Finanziert unser Hobby die Waffenindustrie?!?

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  • #900768
    rusokorusoko
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    Was in der aktuellen Maniac nur eine Randnotiz ist (Seite 12 “Keine Kohle für Knarren”), hat mich etwas nachdenklich gemacht. Hier wird kurz erwähnt, dass EA nun kein Geld mehr für die Verwendung von Waffen in Games zählen möchte.

    Das bedeutet, dass in der Vergangenheit Geld an die Waffenindustrie geflossen ist. Aber wo kam dieses Geld her? Natürlich aus den Verkäufen der entsprechenden Games. Also habe ich, indirekt und unwissend, durch Kauf des entsprechenden Games auch die Waffenindustrie unterstützt.

    Diese Erkenntnis hat bei mir einen fahlen Nachgeschmack hinterlassen. Provokant formuliert: sind am Ende “Killerspiele” tatsächlich Killerspiele?

    Hätte ich mir diese Games gekauft, wenn ich davon gewusst hätte? Definitiv nein.

    Ich würde einen ausführlichen Bericht der Maniac begrüßen. Welche Entwickler / Publisher zahlen auch solche Gelder? Welche Spiele sind betroffen? Bei aktuellen Tests würde ich mir einen entsprechenden Hinweis wünschen, sofern solch eine Information überhaupt verfügbar ist.

    Oder mache ich mir einfach zu viele Gedanken? Ist das alles eigentlich total egal? Mich würde interessieren, was ihr darüber denkt.

    #1140994
    BoushhBoushh
    Teilnehmer

    Steuern zahlen, im heutigen NATO- Deutschland, finanziert die Waffenindustrie um ein vielfaches mehr als irgendwelche Lizenzeinnahmen aus Softwareverkäufen.
    Schonmal drüber nachgedacht?

    #1140995
    rusokorusoko
    Teilnehmer

    Der Vergleich hinkt. Steuerzahlen ist Pflicht, solche Games zu kaufen aber nicht.

    #1140996
    BoushhBoushh
    Teilnehmer
    rusoko wrote:

    Der Vergleich hinkt. Steuerzahlen ist Pflicht, solche Games zu kaufen aber nicht.

    Stimmt, man könnte als Souverän aber auch seinen Arsch vom Sofa erheben um ein wenig zu Demonstrieren. Das ist im Prinzip das Gleiche. Aktiver Protest und Protest durch Konsumverzicht als Mittel zum Zweck.

    Edit: Ich werde mich ab jetzt aus diesem Thread heraushalten. Das ist ein Thema das sämtliche politische Emotionen bei mir hochkochen lässt. Da ist es besser wenn ich mich Hintergrund halte. ;-)

