Kommentar zur Berichterstattung nach dem Amoklauf in Winnenden

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Wer in den letzten beiden Tagen den Fernseher eingeschaltet hat, kam nicht umhin, vom Amoklauf des 17jährigen Tim K. an der Albertville-Realschule im Baden-Württembergischen Winnenden zu erfahren. 16 Menschen einschließlich seiner selbst hat er mit Schusswaffen getötet, die aus der Sammlung des Vaters stammten.
Dieses tragische Ereignis erschüttert die Nation, Fassungslosigkeit macht sich breit. Und einmal mehr wird hitzig über das Motiv des Täters debattiert, um das Unbegreifliche nachvollziehbar zu machen. Nur logisch, dass neben dem sozialen Umfeld und der Persönlichkeitsstruktur auch das Freizeitverhalten unter die Lupe genommen wird. Dabei gerieten bei vergleichbaren Taten in der Vergangenheit Computerspiele und Horrorvideos regelmäßig ins Zentrum der Kritik, auch traten nach der Schulschießerei 2006 in Emsdetten strengere Gesetze zur Regelung des Waffenbesitzes in Kraft.

Ich verfolge die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam und glaube, eine interessante Veränderung festzustellen. Veränderung im positiven Sinne. Wo früher Computerspiele schnell als Ursprung allen Übels zur Hand waren, tritt diese kurzsichtige Suche nach einem Sündenbock derzeit in den Hintergrund. Der Privatsender n-tv blendet zwar noch knackige Schlagzeilen à la “Seine Freizeitbeschäftigung: Killerspiele und Horrorvideos” ein, doch das scheint eine Ausnahme zu sein. So schob die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gestern in Maybrit Illners ZDF-Talkrunde das Thema schnell zur Seite, vorgestern verlief es bei Hart aber fair auf ARD ähnlich: Mit Prof. Christian Pfeiffer saß ein bekannter Kritiker des interaktiven Mediums in der Gesprächsrunde. In der Vergangenheit ließ Pfeiffer kaum eine Gelegenheit aus, durch (zu) simple Aussagen nicht zuletzt den Zorn der Spielergemeinde auf sich zu ziehen. Doch von Verteufelung diesmal keine Spur: Erst kurz vor Ende der Sendung wurde das Gespräch etwas bemüht vom Moderator auf das Thema Computerspiele gelenkt, namentlich Counterstrike. Man war sich in der Runde einig: Eindimensionale Wirkungszusammenhänge gebe es nicht, das isolierte Spielen am heimischen Computer sei lediglich Ausdruck der Persönlichkeit und könnte unter entsprechenden Extrembedingungen eine verstärkende Wirkung auf die Veranlagung des Täters haben. Dem stimme ich zu, als Mensch, als Spieler und als Medienpädagoge.

Dennoch ist der Team-Shooter Counterstrike erneut im Gespräch, schließlich wurde er auf dem Rechner des Täters gefunden, angeblich zusammen mit Horrorfilmen und Pornographie. Doch atmet Deutschland nun erleichtert auf, ist das Motiv des Täters gefunden? Nein! So einfach macht man es sich diesmal nicht und das ist in meinen Augen gut so. Denn: Auf welchem Rechner eines 17jährigen Jungen findet man solche Dinge nicht? Nur vereinzelt werden Verbotsforderungen laut, vermutlich aus alter Gewohnheit. Immerhin befinden wir uns in einem Wahljahr – wer verstünde das nicht? Man hat scheinbar verstanden, dass Computer- und Videospiele in unserer Gesellschaft mittlerweile derart breit aufgestellt sind, dass mit der Verteufelung kein Staat mehr zu machen ist.

Auf dem Weg in die Arbeit hörte ich gestern einen Professor im Radio sagen, dass man die Motivsuche bei solchen Taten nicht überschätzen dürfe. Meist handele es sich um triviale Auslöser – den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das brachte mich auf folgenden Gedankengang:

Ich halte solch tragische Ereignisse für einen unvermeidlichen Auswuchs der gesellschaftlichen, konkurrenzorientierten ‘Ich Zuerst’-Kultur: Auch mit strengsten Verboten wird es immer Menschen geben, die aus verschiedensten Gründen die Fassade des friedlichen Miteinanders erschüttern, weil sie sich aufgrund ihrer Persönlichkeit den Anforderungen des täglichen Miteinanders nicht gewachsen sehen. Durch den Amoklauf wird derzeit gerade im Fernsehen verstärkt eine “Kultur des Hinsehens” thematisiert, durch die Menschen emotional näher zusammenrücken und mehr auf einander achten. Ist möglicherweise dies der Weg, um solche Verbrechen tatsächlich wirkungsvoll zu verhindern?

