Willkommen in der Realität.

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  • #897403
    Anonym
    Inaktiv

    Nach all den wuuuuuuunderbaren Shootern der E3 und den Megasellern CoD und Battlefield sollte man eine gesunde Distanz zu achso geilen Waffen, Krieg und Töten bewahren.

    #932254
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Einer der Gründe, warum ich eh nicht auf die Inszenierung echter Kriege stehe. CoD liegt mir wegen des teilweisen Hurrapatriotismus und der Krieg ist geil Mentalität auch nicht. Da sind sogar Halo und Killzone kritischer.
    Der Mehrheit wird´s aber ziemlich sicher egal sein.

    #932255
    Anonym
    Gast

    zocker verdrängen diese realen aspekte ihres hobbys leider viel zu gerne. denn zocken ist für viele eigentlich eine art von selbsttherapie, für zocker von gewaltbasierten videospielen geht es um aggressions und frustabbau der nur sekundär mit der wirklichkeit in zusammenhang gesetzt wird.
    dass eben solche menschen gerne von instrumentalisierungsmaschinen (z.b. armeen) abgegriffen werden und dann ihre erspielten fähigkeiten in reales leiden umsetzen, wird gerne ignoriert oder bleibt einfach unbewußt. es ist dies der tiefste abgrund der videospielindustrie.

    #932256
    Disco VictimDisco Victim
    Teilnehmer

    Da hat meiner Meinung nach auch die US-Regierung ihre Finger mit ihm Spiel, genauso wie bei Filmen. Wenn man den Film Surrogates anschaut kommt eine kurze Szene wo die US Armee in einem steinigen Wüstengebiet eine Operation durchführt… der Film spielt in der Zukunft und trotzdem wird immer noch gegen den mittleren Osten gekämpft, die Idee stammt ganz gewiss nicht vom Autor/ Produzenten selber. In meinen Augen typische US-Regierungspropaganda, soll quasi Zukunfts- Realität suggerieren- schaut her wie fortschrittlich wir sein werden während der mittlere Osten immer noch keine Daseinberechtigung geschweige denn Fortschritt aufweist.
    Ist euch auch schon mal in den Sinn gekommen das die Kriegsshooter vielleicht auch von der Waffenindustie gesponsort wird? Dauerwerbung für Waffen sozusagen.
    Mir fällt spontan kein Kriegsshooter ein der in Europa erfunden wurde….

    #932257
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Battlefield 1942, 2142, Modern Comabt, Bad Company und Bad Company 2, diverse Flugsimulationen mit militärischem Hintergrund, etwa THX oder Tornado in den neunzigern, Operation Flashpoint, Armed Assault, Flashpoint 2…
    Der Unterschied liegt oft darin, dass europäische Spiele das Geschehen praktisch nie so positiv und mit dieser Töten ist geil Mentalität umsetzen, wie sie in US-Produktionen nur allzu oft zu sehen ist. Abgesehen davon stürzen sich europäische Entwickler viel lieber in fiktive Szenarien. So manches US-Spiel der Achtziger und Neunziger hat sogar extra für den Europarelease ein reales gegen ein sehr ähnliches fiktives Szenario ausgetauscht.