    #1140997
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Gewalt gehört mMn nur in Games, Filme, Literatur und Kunst. (Kampfsportarten mal ausgenommen). Als wir in der Schweiz für ein Waffenexportverbot abgestimmt haben, da war ich dafür. Waffen existieren nur aus einem Grund, zu töten. Waffenfabrikanten weisen ja gerne den Schwarzen Peter von sich, sie drücken ja nicht ab.
    Fakt ist aber, je mehr Waffen in einem Land verbreitet sind, desto höher ist die Anzahl an tödlichen Ausgängen bei Konflikten, bei denen Gewalt zum Einsatz kommt. Ein weiterer Punkt ist die latente Gewalt in den Häusern und Wohnungen, die durch das Vorhandensein einer Waffe, billigend in Kauf genommen wird, was sich in laschen Gesetzgebungen niederschlägt. Ich rede hier von der Schweiz. Von Amerika fange ich gar nicht erst an.
    Das Gamehersteller Lizenzgebühren für virtuelle Waffenreplika in Games bezahlen, finde ich gelinde gesagt skandalös. Ich hätte diesen kurzen Kommentar dazu vielleicht sogar überlesen, darum danke für diesen Hinweis, Rusoko.
    Viele Menschen leben also in einem ständigen Klima der Bedrohung durch Waffengewalt. Und jedes Opfer ist eines zuviel. Die Waffenlobby argumentiert immer zweierlei, nämlich, dass wenn keine Schusswaffen zum Einsatz kommen, halt auf Messer und dergleichen ausgewichen wird. Die andere Schiene der Argumentation geht Richtung Freiheitsrechte usw. Wie wenn es ein Menschenrecht wäre, eine Waffe zu besitzen.
    Zu erstem Punkt lässt sich sagen, dass die meisten Gewaltdelikte im Affekt passieren und es leichter ist einen Abzug zu drücken, als jemanden niederzustechen. Wie schnell drückt man beispielsweise bei einer unbedachten Äusserung auf FB und Twitter auf die Bestätigungstaste aufgrund eines emotional erregten Gemüts. Gefährliche Situationen, können entschärft werden, wenn der Täter es nicht allzu leicht hat, sein Opfer zu schädigen. Sicher wird nicht in jedem Fall die Tat dadurch verhindert, aber wie gesagt halt doch minimiert. Die latente Gefahr die von Waffen ausgeht, richtet ebenso grossen Schaden in der Psyche der Betroffenen an und wird gerne unter den Tisch gekehrt. Ich kenne Haushalte, wos familiäre Gewalt gab, ich weiss also wovon ich spreche.
    Freiheitsrechte sollten auch nicht uneingeschränkt gelten, denn der Mensch beweist immer wieder, sobald er rechtsfreien Raum betritt, sprich Gesetze ihn nicht mehr hindern können, wozu er imstande ist. (siehe dazu Vandalismus bei Fussballspielen, 1.Mai Demos usw.)
    Die Sicherheit der Bürger ist in diesem Fall eindeutig höher zu gewichten. Dafür müsste es mehr Meinungsäusserungsfreiheiten geben, auch wenn man dann Sachen hört, die man nicht hören will, z.B. Rechtsextreme, linke Ultras, Hassprediger usw.
    Mir ist es lieber, man hat diese ganzen Extremisten im Blickfeld und zwingt sie nicht in den Untergrund. Dann lieber eine Propagandazeitung als Gewaltakte wie z.B. die Morde an türkischen und griechischen Gastronomiebetreibern in Deutschland ertragen. Mit Dialog und Aufklärung erreicht man in dem Fall sicher mehr, als mit Beschneidung der Meinungsäusserungs-Freiheit.
    Waffen hingegen haben einfach nichts in den Händen von Zivilisten und auch in sehr vielen Staaten, überall wo Repression von Oben herrscht verloren. Es gibt genügend gute Beispiele von Ländern, die eine restriktive Waffengesetzgebung haben. Ich will auch gar nicht einem Jäger sein Jagdgewehr wegnehmen, nur sollte hier eben auch genau hingeschaut werden, wir so eine Waffe kriegt.
    Pistolen, Halb- und Vollautomatische Schusswaffen hingegen gehören verboten.
    Die Polizei könnte auch mit besserem Beispiel vorangehen und vermehrt Taser statt Schusswaffen einsetzen. Mit Schusswaffen auf Diebe zu schiessen, ist einfach nicht zeitgemäss. Der Wilde Westen ist eigentlich vorbei.
    Interessant ist, wie wenig gelernt wird aus solch Massakern wie zuletzt an der Sandy Hook Elementary School in den USA. Hier werden Stimmen laut, die eine Bewaffnung der Lehrer fordern. Ich nehme zurück, was ich oben geschrieben habe, der Wilde Westen lebt.
    Ein weiterer Gesetzesartikel in den USA, der quasi einen Freibrief für den kleinen Heimmörder darstellt, ist der Stay your Ground Artikel. In mehreren Fällen wurden Täter nicht belangt, obwohl der Schusswaffengebrauch nachweislich nicht angemessen war, einfach weil diese halt zur falschen Zeit am falschen Ort waren. (Hier gibt es ein krasses Beispiel von einem Nachtschwärmer, der so besoffen war, dass er sich im Haus geirrt hatte und einfach erschossen wurde.
    Solche Beispiele zeigen, dass der Umgang mit Waffen einfach kein Mainstream ist und sein darf.
    Um zu Rusokos Eingangsfrage zurückzukommen, Waffenhersteller durch Spiele zu subventionieren ist echt das Allerletzte und ich bin mir sicher, dass kaum ein Elternteil, dass seinem Kind ein entsprechendes Spiel kauft, von diesem Umstand weiss. Hier muss maximale Transparenz herrschen. Gamehersteller sollten das auf die Verpackung drucken müssen. Dann kann der mündige Bürger selber entscheiden, ob er mit seinem Geld einen Waffenfabrikanten unterstützen will oder nicht. Das das publik wurde, war sicher nicht im Interesse der Hersteller und Publisher, sonst würden sie ja gezielt mit einer offiziellen Lizenz werben, wie es in Sportspielen gang und gäbe ist.
    Aber wie ich das sehe gibts leider immer noch zuviele Sesselpupser, die sich von Lobbyisten schmieren lassen, um eine solche Gesetzgebung zu verhindern.
    Dieses Thema gehört meiner Auffassung nach definitiv in einem seriösen Magazin diskutiert. Weil eins, da sind wir uns sicher alle einig, dass niemand von uns möchte, dass jemand durch unser Hobby zu Schaden kommt.

