M!oment M!al #34

61
136

Im Alltag schleichen wir eher selten. Vielleicht mal die Treppe hoch, um die Nachbarn nicht zu wecken. Oder als Kind aus dem Zimmer, trotz Stubenarrest. Doch eigentlich sind wir und alles um uns herum eher laut. Videospiele auch. Es knallt und kracht an allen Ecken und Enden – Explosionen, Gewehrfeuer, Automotoren, Schreie und mehr dringen an unsere Ohren und bearbeiten häufig das Trommelfell. Manchmal geht es aber auch ganz anders. In einigen Spielen müssen wir schleichen, in anderen haben wird die Wahl zwischen Krawall-Methode und ruhiger Spielweise. Das jüngste Beispiel dieser Art ist Dishonored. Doch wie funktioniert Schleichen in Games eigentlich? Worauf muss ich achten? Werde ich für meine Mühen belohnt? Und macht das alles überhaupt Spaß? In den kommenden Zeilen versuche ich, das zu klären.

Die ruhige Gangart in Videospielen ist nicht neu. Schon zu MSX-Zeiten konnte sich Snake in Metal Gear an seinen Gegnern vorbei mogeln, um einer Konfrontation mit Waffengewalt zu entgehen. Seine Missionsbeschreibung ist seitdem auch im Kern gleich geblieben: mit möglichst wenig Aufsehen maximalen Erfolg erzielen. Das funktioniert eben nur, indem man die Waffe stecken lässt und seine Feinde geschickt umschifft. In den späteren Serienteilen sieht das Ganze dann opulenter aus, grundsätzlich hat sich jedoch wenig geändert. Natürlich ist das Metal Gear-Universum nicht von einer Nähe zur Realität geprägt, doch trotzdem ist eine „Ein Mann gegen eine Armee“-Situation nur dann halbwegs konsequent, wenn man eben nicht ballernd alles aus dem Weg räumt. Fraglos haben andere Spiele kein Problem, diese Umstand zu ignorieren und ihrem „Helden“ genug Feuerkraft an die muskulösen Arme zu legen, um ganze Länder auszuradieren. Doch gerade Metal Gear zieht aus dem Umstand der hoffnungslosen Unterzahl und den damit verbundenen Einschränkungen in der Vorgehensweise eine ganz eigene Atmosphäre. Ich kann keine Hilfe erwarten, bin ganz auf mich allein gestellt, muss unglaublich aufmerksam sein und so wenig Fehler wie möglich begehen. Das gilt besonders für Snakes Einsätze, aber auch andere Spiele.

61 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Vreen
23. Oktober 2012 17:22

[quote=fenris21]

Danke.Manchmal bin ich von deiner Wortgewalt ziemlich erschlagen.
[/quote]ich mach auch großartigen karottenkuchen …

23. Oktober 2012 16:36

Danke.Manchmal bin ich von deiner Wortgewalt ziemlich erschlagen.Was Papo und Yo angeht,hätte mich interessiert was Du von der Visualisierung des dysfunktionalenVater-Sohn Verhältnisses hältst?

Vreen
23. Oktober 2012 12:04

[quote=fenris21]

Lieber Vreen,daß Problem mit der Kunst ist doch,daß sie sich jeglicher Einordnung, was Geschmack und
Relevanz angeht, entzieht.
Wie heißt es so schön: Die Kunst liegt im Auge des Betrachters!