Das Thema ist harter Tobak, aber wie steht Ihr dazu? Welche Beobachtungen habt Ihr in den letzten Tagen gemacht?

Diskutiert mit, aber vernünftig!

 

Tiuri
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Tiuri

Jap, Bravopunk sagt es. Ob ich am Bildschirm virtuell Blumen pflücke und Gras beim wachsen zuschaue oder mich sinnlos und blutig durch Horden von Gegnern metzle und dabei meinen (Splatter-)Spaß habe – das alles tut im realen Leben niemandem weh. Es geht um SPIELE – Punk. Aus.

Bravopunk
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Maniac
Bravopunk

@ lightscribe…am bildschirm…Da hab ich für mich schon einen Teil der Antwort, warum ich sowas mein Hobby nennen kann.

dmhvader
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dmhvader

Mal zurück zum Thema: Ich glaube, es liegt auch stark an den Stimmungsschwankungen in der Pubertät! Wer hat am Mittwoch im ZDF die Abenteuer-Wissen-Sendung darüber gesehen? Da ging mir echt ein Licht auf! Und mal ehrlich: Wer von uns war selber in der Zeit nicht öfters mal so richtig sauer und aggressiv?Nur lag in unserem Hause damals keine Knarre rum, und ich war auch nicht in einem Schützenverein…Also, Aggressionen sind als Jugendlicher normal, nur muss der Vormund da eben besser aufpassen! Der Vater hat somit schuld, und meinetwegen auch der Staat – wegen seiner relativ lockeren Waffengesetze.

captain carot
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captain carot

Auch FSK ab 18 Filme.Mal eine neue Art von Populismus. Das Unternehmen tut so, als sei es Familienfreundlich, und wenn sich der ganze Aufruhr legt, werden die Sachen wahrscheinlich wieder klammheimlich ins Regal wandern. Selbst Kaufhof wird sich Weihnachten sicher nicht die Einnahmen durch Modern Warfare 2, Bioshock 2 und co. entgehen lassen. Aber in den umsatzschwächeren Monaten kann man natürlich so tun als ob, und Familien anlocken.Ich finde, alleine schon die Tatsache, dass man kürzlich beworbene Titel nicht aussortiert spricht hier Bände.

Funatic
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Maniac
Funatic

immer dann wenn ich denke ich hätte schon jeden schwachsinn zu dem thema gelesen kommt noch ne meldung oben drauf:Die traditionsreiche Warenhaus-Kette Galeria Kaufhof will aufgrund des jüngsten Amoklaufs in Winnenden, ab April keine Spiele mehr verkaufen, die von der USK erst ab 18 freigegeben wurden. In einigen Filialen hat das aussortieren schon begonnen, allerdings sollen Produkte die kürzlich erst beworben wurden noch bis Ende März verfügbar sein. Eine Unternehmenssprecherin teilte wörtlich mit: “”Galeria Kaufhof hat aufgrund der Geschehnisse in Winnenden entschieden, USK-18-Computerspiele aus dem Verkauf zu nehmen. Dies hat bundesweit in den Filialen bereits begonnen. Werbeware aus den Prospekten März wird noch bis Ende des Monats abverkauft. Ab April 2009 wird Galeria Kaufhof keine USK-18-Computerspiele mehr im Sortiment führen für mich heisst das: a) das kaufhof damit eingesteht das diese spiele bisher auch an unter 18 jährige verkauft wurdenb) ganz klar das ich dort nie wieder irgendein spiel kaufen werde!