    Edit: Firmen, die beteiligt sind bei der Herstellung von Konsolen sollten auch mal durchleuchtet werden, also auch ein Thema fürs Mag. Foxconn und Co sind nämlich auch keine Kuschelfirmen.

    #1140998
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Um das mal kurz zu fassen, jepp, Deutschland ist in der NATO. Das ist auch gar nicht schlimm, schlimm ist nur, dass UN, NATO usw. eigentlich nur dann den Arsch hoch kriegen, wenn´s um Kohle geht.

    Zweitens, wer Spiele kauft tut damit etwas für die deutsche Wirtschaft. Ein Großteil der lizensierten Waffen und Waffensysteme stammt schließlich von Firmen wie Heckler&Koch, Kraus-Maffei-Wegmann usw., das ist doch toll.
    Aupßerdem ist es prima Werbung für unsere florierende Waffenindustrie, kommt also gerade auch der deutschen Wirtschaft zu Gute.

    Serious: Es gibt genug andere Baustellen, Lizenzgebühren für Waffen sind vllt. etwas, an dem sich manch einer stößt, was einen aber je nach Spielegeschmack nicht mal zu stören braucht, weil man es ggf. automatisch boykottiert.

    Ich möchte aber z.B. mal den sehen, der wegen der Umweltverschmutzung z.B. in Nigeria sein Auto boykottiert, wegen Uran-Tagebau (u.a. natürlich auch in Afrika) Strom boykottiert oder selbiges wegen der Umweltverschmutzung in Russland, der Elektronik wegen der miesen Arbeitsbedingungen boykottiert und sämtliche Kleidung, die in China, Indien, Banghladesch oder Vietnam unter den letzten Arbeitsbedingungen gefertigt wird.

    Soll heißen, man ist da sehr oft extrem selektiv. Finanzieren wird man die Waffenindustrie durch solche Lizenzzahlungen sicher nicht. Da laufen regelmäßig Milliardendeals, schönes Beispiel ist die wiederholte Ausschreibung eines neuen Sturmgewehrs für die US-Armee, an dem mit Heckler und Koch sowie FN vor allem europäische Hersteller beteiligt waren.
    Die nehmen ein paar Lizenzeuros vllt. noch dankend mit, mehr aber auch nicht.