[/quote]die wahrheit liegt im auge des betrachters, nicht die kunst. klar hat sicher der kunstbegriff im laufe der zeit stark verändert. so ist er immer noch im sinne des handwerks als synonym für hochwertig oder meisterhaft genutzt. das ist es, was klinnik offenbar meint. genauso kann man den begriff für weit entwickelt, die summe aller eigenschaften oder als präfix für nicht natürlich verwenden. aber wir reden hier ja von der anwendung des begriffes auf ein bestimmtes “”kunstwerk””, was bedeutet, man sollte die handwerkliche definition und die der schönen künste verwenden. dabei stolpert man über die “”veralteten”” begriffe lohnkunst und freie kunst, deren betrachtung ich in diesem fall aber als die angebrachteste sichtweise betrachte.kurz gesagt, baut ein schreiner mit absoluter hingabe und nutzung aller seiner fähigkeiten einen schrank, und dieser schrank spiegelt alles wieder, wie ein schrank nach ansicht des schreiners sein sollte, ohne kompromisse, ohne verkaufsinteressen, extravagant und ohne anlehnung an andere schränke, dann ist das nach alter und neuer definition (freie) kunst. der schrank ist schrank um des schrankes willen (ich weiss, klingt bescheuert, ist aber philosophisch richtig.)wenn dieser schreiner allerdings sieht, wieviel die leute bei ikea kaufen, und daraufhin baut er einen schrank der so ähnlich aussieht wie einer von ikea,ohne dabei sein potential als schreiner auszunutzen, und baut davon direkt 100000 stück weil er sicher ist, die alle zu verkaufen. dann ist das nach alter definition lohnkunst und nach neuer einfach ein produkt, geschaffen aus wirtschaftlichen interessen. der schrank ist schrank weil leute solche schränke wollen. trotz der nahmensgleichheit von freier und lohnkunst stehen sich die substanzen dieser zwei begriffe diametral gegenüber. vergleich das mal mit resident evil 6. gutes spiel hin oder her, capcom hat bei der entwicklung von resident evil 6 das eigenständige der serie zu gunsten eines größtmöglichen profites abgestoßen. das spiel rennt offensichtlich den erfolgreichsten spielen des marktes hinterher. tauscht feinsinnigkeit, tiefe und eine wirkliche geschichte gegen bombast, oberflächlichkeit und eine flache geschichte, schön unterteilt in 20 konsumgerechte kapitel. der sinn dieses designs ist die reine konsumleichtigkeit dem massengeschmack entsprechend. eben das absolute produkt.nach der (für mich) absolut sinnvollen differenzierung, werke anhand ihrer motivation der entwicklung als kunst oder eben nicht als kunst zu klassifizieren, wird doch klar, spiele wie resident evil 6 mögen die geilsten und unterhaltsamsten spiele der welt sein, und der gipfel des handwerkes der spieleentwicklung, kunst sind sie nicht.[quote=fenris21]

Schreib lieber mal was Du von dem Idependent Spiel Papo und Yo hältst.
Da würde mich deine fachkundige Expertise schon interessieren.

[/quote]hab ich nicht gespielt. ich kann dir höchstens sagen was ich von shadow of the colossus halte, was wohl eine ähnliche baustelle ist. im gegensatz zu fast allen anderen videospielen halte ich sotc für kunst, weil es erstens eine unbestreitbare eigenständigkeit aufweisst was optik und gameplay angeht, man also nicht direkt denkt, dass spiel sieht so aus wie es aussieht weil es irgendwas kopiert oder versucht, einer vorstellung zu entsprechen. ausserdem finde ich, kunst kann man nicht gewinnen oder verlieren, sondern nur betrachten und spüren, was es in einem auslöst. in dem bereich punktet sotc sozusagen, weil man das spiel im eigentlichen sinne nicht gewinnen kann. man kann zwar die kolosse besiegen, doch damit handelt man egoistisch und löst etwas furchtbares aus. das bleibt absolut im gedächnis, regt an zum denken und hält einem den spiegel vor. und genau das ist es eben. das was ich (und ganz viele andere) als kunst verstehen, kunst betrachtet man nicht, sie betrachtet einen. (klingt auch panne, stimmt aber auch…)

23. Oktober 2012 11:00

Lieber Vreen,daß Problem mit der Kunst ist doch,daß sie sich jeglicher Einordnung, was Geschmack undRelevanz angeht, entzieht.Wie heißt es so schön: Die Kunst liegt im Auge des Betrachters!Schreib lieber mal was Du von dem Idependent Spiel Papo und Yo hältst.Da würde mich deine fachkundige Expertise schon interessieren.

Vreen
23. Oktober 2012 10:50

[quote=Klinnik]

Wenn ich in Bezug zu RE6 von “”Kunst vom allerfeinsten”” spreche, ist wohl jedem außer dir klar, dass ich das Spiel mindestens sehr gut finde und der Kommentar sich ganz klar auf deine “”Scheiße”” bezog. Niemand bezeichnet ein Spiel als Kunst, was er nicht mag.

Das ist so, als wenn ich dich fragte: meinst du jetzt “”scheiße ist das geil”” oder “”scheiße ist das schlecht””?

[/quote]das kunst für dich das gegeteil von scheiße darstellt, dass war mir definitiv nicht klar. und hättest du nicht auch noch angefangen großartig zu differenzieren und zu erklären, welche aspekte denn nun genau kunst sind, dann hätt ich auch nicht nachgefragt.

23. Oktober 2012 2:00

Wenn ich in Bezug zu RE6 von “”Kunst vom allerfeinsten”” spreche, ist wohl jedem außer dir klar, dass ich das Spiel mindestens sehr gut finde und der Kommentar sich ganz klar auf deine “”Scheiße”” bezog. Niemand bezeichnet ein Spiel als Kunst, was er nicht mag. Das ist so, als wenn ich dich fragte: meinst du jetzt “”scheiße ist das geil”” oder “”scheiße ist das schlecht””?