captain carot
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captain carot

War wohl nix mit letzter Post.@ mm: Also laut heute veröffentlichter Studie hat die Jugendgewalt in den letzten Jahren abgenommen, auch wenn´s alten Knackern wie uns (bin 29) manchmal anders vorkommt.@ paul heavenly: Genau dieses Senken der Hemmschwelle konnte bei Erwachsenen zumindest nicht klar beobachtet werden. Maximal zeigte sich ein sehr kurzfristig gesteigertes Aggressionspotential.@ mmorpgs ab 18: Anscheinend haben gerade MMO´s ein sehr starkes Suchtpotential, ähnlich mancher echter Droge wie Alkohol. MMO´s ab 16 oder ab 18 wären deshalb zumindest überlegenswert.Dazu müsste man aber erst mal wissen, wie viele Jugendliche zu massiv MMO´s zocken.Letztendlich sollten Eltern aber darauf achten, wie viel ihre Kinder zocken, auch wenn diese 14 oder 16 sind.

paul heavenly
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paul heavenly

Man sollte die heutige Zeit mit Internet etc. nicht als das Nonplusultra darstellen und die Sichtweisen älterer Menschen als veraltet ansehen. Dieses Argument ist für solch ein komplexes Thema, wie die Amokläufe, genauso unangebracht, wie die Argumente derjeniger, die Killerspiele als Ursache für solche Dinge sehen. Kein Mensch passt in irgendein Schema, oder kann an irgendeiner Verhaltensweise beurteilt werden. Killerspiele senken bei einigen sicherlich die Hemmschwelle Gewalt auszuüben, das ist nicht wegzudiskutieren. Was mich sehr nachdenklich macht, ist das immer mehr Shooter auf den Markt drängen. Wenn ich mir die letzten M!Games anschaue, scheinen die Spiele ja einen wahren Boom zu erleben.

cloud1429
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cloud1429

Die Idee WoW ab 18 rauf zu setzen finde ich albern und bescheuert zugleich. Wenn Eltern besser auf ihre Kinder achten, kann sowas nicht passieren. Die Prioritäten sind heute halt anders. Viele Kinder finden es halt nicht so interessant in einem Sportverein, wie Fussball oder Co zu sein, sondern lieber in einem ESport-Clan zu zocken (das Genre sei mal dahingestellt). Wie hier schon ein paar mal erwähnt wurde, sind wir in einer ganz anderen Zeit. Wir sind täglich umgeben von Gewalt. Reicht ja nur ein Blick ins TV. Nachrichten zeigen uns täglich, meistens, nur Gewaltverbrechen. Krieg hier, Vergewaltigung dort und mittendrin sieht man wieder mal einen Unfall. Das zeigt mir das die Allgemeinheit interesse an Gewalt hat, auch wenn es die meisten nicht zugeben. Die DSDS Show ist da auch keine Ausnahme. Ich meine, hier werden Leute Öffentlich gedemütigt (meist aber zurecht, finde ich).Und da wir momentan auch in der Wirtschaftskrise sind und hier und da eine Menge Leute gefeuert werden. Wird das sicher noch mehr frust in der Allgemeinheit geben. Einige werden sicher ausflippen und Dummheiten machen aber die Meisten werden sich wieder beruhigen und sich wieder Arbeit suchen oder Harzer bleiben.Ich persönlich habe schon richtig Angst vor den Wahlvideos. Da frage ich mich welcher Politiker uns vorheuchelt, dass er sich darum kümmern will das die “”Wahren”” Bösen zur Rechenschaft gezogen werden sollen und nicht irgendein Feindbild wie “”Killerspiele”” als Schuldige angeprangert werden. Oder es kommt wieder ne Merkel du uns vor lügt, das sie irgendwas nicht machen will und es dann doppelt so schlimm macht (ich sag nur “”Keine Steuererhöhung””).Aber bis dahin hat es ja noch etwas Zeit. Und vielleicht hat man dann schon ein anderes Feindbild gefunden, worüber man sich dann wieder die Mäuler zerfleischt. Klimawandel, Krieg irgendwo, Politikskandale, wieder ein Massenvergewaltiger? Irgendwas wird auf jedenfall kommen.

