat es mir angetan
Obwohl es Spass macht merkt man doch das es mehr DLC als neues Spiel ist.
[quote=Paul Bearer]
Kauf dir doch erstmal das Spiel, das wesentlich besser ist. Und GTA5 dann, wenn’s billiger wird. 🙂
[/quote]Du hast GTA schon gespielt!? Da bin ich jetzt fast ein wenig neidisch 😉
@Maik-el Neid: Fand Teil 3 auch ein wenig besser. Dennoch war Teil IV echt super spaßig und hat echt Laune gebracht.@Paul Bearer: So isses…GTA gibts vom Grabbeltisch 😀
[quote=Stanley]
zwei Open World Titel so kurz hintereinander sind dann doch zuviel des Guten.
[/quote]Kauf dir doch erstmal das Spiel, das wesentlich besser ist. Und GTA5 dann, wenn’s billiger wird. 🙂
Schließ mich Walldorf an – hätte zwar tendentiell Lust auf das Game, aber zwei Open World Titel so kurz hintereinander sind dann doch zuviel des Guten.
Ich finde den 3ten Teil besser, aber für so nen parr Dinge, war der 4te echt gut.Allein der im Test erwähnte 2D Abschnitt ,kam so unvermittelt und frisch rüber, dass ich diesen it nem Dauergrinsen gespielt hab.
[quote=Walldorf]
Sorry Deep Silver, aber ich warte lieber darauf.
[/quote]ja und?
saints row hat sowas von nichts mehr mit gta gemeinsam…
Sorry Deep Silver, aber ich warte lieber auf GTA V.