    #932258
    Anonym
    Inaktiv

    Ich selbst spiele eigentlich recht oft Games mit derber Thematik und Brutalität in Games ist mittlerweile so selbstverständlich wie der Abspann. Wer sich selbst als einigermaßen aufgeklärten und empathiefähigen Erwachsenen wahrnimmt, kann von mir aus auch zocken, was die Brieftasche hergibt. Mir fliegen nur die Sicherungen raus, wenn sich verkümmerte Seelen ins Bildschirmgeschehen hineinsteigern bis sie nicht mehr merken, wo das “Entertainment” (‘tschuldigung…) aufhört. Aber wo geht die Verehrung los und wo artet die Sache in Unterwerfung aus? Sind die Millionen Metal Gear Solid-Fans (wie ich) krank im Kopf, weil sie die Serie vergöttern? CoD-Freaks, die sich die Bude mit Softairwaffen ausstaffieren?
    Die Steigerungen der Gewalt in Games werden immer krasser. Doom, Resident Evil, Turok 2, Soldier of Fortune 2, Postal 2, Hitman, GTA San Andreas, GTA IV, Call Of Duty, Gears of War, Condemned und so weiter.
    Aber: gerade wenn seit einiger Zeit zockt wie unsereins weiss, was sich in den letzten Jahren getan hat und vor allem wie tolerant unser Jugendschutz ist. Ein Assassin’s Creed oder Red Dead Redemption wären früher schnurstracks auf dem Index gelandet.
    Ich will nicht wieder auf den United States of Awesome herumhacken aber es wundert mich doch sehr, wie scheinbar nutzlos der dortige Jugendschutz ist, wenn man überlegt, auf welche Typen man im PSN/XBL trifft. Manche können sich selbst die Schuhe nicht zubinden, sind aber mit lautstarker Begeisterung beim blutigsten 18er-Geschlachte dabei.

    Übrigens, wer’s noch nicht kennt: Jacob, get off the Xbox.

    #932259
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Das ist allgemein so ein Punkt. Im Prinzip stört´s mich nicht, wenn irgendwer unbedingt ein reales Szenario durchzocken will oder CoD Fan ist, der häufige Mangel an Reflexion allerdings schon eher.
    Ich interessiere mich sogar für Militärtechnik, aber eher weil ich es einfach heftig finde, was eine Suchoi 35, ein Leopard 2 oder auch ein UH Tiger leisten können, von der technischen und technisch machbaren Seite, weniger, weil ich so scharf darauf bin, die Dinger im Einsatz zu sehen.
    Noch schlimmer sind aus meiner Sicht Beispiele wie das oben. Shooter gehören aus verschiedenen Gründen nicht in Kinderhände, aber wenn ich Kinder ständig mit Gewalt abfüttere muss ich mich nicht wundern, wenn sich das in Form eines Soziopathen rächt. Das gilt nicht nur heutzutage, aber gerade in unserem unendlichen Medienkonsum sollte man sich eigentlich etwas mehr Gedanken darum machen, was konsumiert wird.

    Nebenbei, das gilt nicht nur für die Darstellung physischer Gewalt, der teilweise ziemlich brachiale Psychoterror, der bei DSDS, Germanys next Crapmodel und anderen Realityformaten ausgeübt wird wird ja auch gesellschaftlich gefeiert, ohne an eventuelle Folgen zu denken. Das ist ganz sicher kein Stück besser, wird aber weitgehend ignoriert.

    #932260
    Anonym
    Gast

    leute wenn ich mir eure posts so durchlese fällt mir auf, dass auch wenn ihr das problematische an der sache seht, ihr ganz schnell anfangt mit dem finger auf andere zu zeigen und zu relativieren in dem u. a. auf primitive fernsehformate verwiesen wird. wir selbst sind aber die ursachen des übels,(machtdefizite die sich in einem interesse an militärtechnik manifestieren z.b.) solange wir nicht anfangen in uns selbst nach den ursachen für den wunsch nach gewalt zu suchen wird das medium videospiele noch viele jahre in den kinderschuhen bleiben. problematisch ist dass die verhaltensweisen die wir in videospielen lernen nicht in die realität zu übertragen sind, das also kinder die mit diesem shit aufwachsen mehr konflikte in der gesellschaft haben werden als kinder mit wenig oder keinem kontakt zu videospielen. letzten endes ernten wir was wir säen und wenn wir als langjährige zocker nicht auch mal selbstkritisch entwicklungen hinterfragen halten wir kein kultur- sondern reines konsumgut in unseren händen das bis auf reine zeitverschwendung keinen echten mehrwert bietet.

    #932261
    SaldekSaldek
    Teilnehmer

    Das ist ein schwieriges Thema. Erst beim letzten Video, bei dem nicht nur Zivilisten ermordet wurden bzw später auch die Helfer, sondern die Soldaten auch noch hämisch lachten, als ein US Militärfahrzeug die toten Zivilisten überrollte musste ich sofort an CoD denken.