Funatic
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Maniac
Funatic

@vader hab das gestern auch im fernsehen gesehen aber es ging in dem bericht ausschliesslich darum mmorpgs die ab 12 jahren freigegeben sind, z.b. WOW, auf 18 jahre raufzusetzen. find ich übrigens gar nicht so verkehrt! wenn man sieht wieviele erwachsene

captain carot
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captain carot

SuperBrot007SuperBrot007:Tja, das geht aber auch weit unter 50+, während du andererseits bei den Leuten um die 50 mittlerweile immer mehr finden wirst, die schon mal gespielt haben oder aktiv zocken.Mein Onkel etwa ist 50, spielt selbst eher Sachen wie Panzer Genera

SuperBrot007
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SuperBrot007

leute mal im ernst.dass alles so kommt war doch klar. und was zeigt uns dieser film der gerade abläuft?genau!unsere politiker und wir leben in getrennten welten.nicht weil wir im “”cyberspace”” versinken, nein, weil wir die welt mit ganz anderen augen sehen.wir sind in der “”vernetzten”” welt aufgewachsen, sehen dinge weitläufiger und toleranter als manch 50 – 60 jähriger der noch zu zeiten des kalten krieges und der ddr aufgewachsen ist.dreht und wendet es wie ihr wollt, es ist zeit für einen generationswechsel.wenn politiker mit solchen verbotsforderungen um sich werfen, zeigt das nicht mehr aber auch nicht weniger als ihre schiere überforderung mit diesem thema, da sie einfach schlicht und ergreifend keine ahnung von der thematik haben,aber garkeine, null, vielleicht mal eine broschüre gelesen und den herrn pfeiffer angehört.wen wundert es da wenn sie dieser “”fremden macht”” alle schuld zuschieben und so argumentieren, als gäbe es gewalt erst seid den “”killerspielen””.gewiss trifft das nicht auf alle politiker und entscheidungsträger unserer gesellschaft zu, aber, wie man an dem ganzen spektakel sehen kann, auf zu viele.was bleibt einem als “”mündigem”” bürger unterm strich?a) man engagiert sich politisch und versucht irgend ne organistation zu gründen, die aber so oder so von keinem ernst genommen wirdoderb) man lässt einfach den dingen ihren lauf, denn eines tages werden politiker im bundestag sitzen, die selbst gespielt haben, die selbst saw gesehen haben und diese werden verstehen das man es sich nicht so einfach machen kann und alles auf eine sache schieben.und wer denkt ich übertreibe, redet doch einfach mal mit einem 50+ menschen euere wahl über “”killerspiele””, was er davon hält und lasst euch überraschen 😉

dmhvader
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dmhvader

Also, ich hab mir da auch mal meine Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen: Das kann man gar nicht verhindern! Es gibt immer wieder Menschen, die einfach nur pervers sind und die Welt “”einfach nur brennen sehen wollen!”” – Zitat aus dem letzten Batman! Schon früher gab es perverse Killer wie z.B. Jack the Ripper! Dass sich in unserer Zeit solche Fälle häufen, liegt einfach nur daran, dass es heute auf der Erde viel mehr Menschen gibt als früher und die Medien überall präsent sind! Das ist also ein völlig normaler Zustand! Vielleicht kann man solche Neigungen im Voraus erkennen – z.B. hat man ja auch Bondage-Pornos auf Tims Rechner gefunden! Aber selbst die sind keine eindeutigen Hinweise, ob ein Mensch wirklich durchgeknallt ist!Ach, jetzt habe ich gerade aus den Nachrichten gehört, dass die die Ballergames, die sonst ab 12 sind, auf 18 hochstufen wollen!Oder hab ich da was falsch verstanden?

