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Ob Ihr gegen eine durchorganisierte Armee antretet oder eine bunt zusammengewürfelte Räuberbande aus dem Dickicht scheucht – der Computer schreibt Euch die Truppen-Aufstellung vor und erläutert mit Dialog-Fenstern die Siegesbedingungen: Ihr sollt einen Schützling ungeschoren durchs Gelände führen, eine feindliche Stellung auseinandernehmen oder Eure versprengten Gefährten zu einem Sammelpunkt lotsen. Gefährlicher als simple “Seek & Destroy”-Einsätze sind Vernichtungs-Gefechte: Nur wenn alle Monster in einem blutroten Pixelschwall verschwunden sind und Euer Feldherr mit heiler Haut davongekommen ist, feiert Ihr einen neuen Sieg. Aber bis Imps, sabbernde Mutanten und Golems durch den Texturen-Straub zu Kreuze kriechen, müßt Ihr die Fieslinge in klassischen Runden-Gefechten ausbooten: Nur wenn Ihr die Terrain-Vorteile nutzt, günstige Stellung bezieht und die Talente Eurer Leute richtig einschätzt, habt Ihr gegen die ausgeschlafene Computer-Übermacht eine Chance. Wer seine Mannen einzeln durchs Gelände hetzt und seine kampfschwachen Heiler ohne Eskorte ins Feld schickt, wird aufgerieben.
Vor allem grafisch nutzt Vandal Hearts die Playstation-Power: In 16-Bit-Strategiespielen seid Ihr durch zweidimensionale Szenarien marschiert und konntet Terrain-Widrigkeiten oft nur durch Datenfenster interpretieren, die Vandal Hearts-Einheiten schlagen sich die Köpfe hingegen vor greifbarer Szenerie ein: Sämtliche Objekte und Geländearten (Brücken, Hügel, Gräben) wurden aus Polygonen aufgeschichtet. Allein Eure Helden und die wüsten Nippon-Biester hat man als traditionelle Anime-Sprites auf der CD abgelegt. Dank 3D-Natur könnt Ihr Größe und Deckungsmöglichkeit einer Konstruktion besser einschätzen als bei den 2D-Klassikern: Ein, zwei Button-Drücke, und das ganze Echtzeit-Gebilde rotiert oder wird aus einem anderen Winkel eingeblendet. Beide Funktionen sind stufenlos einstellbar und zeigen Eure Recken mit ein bißchen Geduld aus der günstigsten Perspektive: Ihr begutachtet die Bewegungsweite Eurer Charaktere, sondiert Geländebesonderheiten wie Schleusen oder Aufzüge und schätzt die gegnerische Kampfstärke ein.
Wer seine Truppe nicht in den ersten paar Zügen aufreiben will, wägt jeden Schritt sorgfältig ab: Kaum habt Ihr einen Hieb ausgeteilt oder einen Pfeil ins Ziel geschickt, antwortet Euer Opfer mit einer Konterattacke. Nur wer noch alle Trefferpunkte beisammen hat, kann einen Nahkampf wagen. Die angeschlagenen Kameraden bauen inzwischen eine Verteidigungslinie auf und halten Heilern sowie Magiern aufdringliche Gegner vom Leib, damit die zauberhaften Kollegen in aller Ruhe Polygon-Zunder geben können.








Eines meiner Lieblings-Strategiespiele! Die Spielmechanik ist ähnlich einfach und genial wie bei den alten X-COM Spielen. “Nur noch schnell eine Runde weiterspielen” 🙂
Bei dem viel kleinteiligeren Vandal Hearts 2 bin ich nur schwer reingekommen und habe irgendwann nicht mehr weitergespielt.
Die Fortsetzung auf PS3 will Auch noch gespielt werden…
Ich kann mich nicht mehr an so viel Details erinnern,aber kam mit dem System gut klar.Auch wenn man keinen kämpfer verliert dann am ende doppelt Exp.kassiert war motivierend.
Aber stimmt mit spielzeit.war fast zuviel.
80h Spielzeit sind aber kein Garant für Spielspaß. Das wird dann oft genug eher zum geschmacksneutralen Dauerlutscher. Und mir hat das alberne Simultan-Zug-Systen Vandal Hearts 2 gründlich verdorben.
Ich habe VH auch als ordentliche RPG Str Kost ohne grosse herausragende Elemente in Erinnerung.
Teil 2 dafür 80h lang mit verschiedenen Enden und interessanten Levelsystem.
ich glaube, es ist fast schon eine Faustregel: Titel, die der gute Robert früher im mittleren 70er-Bereicht eingeordnet hat, werden heute als Kultspiele gefeiert – siehe auch Suikoden 1 und 2!
Ich kann Strategiespiele wie Fire Emblem nicht leiden. Vandal Hearts war eine Ausnahme. Hat mich an den Bildschirm gefesselt.