    #1140999
    ChrisKongChrisKong
    Teilnehmer

    Klar wird die Waffenindustrie nicht von solchen Lizenzgebühren finanziert. Und ebenso klar ist, dass wir vieles konsumieren, was anderen auch zum Nachteil gereicht. Aber am Anfang steht immer, den Missstand erst mal aufzudecken. Wenn man nicht mal davon weiss, dann geht gar nichts. In einem weiteren Schritt gilt es dann die Politik zu bemühen, entsprechende Gesetze zu erlassen und Aufklärungsarbeit zu leisten.
    Stelle das bei mir selber fest, ich werde zwar nicht alle guten Vorsätze einhalten können, denn der Geist ist Schwach und das Fleisch ist billig, oder so ;-), aber wenn jeder nur ein klein wenig sich bemüht, dann könnte diese Welt ein soviel besserer Ort sein.
    Persönlich schaue ich, regionale Lebensmittelproduzenten beim Einkauf zu berücksichtigen, saisonal einzukaufen (Erdbeeren im Winter aus dem Ausland zu kaufen, ist wirklich total schwachsinnig) und mich selbst immer wieder in Frage zu stellen. Denn besser machen kann mans immer.
    Von heut auf morgen wird sich nicht viel ändern, aber das ist doch kein Grund, immer jeden bekannten Missstand in der Gesellschaft zu akzeptieren.
    Die Industrie bewegt sich nur, wenn man sie beim Geldbeutel trifft.
    Insofern kann hier jeder seinen Beitrag leisten und sei es auch nur im kleinen.
    Auch wenns ein Kampf gegen Windmühlen ist, so darf man solche Sachen ruhig thematisieren, denn schliesslich muss unser Vergnügen nicht zwingend mit dem Leid anderer erkauft werden.

    #1141000
    Anonym
    Inaktiv

    .-.

    #1141001
    Anonym
    Inaktiv

    .-.

    #1141002
    Anonym
    Inaktiv

    13 Chorusse für den göttlichen Marquis
    aus R.A.Wilsons Coincidance

    http://www.deepleafproductions.com/wilsonlibrary/texts/raw-marquis.html

    #1141003
    rusokorusoko
    Teilnehmer

    Natürlich kann man sagen, dass es tausend andere und viel wichtigere Probleme gibt, und dass das eigene Konsumverhalten eh nichts ändern wird.
    Genau solche Gedanken (zugespitzt: Ausreden) führen jedoch leider dazu, dass man letzten Endes alles als gegeben hinnimmt und man sich meines Erachtens nicht kritisch genug mit seinem eigenen Konsumverhalten auseinander setzt.

    #1141004
    LofwyrLofwyr
    Teilnehmer

    Dann spielt halt Halo.

    #1141005
    rusokorusoko
    Teilnehmer

    @Aeon: Ich verstehe dein Post nicht… Dabei habe ich schon das ein oder andere Buch von Sade gelesen. Brauche wohl noch mehr Kaffee ;)

    @ChrisKong
    : Ich mag deine Einstellung! Auch ein kleiner Schritt ist ein Schritt :)

    #1141006
    captain carotcaptain carot
    Teilnehmer

    Falsch. Man hätte sich vllt. vorher denken können, das “echte” Waffen im Gegensatz zu fiktiven Schießprügeln wie die allermeisten Waffen bei Crysis, Knarren von FEAR oder eben Halo lizensiert sind.

    So wie X andere Sachen auch.

    Ebenso war in der Maniac/M! Games über die Jahre bei diversen Titeln zu lesen, dass eng mit dem Militär zusammengearbeitet wird. U.a. eben bei Titeln wie CoD, MoH oder Battlefield. Überraschung!

    Waffen für Filme fallen vermutlich auch nicht einfach so vom Himmel. Ich bin da zwar nicht ganz sicher, aber die Wahrscheinlichkeit erscheint mir doch sehr gering.

    Böse Menschen behaupten sogar, dass etwa das US-Militär recht eng mit Hollywood zusammenarbeitet.

    Erschreckend ist eher dieser selektive Pazifismus. Das ist doch ein bisschen so wie gegen Walfang sein und im Chinarestaurant Heifischflossensuppe essen.

    #1141007
    RonynRonyn
    Teilnehmer

    Heilfisch, carot!

    Betrifft das auch Waffen in FPS, die im völlig unberührten Gebiet WKII terminiert sind, wie MoH?
    Werden MP40 auch heute noch verkauft und lizensiert?
    Opa erzählt vom Kriege und ich kaufe eine Luger?

    Lofwyr wrote:

    Dann spielt halt Halo.

    Das du Halo spielst gibt dir keinen Heiligenschein.

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