cloud1429
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cloud1429

Man muss ja zugeben das die Politiker ziemlich Kreativ sind, wenn sie sich Sachen aus den Fingern saugen. Leider machen die für mich nie Sinn.Nun, das Computerspiele süchtig machen ist kein Geheimnis. Aber das man das langsam so hinstellt, dass es Lebensgefährlich wird ist doch weit übertrieben. Wenn ich schon lese das Spiele wie WoW erst ab 18 freigegeben werden soll. Wenn man den Medien alles glauben würde, hätten die Eltern nur die Wahl, welcher Sucht ihr Kind nachgeht: Alkohol, Rauchen, Computerspiele, Drogen, Kaufen, was es nicht noch alles gibt. Ich kenne niemanden in meinem Freundeskreis der nicht mind. einer dieser 5 Dinge erlegen ist.Es ist doch kein Wunder das Spiele wie CS und Co. auf den Rechnern gefunden wird. Wenn man schon ne unglaubliche Wut auf die Welt hat, geht man halt auf nen Schießstand oder ballert Virtuel. Ich finde es nur eine Schande das sich kein Medium der “”Allgemeinheit”” für unsere Seite interessiert. Klar MTVs Master hat schonmal 2 oder 3 Sendungen gemacht. Trotzdem reicht es nicht. Am besten bräuchte man was, wo mal einer neben den Politikern steht und denen auf die Finger haut, wenn die wieder Unsinn reden. Oder jemand der einfach die Argumente der Medien überprüft. Gut das die Spiele aggressiv machen, kann keiner Beweisen, da noch keine Studie beweise hat. Aber ich habe gelesen das schon Studien begonnen haben. Frage mich wie die das Testen? 2 Kinder aus dem Kinderheim holen. Das eine darf zocken und das andere nur Disney sehen (ach ne geht nicht, bei Bambi wird ja die Mutter gekillt und bei Hänsel und Gretel wird die Hexe verbrannt, ist ja Quällerei) keine Ahnung was sie mit dem anderen Kind machen. Und wie vergleichen die das dann? Allein die Behauptung das z.B. die Armee Ego Shooter benutzt um das Töten beizubringen. Krankhaft Lächerlich. Jeder der CS mal in einem Clan aktiv gespielt hat, merkt schnell das es dort um taktisches Denken und Reflexe geht. Wer kann mit der Waffe gut umgehen, wo plaziere ich den, ect. Wenigstens hat, glaub ich, noch kein Sender wieder behauptet das man mit dem Videospiel das Zielen geübt hat. Frag mich heute noch wie das gehen soll? Man spürt ja weder das Gewicht noch den Rückstoß. Und wie man mit einer Waffe zielt lernt man schon in Kindesalter, wenn man mit seinen Freunden und Plastikpistolen spielt.

captain carot
I, MANIAC
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captain carot

Mein wohl letzter Post hier:Die Aufregung ist groß, das Unverständnis ebenfalls. Was treibt einen Menschen zu solchem Verhalten, hätte man das verhindern können?Wer nutzt eine derartige Tat als Bühne, wer versucht objektiv zu sein?Nach ein wenig Selbstreflektion muss ich ganz ehrlich sagen, ich war zu subjektiv, habe mich zu sehr in Politikerkommentare und persönliche Ansichten gesteigert.zugegeben, manches Magazin, einige Zeitschriften und der ein oder Politiker nutzen derartige Situationen immer für flache Polemik.Aber insgesamt fällt die Berichterstattung genau so wie manch ein Politikerkommentar wesentlich differenzierter aus.Manche gestehen sogar einige Fehler ein. Würden mehr Lehrer, mehr Schulpsychologen und Sozialarbeiter helfen? In vielen Fällen sicher, aber wenn ich zum Thema Amok recherchiere, gewinne ich den Eindruck, dass man so etwas nie völlig ausschließen kann, wenn man nicht die totale Überwachung will. Viele Täter verschließen sich zwar vor ihrer Umwelt, sind aber sozial oft so aktiv, dass sie nicht auffallen.Könnte mehr Polizei helfen? Bei vielen Straftaten sicher, aber auf einen Amokläufer kann Polizei nur reagieren, wenn der Amoklauf schon begonnen hat.Könnten schärfere Waffengesetze helfen? Nach allgemeinem wissenschaftlichen Konsens planen Amokläufer ihre Taten bereits lange im Voraus. Es könnte also sein, dass ein Amokläufer im Zweifelsfall illegale Waffen besorgt, ausschließen kann man es jedenfalls nicht.Familie und Freunde? Die können vielleicht beobachten, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt irgendwie intervenieren, aber wer kann sagen, in wie vielen Fällen man überhaupt etwas merkt.