    Insbesondere die US-Gesellschaft scheint mir extrem unreflektiert. Schon in der Schule werden alle mit Hurra-Patriotismus erzogen. Man sollte Videospiele allein nicht für solche Szenen wie oben verantwortlich machen. Ich glaube nicht einmal dass es sich hier um ein “neues” Problem handelt. Im Gegenteil, derartige Verhaltensweisen und Verbrechen waren in früheren Kriegen (und da kann man Jahrtausende zurückgehen) wahrscheinlich noch viel häufiger und brutaler. Ganz ohne digitale games.

    Trotzdem sind Spiele natürlich auch ein Teil des Puzzles. Warum haben wir Spaß in Mad World Leuten die Arme abzusägen? Was ist der Reiz, wenn bei Naughty Bear ein verletzter, winselnder und flüchtender Bär mit ner Schrotflinte in den Rücken geschossen wird? Militarismus und Gewalt steckt mehr oder weniger in uns drin. Der Hauptteil davon ist gesellschaftlich konditioniert. Aber dafür können wir nichts. Wir können’s nur erkennen und versuchen Schritt für Schritt, mit jeder Generation besser zu machen.

    Einige Menschen fühlen wohl Macht wenn sie z.B. in CoD bei einer realistischen S/W Kamera Bodenziele ausschalten dürfen. Die Frage ist: machen games militaristisch bzw fördern sie den Spaß an der Gewalt oder sind sie eher ein Mittel diese Triebe auszuleben? Ich glaube beides. Erst möchte man ausleben und zockt, aber während des Spielens wird natürlich auch gleichzeitig das kranke Ego befriedigt (das von Natur aus krank ist) und somit gestärkt.

    #932262
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    @Hodensackus: Gewalt macht einen gewissen Teil des menschlichen Wesens aus, wir sind von Haus aus keine Friede Freude Eierkuchen Lebewesen. Das ist soweit erst mal normal und den Part finde ich auch nicht mal so tragisch. Die Frage ist, wie geht man mit dem eigenen Hang zu Gewalt um? Lebt man sie im wahren Leben einfach aus und steigert sich auch noch hinein (z.B. Hooligans), reflektiert man allgemein, zieht sich ggf. eigene Grenzen in dem man etwa künstliche Gewalt konsumiert, tobt man sich einzig und allein beim Sport aus (Stichwort WettKAMPF), stürzt man sich wie besessen auf Waffen usw.

    Dazu kommt noch die Art der Gewalt, physisch oder psyschische, letztere kommt nunmal in Castingshows gegen echte Menschen oft genug zum Zuge, während Spiele völlig auf virtuelle Gewalt setzen.
    Da ich selbst ein Kind habe ist für mich die Frage, was ich meine Tochter sehen oder spielen lasse, wieviel ich ihr erklären kann oder auch muss und wo ich Grenzen setze auch ein entscheidender Punkt.

    Allzu einfach mache ich es mir bei dem Thema nicht, dass man aber künstliche Gewalt in Spielen sehr kritisch sieht, die Gesellschaft den Psychoterror vieler TV-Realityformate aber blind akzeptiert finde ich trotzdem ernsthaft bedenklich. Nicht mal wegen der kritischen Betrachtung von Film und Spiel sondern wegen der völlig unreflektierten Betrachtung einiger anderer Formate.

    #932263
    Anonym
    Gast

    carot genau das meinte ich doch du ziehst vergleiche zu anderen medien, dadurch relativierst du die bedeutung von gewalt in videospielen. im prinzip sagst du “ja, das gibt es, aber schaut mal was die und die machen” wir sind hier in nem videospielforum und nicht bei rtl2 daher ist es unerheblich was da passiert. da wir profis in sachen videospiele sind sollten wir uns in der diskussion auch darauf beschränken und nicht die bedeutung hervorheben dass es auch noch schlimmer geht. ich finde es gibt mehr als genug gründe verschiedene spiele sehr kritisch zu sehen und dabei bin ich weder moralapostel noch verharmloser. ich selbst habe auch spass an sehr grenzwertigen spielen doch bin ich mir im klaren dass das mit persönlichen defiziten in verbindung stehen muss und suche die schuld dafür nicht bei anderen. diese ehrlichkeit vermisse ich in der diskussion.

