Mit einer Fülle neuer Spielmodi will Electronic Arts UFC-Fans zum Kauf von UFC 2 überreden. Das in FIFA, Madden und Co. erfolgreiche Ultimate Team-Konzept hält Einzug in die Kampfsimulation, wirkt aber bemüht: In den Kartenpaketen, die Ihr mit erspielten Coins oder gekauften Points ersteht, verbergen sich Attacken, Booster und Trainingsobjekte. Diese investiert Ihr in bis zu fünf Recken, um sie zu entwickeln und mit ihnen on- und offline in Turnieren anzutreten. Macht leider nicht so viel Spaß, wie bei Mannschaftssportarten neue Spieler für Euer Team zu ziehen. Spaßiger, besonders für Leute mit Freunden ohne UFC-Erfahrung, ist der Knock-out-Modus. Hier prügelt Ihr Euch nämlich nur im Stehen und verfügt über eine klassische Energieleiste, statt Eure Ausdauer und die verschiedenen Körperzonen im Blick behalten zu müssen. Äußerst nüchtern präsentiert sich die Karriere: Ihr startet wieder in der Ultimate Fighter-TV-Serie und arbeitet Euch in die Weltspitze vor, Rivalitäten oder Ringinterviews gibt es nicht. Zwischen den Kämpfen trainiert Ihr Euren Sportler mit wahlweise simulierten Trainingseinheiten und behaltet dabei das Verletzungsrisiko im Auge, durch Siege gewinnt Ihr Fans und zögert dadurch Euer Karriereende hinaus. Das Gestalten von Bannern und Outfits fällt leider weg Reebok ist mittlerweile der exklusive Ausrüster der UFC und steckt die Athleten in uniforme Hosen.
Spielerisch ist auch das neue UFC äußerst komplex. Standkampf, Clinch und Bodenaktionen müssen in Trainings-Challenges geübt werden, sonst seht Ihr kein Land! Im Ring ist die Optik eine Wucht. Wunden platzen auf, Blut und Schweiß verteilen sich auf den Körpern und der Ringmatte, und Muskeln und Haut verformen sich realistisch. Ab und an sind die Animationen aber zu hektisch. Beim Ringeinmarsch kommt es regelmäßig zu Rucklern. Der Ton überrascht mit optionalem deutschen Kommentar. Das Publikum reagiert mit Jubelgeschrei auf gute Treffer, wer Luftlöcher schlägt, kassiert Lacher, während die Trainer Anweisungen in den Ring brüllen. Insgesamt ein kompetentes Update, das aber in puncto Präsentation zu trocken rüberkommt.
Tobias Kujawa meint: Irgendwie will mich UFC 2 nicht in seinen Bann ziehen. Normalerweise ist der Karrieremodus für mich immer ein Genuss, doch hier hakt es an der Präsentation. Ich wechsle als Schwergewichtschampion die Gewichtsklasse und erlange auch dort den Gürtel den Kommentatoren ist das aber keine Erwähnung wert. Interviews, Ligawechsel oder wenigstens Sportmagazin-Cover gibt es auch nicht, schade. Als großer FIFA Ultimate Team-Fan war ich zudem neugierig auf die Einbindung in UFC 2, neue Attacken und Trainingsmethoden motivieren mich aber nicht zum Weiterzocken. Schade, denn ansonsten ist UFC 2 wieder super, die Athleten sehen klasse aus, Schläge und Tritte haben Wucht und das Steuerungskonzept ist komplex, aber logisch und mit Fleiß erlernbar.
- erstellt eigene UFC-Events
- tippt die Ergebnisse realer UFC-Begegnungen und spielt sie im Vorfeld
- originale UFC-Präsentation
- spielerisch sehr komplex
Riesiger Kader, gutes Kampfsystem und große Modi-Vielfalt. UFC 2 bietet viel für Fans, präsentiert sich aber nüchtern.
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