Tiuri
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Profi (Level 1)
Tiuri

Ich bin das Thema auch leid, ist doch immer wieder die gleiche lästige Diskussion. Aber was will man machen, man muss sich als Zocker dann doch wieder “”verteidigen””, wenn in Print und TV mal wieder irgendein Mist unreflektiert auf die breite Masse losgelassen wird. Denn leider glauben die unwissenden Leute was ihnen da vorgesetzt wird bzw. wollen sie es glauben um genau wie die Politiker schnell irgendwelche Pseudo-Erklärungen und -lösungen zu finden. Kommentar von meinem Vater zu dem Thema: “”Der hat so brutale Spiele gespielt. sowas wie Ihr auch habt. Ich würd das alles verbieten!”” ¬.¬Meiner Meinung nach sollte der Vater des Amokläufers auf’s härteste bestraft werden, weil dieser strunzdumme *PIIIEP* die Waffe (+Munition) nicht ausreichend weggeschlossen hat. Der sollte seines Lebens nicht mehr froh werden! Ganz abgesehen davon dass mir sowieso jegliches Verständnis dafür abgeht wie es jemandem Spaß machen kann mit realen Waffen zu “”spielen””. Sorry aber da zocke ich lieber ultrabrutale und von mir aus auch gewaltverherrlichende “”Killerspiele”” – denn das sind nur SPIELE und die tun wirklich niemandem weh.Dass Frau Merkel mehr Kontrollen von Waffenbesitzern fordert find ich absolut richtig, ebenso bin ich ja auch dafür dass man die korrekte Abgabe von Games und Filmen im Handel viel viel öfter überprüft und radikale Strafen verhängt wenn sich ein Verkäufer nicht dran hält (entsprechend schulen und wenn dann jemand die Altersfreigaben nicht beachtet wegen mir sofort rauswerfen, hab ich kein Problem mit!).Ansonsten hat Funatic eigentlich schon alles gesagt, dem ist nichts hinzuzufügen. 🙂

buddy4all
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buddy4all

Far Cry 2, der Sündenbock,den ich nich zock, weil er gar nicht rockt…Kann man ja echt froh sein, dass nicht die internationale Version von Call of Duty WaW auf seinem Rechner gefunden wurde – ich sag’ nur MG42….Das wäre der richtige Aufhänger für die ganzen Schmierblätter gewesen.

Funatic
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Maniac
Funatic

ach leute das ganze thema kotzt mich echt nur noch an und ich will eigentlich gar nicht mehr viel dazu sagen bis auf eines:fällt euch eigentlich auf das die politiker immer schön ablenken und schuldige suchen: sportschützen,computerspieler etc. warum tun sie das? nun ich sage um davon abzulenken das sie die hauptschuld tragen! wer kürzt denn seit jahren die schulpsychologen und jugendarbeiter weg? wer gibt den schulen so wenig geld das die klassen immer grösser und die lehrer immer überforderter werden? genau das sind unsere politiker! für das bildungssystem und die betreuung jugendlicher ist seit jahren angeblich kein geld da aber wenn dann eine bank oder ein autohersteller kurz vor der selbstverschuldeten pleite stehen da sind dann plötzlich wieder viele, viele millionen verfühgbar! schämem sollte sie sich alle! ich hoffe das sie nachts alle schlecht träumen!

captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Wenn man etwa Interviews mit unserer Justizministerin Frau Typries zu diesem Thema liest, merkt man dieses Mal doch schon, dass die meisten Politiker nicht mehr so sehr Richtung Killerspiel und Co. tendieren. Dass einige es doch machen, wie jetzt der liebe Horst Seehofer (schlechtester Verbraucherschutzminister ever), oder auch unser allseits beliebter Bundesinnenminister, war abzusehen, gerade im Superwahljahr. Ich hätte aber mit wesentlich mehr Polemik und nicht ansatzweise mit der Differenziertheit vieler Politiker gerechnet.So scheint es ja zumindest, als ob langsam ein Umdenken stattfindet.Zugegeben, der Vater hat mit jener einen Pistole tatsächlich fahrlässig gehandelt. Sportschützen und Jäger “”brauchen”” Waffen für die Ausübung ihres Hobbys, na gut. Aber dann sollte man die auch so sicher verwahren, wie irgend möglich. Ob er aber jetzt noch eine Strafe braucht, das wage mal zu bezweifeln.

captain carot
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Epic MAN!AC
captain carot

FunaticFunatic: Was hast du von der Blöd erwartet? War doch klar, dass sowas in den Boulevardmagazinen kommt. Meine Mutter meint, früher hätten sie immer gewitzelt: Mann fiel in Flaeischwolf! Bild sprach zuerst mit der Frikadelle.Falconer75Falconer75: Tja, wenn man so e