    ich habe mich in meiner allgemeinen kritik im feedbackforum aber eigentlich schon zur genüge darüber ausgelassen…

    #932264
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Wie möchtest du das Thema denn objektiv betrachten, ohne andere Medien heranzuziehen oder eben das reale Leben. Eine objektive Bewertung bräuchte auch Vergleichswerte.
    Abgesehen davon verstehe ich auch nicht, warum das unbedingt mit persönlichen Defiziten in Verbindung stehen muss. Immerhin scheint es unter den Brutalogameszockern hier kaum besonders gewalttätige Individuen zu geben. Gut, es würde auch keiner zugeben, wenn er seine Frau verprügelt, aber allgemein weisst alleine schon der verhältnismäßig friedliche Tonfall darauf hin.

    Menschen haben nunmal von Haus aus ein nicht gerade geringes Aggressionspotential, wozu sich ggf. auch noch soziale Prägung und Erziehung addieren. Das zeigt sich doch alleine schon daran, dass es z.B. kaum irgendwelche firedlichen Naturvölkchen gab oder gibt, die einem manch gutmenschlicher Zeitgenosse jahrzehntelang einreden wollte. Stattdessen findet man selbst in urtypischen und noch weitgehend isolierten “Urzivilisationen” allzu oft Kämpfe, Kriege oder gar Vernichtungsfeldzüge.
    Selbst bei gewaltloser Erziehung zeigten Menschen bisher immer ein gewisses Aggressionspotential…
    Vllt. sollte man die eigene Gewaltbereitschaft erst mal akzepieren statt sie zu ignorieren oder zu unterdrücken, dann kann man auch daran arbeiten.
    Zum Thema Videospiele und Gewalt: Da sie Teil des menschlichen Wesens ist findet man sie selbst bei Super Mario oder Kirby. Gegner werden gefressen, geschlagen, man springt ihnen auf den Kopf etc. pp., andere Spiele dagegen zeigen Gewalt weit expliziter und rücksichtsloser, etwa wenn man bei Modern Warfare 2 auf Zivilisten schießen darf oder Kratos Köpfe abreißt und Augen in den Schädel drückt. Und man hat mal mehr, mal weniger Spaß dabei. Der Hauptunterschied zu anderen Medien ist hier primär die Interaktivität. Fakt ist aber, dass ich an realer Gewalt überhaupt keinen Spaß habe, im Gegenteil.

    Die Frage an diesem Punkt ist, macht das insbesondere gewalthaltige Videospiele zum Abbau- und Trainingsobjekt niederer Instinkte oder ist dies vllt. sogar eine je nach Nutzer besonders zivilisierte Art, mit einem Trieb, Wesenszug oder wie auch immer man es nennen will umzugehen?

    Ein Punkt nebenbei, so einige Spiele in letzter Zeit, unter anderem die genannten Kandidaten God of War 3 und Modern Warfare 2 übertreiben es aus meiner Sicht in einigen Momenten definitiv mit der Gewaltdarstellung.

    #932265
    Anonym
    Gast
    #932266
    Anonym
    Inaktiv

    SuperBrot 007’s Thread “Medal of Honor Beta” hat mich neugierig gemacht, weshalb ich mir mal ein paar Vids angesehen habe. Als ich aber “Taliban” und “Kabul City Ruins” las, tendierte mein Interesse schon wieder gegen Null. Wenn man Schockierendes nur um des schockierens Willen so inszeniert, dann ist dieses Produkt für mich uninteressant. Sicher kann man ein Spiel schlecht nach Trailern und Betas vorverurteilen aber es setzt sich langsam der Trend durch “CoD ist kaltschnäutzig und roh? Wir auch, aber hoch drei!”. Meine Wahl im Oktober und November… Black Ops? MoH? Gran Turismo 5!

    #932267
    xisusxxisusx
    Teilnehmer

    der junge 22jährige US-Soldat der überhaupt erst die Veröffentlichung dieses ´oben gezeigten´ Videos ermöglicht hat, wird als Belohnung dafür vor ein US-Militärgericht gestellt.

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