Kinect Sports: Season Two – im Test (360)

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Für das zweite Kinect Sports bekam Rare als Unterstützung die kanadischen Big Park Studios (Kinect Joy Ride) zur Seite gestellt – doch der Grund erschließt sich uns nicht. Denn wie beim Erstling finden sich auch diesmal ein halbes Dutzend Sportarten auf der DVD, die mehrheitlich nicht sonderlich komplex ausfallen.

Deutlich wird das etwa beim Tennis, bei dem die Sportler wie in Nintendos Wii Sports automatisch laufen und Ihr nur Schlagbewegungen ausführt: Das funktioniert ordentlich, Ihr habt aber gefühlt nur begrenzt Einfluss auf die Flugrichtung, die Animation der Charaktere wirkt hier häufig ungelenk und zappelig. Auch auf dem Golfplatz vermisst Ihr Feinheiten bei der Steuerung im Vergleich zum Nintendo-Rivalen, zudem hätten es ruhig mehr als nur neun Löcher sein dürfen.

Flotter geht es beim Skifahren zu, hier absolviert Ihr auf drei Pisten Abfahrten gegen einen Rivalen und müsst das Risiko abwägen: Lieber in die Hocke gehen und schneller sein, aber dafür Gefahr laufen, durch die geringere Beweglichkeit auch mal ein Tor zu verpassen? Ein ruhiges Händchen braucht Ihr beim Darts: Hier kommt ausnahmsweise spürbar zur Geltung, dass Kinect auch feinere Bewegungen registrieren kann, wenn Ihr per Zielkreuz die Felder anpeilt, bevor Ihr den Wurf ausführt.

Den Abschluss bilden zwei ur-amerikanische Sportarten: Im anstrengenden Football übernehmt Ihr die Offensive, werft Pässe und nehmt zum Sprint die Beine in die Hand. Unverständlich bleibt jedoch, wieso die Entwickler fast jeglichen Anspruch kappten, denn im Angriff stehen lediglich sechs Spielzüge (kein einziger davon mit Laufspiel) zur Wahl und selbst bei Zweispieler-Duellen fallen Abwehraufgaben komplett weg. Am durchdachtesten geriet Baseball, hier wurde ein intelligenter Kompromiss aus Komplexität und Zugänglichkeit gefunden: Als Werfer bestimmt Ihr Flugkurve und Tempo des Balls und müsst beim Fangen Reaktionsschnelligkeit beweisen. Steht Ihr am Schlagmal, ist Timing beim Schwung gefragt und hin und wieder ein flotter Sprint, um das rettende Mal zu erreichen. Allen Sportarten gemeinsam ist, dass Ihr kleinere Aspekte davon, z.B. ein Einspruch beim Tennis, alternativ auch per Sprachkommando ausführen könnt.

Mit jeder Partie sammelt Ihr Erfahrungspunkte, die aber außer einem symbolischen Ranganstieg keine weitere Funktion erfüllen. Auch sonst geizt Kinect Sports: Season Two mit einem Rahmenprogramm: Lediglich ein in der Regel nicht sonderlich einfallsreiches Gimmick-Minispiel pro Sportart (außer beim Football, das leer ausgeht) steht zur Wahl, ansonsten sind nur einzelne Matches off- oder online möglich.

+ interessante Sportarten-Mischung
+ vor allem akustische Inszenierung wieder prima gelungen
+ Steuerung funktioniert überwiegend gut
+ speziell Darts überzeugt mit feinfühliger Kontrolle

– Umfang noch knapper als bei Teil 1
– wieder keinerlei Karriere, dafür noch weniger Spaß-Minispiele
– einige Disziplinen arg simpel umgesetzt

Ulrich Steppberger meint: Season Two ist ein kompetenter Nachfolger und dürfte Fans des ersten Teils sicherlich wieder gefallen – doch kann das der richtige Anspruch für die Entwickler sein? Wer sich eine Steigerung erwartet hat, wird enttäuscht: Das Disziplinen-Gemisch zeigt Licht (Darts und Baseball) und Schatten (besonders Tennis geriet arg simpel). Bei der Steuerung kommt Ihr in der Regel mit grobmotorischen Gesten aus, feinfühlige Aktionen sind kaum gefragt. Vor allem, dass der Umfang der Nebenschäftigungen abgespeckt wurde, ist unverständlich. In Sachen Präsentation blieb alles beim Alten: Die Mischung aus harmlos-sympathischer Avatar-Optik und zu passenden Momenten angespielten Songschnipseln sorgt durchaus für gute Stimmung, gleicht dem Vorgänger aber wie ein Ei dem anderen. Wer neuen Kinect-Sport sucht, macht hier also nichts falsch, doch der Vorgänger bot unter dem Strich das unterhaltsamere Sortiment.

Unterhaltsame Sportartensammlung für Kinect, die trotz teils einfallsreich umgesetzter Disziplinen nicht an den Vorgänger heran reicht.

Singleplayer72
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