Funatic
I, MANIAC
Maniac
Funatic

ich dachte echt das die berichterstattung diesesmal fairer und vor allem sachlicher ist und jetzt das hier:http://www.bild.de/BILD/news/2009/03/14/winnenden/amoklauf-tim-kretschmer/vor-der-bluttat-zockte-er-killerspiel-eltern-dementieren-psychotherapie.html

Falconer75
I, MANIAC
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Falconer75

Kann es sein, dass die Dominanz von Fernseh-, PC- und Game-Inhalten in Deutschlands Kinderzimmern erst bestimmte Gewaltfantasien freisetzt? Fantasien, die die Jugendlichen vielleicht sonst nicht haben würden und die sie ohne diese Inspiration möglicherweise gar nicht als Amokläufer grausam in der Wirklichkeit ausleben würden?Abermillionen von Menschen agieren Tag für Tag weltweit aus der Ego-Shooter-Perspektive, ohne dass sie vom virtuellen töten zum realen morden animiert werden. Der Streit darüber, ob Fiktion – sei es Literatur, Film oder Videospiel – inspirierend wirkt oder nicht, ist so alt wie die Fiktion selbst. Gewiss ist, dass es Moden der Gewalt gibt und die Medien dabei eine Rolle spielen: Goethes liebeskranker Werther hat im 18. Jahrhundert angeblich dutzende Männer in den Freitod getrieben; die Täter von Columbine sind, so bitter dies ist, offenbar Vorbild für die Amokläufer unserer Tage.Hoffen wir, dass die Mode des „School-Shootings“ bald vorbei ist. Ich würde sogar gern auf Shooter-Spiele verzichten, wenn sie das Kernproblem wären. Sind sie aber nicht. Schade, dass sich Dinge nicht so einfach erklären lassen.

captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Nö, die strengsten Waffengesetze gibt´s in Großbritanien und den Niederlanden. Aber wie wir letztens in Belgien leider feststellen mussten, kann man selbst mit Küchenmessern Amok laufen. Die Sache mit der KiTa.Außerdem gibt es leider ebenfalls tonnenweise illegale Waffen.Ein guter Freund von meinem Cousin hat sich etwa letztes Jahr, nachdem er durch einen Unfall Teile beider Beine verloren hatte und aus dem Krankenhaus entlassen war mit einer auf dem Schwarzmarkt besorgten Handgranate in die Luft gesprengt.Zugegeben, der war auch nicht ganz normal, ich kannte den Kerl, aber die Handgranate war anscheinend gar nicht so schwer zu bekommen.

Pappfisch
I, MANIAC
Anfänger (Level 2)
Pappfisch

Schlimm finde ich auch,dass der Vater vom Amokläufer mehrere Waffen besitzt (er hat einen Waffenschein) und er soll alle in einem Safe aufbewahrt haben …bis auf eine im Schlafzimmer und genau die soll sich der Sohn geschnappt haben……naja….ob man dem Glauben schenken mag…..naja…….. In Deutschland gibt es das strengste Waffengesetz Europas (man soll die Waffen in einem Safe aufbewahren,je nach Kaliber usw…) dennoch wird es ja nie überprüft ob dem wirklich so ist….. ich glaube kaum das jeder , der einen Waffenschein hat und eine Waffe besitzt ,die auch fachgerecht aufbewahrt, sondern wie in anderen Ländern unterm kopfkissen , auf dem Nachttisch oder sonst wo liegen hat. Und da ist sie für jedes Kind zugänglich.

captain carot
I, MANIAC
Epic MAN!AC
captain carot

Hmm, die meisten Amokläufer sind gesellschaftlich aktiv, etwa in Vereinen, kommen oft aus scheinbar völlig intakten Familien und sind psychisch labil, sei es wegen Depressionen oder aus anderen Gründen. Praktisch alle fühlen sich nicht von ihrem Umfeld akzeptiert oder ernst genommen.In diesem Fall scheint es mir ehrlich gesagt mit den aktuellen Infos so, als ob die Eltern die Depressionen ihres Sohnes nicht ernst genug nahmen und auch keine Ahnung hatten, womit ihr Sohn sich beschäftigt.Aber völlig verhindern kann man so etwas ohnehin nie.Dass außer bei unserem Bundesinnenminister die Diskussion von vornherein sachlich geführt worden ist, finde ich sehr gut.