Vreen
22. Oktober 2012 23:33

[quote=Klinnik]

“”Kunst”” verhält sich nun mal zu “”Scheiße””, wie “”sehr gut”” zu “”nicht gut””. Du hast mir den Begriff also quasi aufgezwungen.

[/quote]nein, da irrst du dich völlig. der kunstbegriff ist nicht bewertend. kunst kann sehr gut oder nicht gut sein oder alles dazwischen.

22. Oktober 2012 22:46

“”Kunst”” verhält sich nun mal zu “”Scheiße””, wie “”sehr gut”” zu “”nicht gut””. Du hast mir den Begriff also quasi aufgezwungen.

Vreen
22. Oktober 2012 22:19

[quote=Klinnik]

Ich meine synonym “”sehr gut””.

[/quote]okay, also keine kunst. dann macht das schon ein wenig mehr sinn. wenn auch nicht völlig…

22. Oktober 2012 21:58

Ich meine synonym “”sehr gut””.

Vreen
22. Oktober 2012 20:33

[quote=Klinnik]

: Ich glaube, wir beide sind schon lange über den Punkt hinaus, einander verstehen zu können. Entweder das Spiel ist Kunst und Scheiße oder keines von beiden.

[/quote]nee, ich finds nur scheiße. das ist meine meinung und bedeutet nichts anderes eine niedrige qualitätive bewertung. ich hätte auch tausend andere worte als scheiße nehmen können wie “”müll, blender, junkfood, codlookalike oder sowas””. das sind alles synonyme und bedeuten “”nicht gut””. aber was du mit kunst meinst muss du erklären. meinst du synonym “”gut”” ooder wirklich kunst?

22. Oktober 2012 20:20

: Ich glaube, wir beide sind schon lange über den Punkt hinaus, einander verstehen zu können. Entweder das Spiel ist Kunst und Scheiße oder keines von beiden.

Vreen
22. Oktober 2012 20:14

[quote=fenris21]

Vreen schrieb:

Konzeptkunst, aus. Es wäre von Vorteil etwas zu differenzieren um die Möglichkeit des Verstehens zu erhöhen. Was genau eben Kunst ist.

Erst Resi6 am Erscheinungstag,mit ner Kiste Bier und Zwei Schachteln Kippen,wegmachen und dann noch
altklug darüber herziehen.Deine Begrifflichkeiten und Satzhülsen sind manchmal einfach nur zum Schreien.

P.S Das war Kunst,ätsch!

[/quote]das war keine kunst, das war ein halbherziger, langweiliger angriff. ich verstehe wirklich nicht, warum es immer wieder zu neuen missvertändnissen kommt, wenn man so eine einfach frage stellt wie: was daran ist für dich kunst? daraus muss man doch keine staatsaffäre machen. das man es für ein gutes spiel hält, dass sei jedem gegönnt. aber kunst? ich vermute, hier wird ansprechendes design und ästhetik mit dem kunstbegriff verwechselt.

22. Oktober 2012 20:04

[quote=Vreen]

Konzeptkunst, aus. Es wäre von Vorteil etwas zu differenzieren um die Möglichkeit des Verstehens zu erhöhen. Was genau eben Kunst ist.

[/quote]Erst Resi6 am Erscheinungstag,mit ner Kiste Bier und Zwei Schachteln Kippen,wegmachen und dann nochaltklug darüber herziehen.Deine Begrifflichkeiten und Satzhülsen sind manchmal einfach nur zum Schreien.P.S Das war Kunst,ätsch!

Vreen
22. Oktober 2012 19:34

Konzeptkunst, aus. Es wäre von Vorteil etwas zu differenzieren um die Möglichkeit des Verstehens zu erhöhen. Was genau eben Kunst ist.

22. Oktober 2012 19:20

:Die Antwort findest du in Zeile 2 und 3 meines letzten Beitrags.

bitt0r
22. Oktober 2012 18:43

CODein is a hell of a drug!

Vreen
22. Oktober 2012 18:37

Ich mein anhand des direkten beispiels. Was macht re6 was man als Kunst bezeichnen kann und es von anderen unterscheidet?

22. Oktober 2012 18:21

Da hätten wir z.B. Erzählkunst, Grafische Kunst, Animations-Kunst, Konzept-Kunst, Musik usw. Das alles ergibt eine Atmosphäre die ein einmaliges Spielerlebnis bietet. Dass du dieses für einmalig scheiße hältst, schmälert nicht die künstlerische Leistung dahinter.

Vreen
22. Oktober 2012 17:56

Wie kommst du auf das Wort Kunst, wenns um re6 geht?

22. Oktober 2012 16:26

Keine Ahnung, wo du dich in den alle Jahre wiederkehrenden “”Sind Videospiele Kunst?””-Diskussionen positioniert hast, aber für mich sind sie das. Und Resident Evil 6 ist ein gutes Beispiel dafür.

