Wattam – im Test (PS4)

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Schon Katamari ­Damacy, das erste Werk des De­signers Keita Takahashi, war 2004 ein Volltreffer. Dabei ­hatte er laut eigener Aussage bei seinem glorreichen Kugelspaß gar nicht vor, diesen als besonders kreativ oder innovativ in ­Szene zu setzen; vielmehr wollte er einfach nur harmlosen und etwas schrägen Spaß vermitteln. Noby Noby Boy (2009) ging prompt in eine Richtung, die weit weg vom Massengeschmack führte: Ein experimenteller Sandkasten mit einem dehnbaren Wurm­wesen, das ”normale” Konzepte wie Level­ziele und Punkte verschmäht. Seitdem mussten Fans auf sein drittes Werk warten, das erst 2014 angekündigt wurde – und da konnte noch niemand ahnen, dass es noch fünf Jahre bis zur Veröffentlichung dauern sollte. Kurz vor Weihnachten ist ­Wattam nun tatsächlich erschienen und… nett geworden.

”Nett? Das ist doch der kleine Bruder von scheiße”, wird sich vielleicht mancher denken, und auf eigenwillige Art passt das ­sogar zum Spiel: Denn Kot­haufen haben darin gerade in den Anfangsstunden eine relevante Rolle und bleiben auch danach präsent. Tatsächlich entpuppt sich ”Wattam trotz aller Seltsamkeiten als spielerisch relativ normales Knobel-Abenteuer und kann mit seiner sympathisch-eigenwilligen Hülle nur bedingt kaschieren, dass es ansonsten recht leichtgewichtig geraten ist.

Ihr schlüpft in einer anfangs leeren Welt in die Rolle eines grünen Würfels mit Hut und gezeichnetem Gesicht und seid allein. Dann taucht ein Stein auf, mit dem Ihr auf Knopfdruck interagiert, der sich ebenfalls als Lebewesen entpuppt und etwas von Euch will. Erfüllt Ihr die meist eigenwilligen und nur selten anspruchsvollen Aufgaben, kommen weitere Bewohner und entsprechend neue Missionen dazu – so füllt Ihr die Welt und lernt auf verschwurbelte Art, dass Freundschaft etwas ­Tolles ist. Auf dem Weg dahin grüßt Ihr die Geschöpfe, haltet auch mal Händchen, klettert an anderen hoch oder (wenn Ihr der Bürgermeister seid) sprengt Euch und in unmittelbarer Nähe stehende ­Wesen zur allgemeinen Belustigung mit einer Bombe in die Luft. Dabei ist nicht immer ganz klar, was nun eigentlich als Nächstes erledigt werden soll, und die eigenwillige Steuerung piesackt Euch auch mal: Mit dem rechten Stick wechselt Ihr zwischen Charakteren (im Prinzip könnt Ihr jeden spielen, der herumwuselt), während die Kamerakontrolle auf die Schultertasten ausgelagert wurde – komfortabel und präzise ist beides nicht.

Wie viel Spaß einem Wattam macht, hängt letztlich davon ab, ob man auch ohne prickelnde spielerische Elemente einfach mal wieder ein herzliches, im positiven Sinne wirres Erlebnis genießen mag – denn dass Takahashi das wieder gut hinbekommen hat, steht außer Frage.

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Lächelnde Kackhaufen… Und ich dachte, ich hätte nach den „Kackschlangen“ aus Blue Dragon (Xbox 360) alles gesehen. :O