
Meinung
Janina Wintermayr meint: Ich bin hin- und hergerissen: Einerseits gefällt es mir, auf der Xbox 360 am Tag zu spionieren und mich frei von Missionszwängen im Hauptquartier der Terroristen zu bewegen, andererseits vermisse ich ein wenig die klassische Struktur von Splinter Cell. Das bekomme ich wiederum auf aktuellen Konsolen zur Genüge, leider nicht in der schicken Optik der NextGen-Variante. Xbox, PS2 und Gamecube bieten andere Vorzüge: Teamarbeit mit einem KI-Charakter beispielsweise. Die ist spielerisch zwar simpel, sorgt aber für Abwechslung. Auch das Vertrauensfeature finde ich auf den aktuellen Konsolen besser umgesetzt: Statt zweier Sympathiebalken auf der Xbox 360, die Ihr komplett füllen könnt, ohne Konsequenzen zu fürchten, darf der Vertrauenspegel hier nie zu sehr in eine Richtung ausschlagen. Welche Aufgaben Ihr erfüllt, will sorgfältig überlegt sein. Dafür ist die Präsentation der NextGen-Variante über jeden Zweifel erhaben und weckte bei mir ein ums andere Mal Gewissensbisse nach einer fatalen Entscheidung. Splinter Cell-Fans rate ich deshalb zum Kauf beider Varianten, da sich diese spielerisch und inhaltlich deutlich voneinander unterscheiden.
Oliver Schultes meint: Lieber Sam Fisher! Ich kenne und liebe dich jetzt seit drei Jahren, aber die jährlichen Treffen haben unsere Beziehung zur Routine werden lassen. Ich habe das Gefühl, alles von dir zu wissen. Da hilft es auch nicht, dich das erste Mal in HD-Optik zu sehen. Zumal du im NextGen-Outfit nicht durchweg eine gute Figur machst: Ruckler, Tearing und pixelige Bitmap-Hintergründe stehen dir gar nicht gut zu Gesicht. Darüber hinaus finde ich deine Einsätze nicht mehr so inspiriert wie früher – wirst halt auch nicht jünger! Was mir aber richtig sauer aufstößt, ist dein plötzlicher Drang zu mehr Freiheit: Ich will nicht, dass du irgendwann zu einer Gangsta-Kopie verkommst – spiel nicht so viel GTA, dann klappt’s vielleicht wieder mit uns. Bis dahin mache ich eine Beziehungspause!
André Kazmaier meint: Der Volontär muss mit den Oldie-Versionen vorlieb nehmen. Und zunächst wollte es mich nicht so recht packen. Schuld sind vor allem die misslungenen ersten Missionen: Der Gefängnis-Ausbruch ist zwar eine nette Idee, die Umsetzung aber bescheiden – ohne Waffen und Visoren macht Splinter Cell einfach keinen Sinn. Das folgende JBA-Hauptquartier lockt mit offener Missionsstruktur, die dadurch entstehenden Orientierungsprobleme vermiesen mir aber die Laune. Danach geht’s jedoch steil bergauf; der Spielablauf wird wieder linearer und besinnt sich auf seine Stärke: fesselnde Versteckspiele. Gut gefallen hat mir auch die packende Doppelagenten-Story und der klasse Coop-Modus. Optisch am ansprechendsten ist die Xbox-Fassung, auf dem Gamecube ruckelt’s.