Vreen
22. Oktober 2012 14:26

[quote=Klinnik]

Nicht zu vergessen, unsere Definition von “”Scheiße””: Sie gilt allegemein als Umschreibung für braune Masse, während RE6 auf einem glänzenden Datenträger daher kommt, mit nicht weniger glanzvollem Inhalt darauf.

[/quote]scheiße definieren wir beide gleich, nur nutze ich das wort hin und wieder auch als metapher. bei “”kunst”” und “”gut””, was du wohl eigentlich sagen wolltest, funktioniert diese metaphorik aber natürlich nicht, da kunst obwohl hauptwort ja eine adjektivische substanz hat und sich nicht als bildlicher ausdruck eignet. insofern ist deine nutzung des wortes “”kunst”” sinnhaftig für “”mir gefällts prima”” natürlich keine metapher sondern nur ein falscher umgang mit dem begriff kunst. hättest du damit kritik äussern wollen, wäre es auch wieder was anderes gewesen. sage ich zb resi 6 ist kunst, dann ist das ironie…

22. Oktober 2012 14:19

Nicht zu vergessen, unsere Definition von “”Scheiße””: Sie gilt allegemein als Umschreibung für braune Masse, während RE6 auf einem glänzenden Datenträger daher kommt, mit nicht weniger glanzvollem Inhalt darauf.

Vreen
22. Oktober 2012 12:05

[quote=Klinnik]

Alles klar. Dann unterscheiden sich lediglich unsere Definitionen von “”objektiv””.

[/quote]nicht nur diese definition unterscheidet sich bei uns. auch die von kunst. kunst macht ja eigentlich aus, nur zum reinen selbstzweck zu existieren. resident evil 6 ist so dreist an den vermeintlichen massenmarkt angepasst, dass es das gegenteil von kunst, nämlich das prototypische produkt darstellt.

Sinuhe
22. Oktober 2012 11:56

BTTMein erstes spiel mit schleichen an das ich mich erinnern kann ist “”Special Forces”” auf dem Amiga. Ist unter Micro Prose 1992 erschienen, und war wie ich finde seiner Zeit voraus.Ist irgendwie historisch in Vergessenheit geraten.Mich hat nie wieder ein Spiel so motiviert mich leise zu verhalten. Ist wahrscheinlich bei mir so ein Perspektiven Ding. Ich empfand diese Kick Off Perspektive als Ideal. Die Missionen wahren teilweise riesig und durchaus als Open World zu bezeichnen. Es gab mehrere Klimazonen, und verschiedene Tageszeiten. Gameplayseitig hatte das Spiel bereits viel implementiert, was Commandos später auch benutzte. Ist vielleicht so eine Art geistiger Vater.Der Bildschirmausschnitt hätte noch ne Zoomstufe weiter weg vertragen können, und die Steuerung ne gescheite Mausführung. Das Zeitlimit empfand ich ebenfalls als störend.[img=480×300comment image[/img]

Max Snake
22. Oktober 2012 10:42

@ Kiryu Da kann ich nicht unterschreiben. Denkt bitte nach, was ist den das wichtige beim beliebte Serie, trotz nervige Schlau – Level? Außerdem ist es geschmacksache und keine Allgemeingültigkeit.

Kiryu
22. Oktober 2012 9:15

Man muss schon sehr blind sein um keine CODisierung zu sehen.Schon schlimm wenn ich mitbekomme wie das RE6 und FF13 team ueber COD schwaermen.COD ist ein richtiges Fluch in dieser Generation und ich bin froh wenn diese mode vorbei ist.In der vorigen Generation gab es soviel genrevielfalt und jetzt?Richtig,copy/paste und genrevermischung,ein richtiges Armutszeugnis.

22. Oktober 2012 3:02

Alles klar. Dann unterscheiden sich lediglich unsere Definitionen von “”objektiv””.

Vreen
22. Oktober 2012 2:58

[quote=Klinnik]

Um kein Spielverderber zu sein und aufgrund der letzten Beiträge, erhöhe ich noch einmal:

Resident Evil 6 ist Videospielkunst in absoluter Vollendung!

[/quote]. jeder hat ein anrecht auf seine meinung. und da eine meinung im gegensatz zu einer wertung nicht objektiv sein muss (also die offensichtlichen mängel wie texturen, steuerung, story etc ignorieren darf) sei dir deine meinung gegönnt.

22. Oktober 2012 2:46

Um kein Spielverderber zu sein und aufgrund der letzten Beiträge, erhöhe ich noch einmal:Resident Evil 6 ist Videospielkunst in absoluter Vollendung!So lange bei mir eine Disc mit einem derart vollendeten Spiel ankommt, kann jeder mit den Exkrementen spielen, die er bevorzugt.