generalraam
I, MANIAC
Anfänger (Level 2)
generalraam

Irgendwie nervt diese Thematik enorm.Ich hab meist schon keine Lust mehr mein Hobby zu verteidigen,oder den Leuten zu erklären wieso solche Typen durchdrehen.Naja,versuchen zu erklären,wäre besser gewählt,denn was in den Köpfen von Amokläufern vor geht kann ich nicht wirklich nachvollziehen.Was aber die Isolation in der Gesellschaft angeht,so hatte ich mal ein Gespräch mit jemanden der im Urlaub Post bekommen hatte und sein Paket nun bei dem Mieter auf der untersten Etage abholen solllte.Es stellte sich dabei raus das nicht das Erdgeschoss gemeint war,sondern das Kellergeschoss.Was den Typen echt gewundert hat,da er schon Jahre in dem Haus wohnt und nicht wusste das im Keller auch Wohnungen waren.In meinem Fall ist es auch nicht anders,den mir sind meine Nachbarn voll ergal.Ich weiss auch nichts über die Personen die neben oder über mir wohnen.Und das scheint fast schon normal zu sein.Ich denke hier sollte ein umdenken statt finden.Man sollte es wieder interessanter machen,seine Mitmenschen kennen zu lernen.Quasi Gesellschaft wieder gesellschaftsfähig zu machen.

cloud1429
I, MANIAC
Profi (Level 3)
cloud1429

Das unser liebstes Hobby endlich anerkannt werden soll, dafür bin ich auch.Ich habe selbst früher extrem viel CounterStrike gezockt. Nach viel Schule oder viel Arbeit hat sich oft viel Frust breit gemacht. Aber ich habe das Spiel nicht gespielt weil ich meine Wut daran aus ließ oder um “”Menschenähnliche”” Gegner zu töten. Sondern ich habe über dieses Spiel viele Freunde gefunden und war auch in verschiedenen Clans. Mit diesen Leuten hatte ich eine Menge Spaß am Spiel und konnte auch über meine Probleme reden. Man könnte es wohl als eine Art Gruppentheraphie bezeichnen. Das ist noch Heute so, wenn ich Spiele wie Call of Duty 4 oder wieder mal CS zocke. Ich meine, es gab mal vor langer Zeit ein Fernsehbericht zu einer Anstalt die anderen Leute anbietet ihren Stress ausdruck zu verleihen. Für ein paar 1000,-EUR durften die dann mit einem Baseballschläger in einen Raum und Sachen kaputt schlagen. Soll ja angeblich helfen.

ganjamaniac
I, MANIAC
Anfänger (Level 2)
ganjamaniac

Es ist schlicht zu einfach, zu behaupten ein einziges Medium wäre Auslöser für eine solche Gewalttat. Denn genau so absurd wäre es den in unserer Gesellschaft, anders als Videospiele akzeptierten Alkoholkonsum als Alleinauslöser einer Gewalttat (zb. Schlägerei) zu definieren. Wie bei der genannten Droge wird auch beim gamen an die Selbstverantwortung appeliert. Das heisst, wenn ein Minderjähriger zugang zu Videospielen für Erwachsenen hat, wäre es zugleich Aufgabe der Eltern eben dies zu verhindern. Denn der überwiegende Teil der Zocker ist weiterhin fähig problemlos einen Ego-Shooter zu spielen ohne dabei Gewaltfantasien zu entwickeln.

tetsuo01
I, MANIAC
Gold MAN!AC
tetsuo01

zusammenrücken, was für ein Wort. Es umschreibt perfekt den Zustand in dem wir uns befinden. Wir sind eine Gesellschaft die die Menschen die dem täglichen Druck des Altags nicht gewachsen sind nicht auffängt. Ich glaube auch das es etwas mit unseren Familienbild zu tun hat. Früher als noch nicht jeder lebenslang Single war und Frauen auch manchmal sogar noch 2-3 Kinder bekamen war ein gewisses Netz Vorhanden das auch Persönlichkeits-schwächere auffing.Wir sind ein sehr egoistisches Volk geworden…