So nischig die Rollenspiele der Hyperdimension-Neptunia-Serie auch sein mögen, so zahlreich sind sie mittlerweile nicht nur in Japan, sondern auch in Europa! Drei Episoden erschienen seit 2010 für die PS3 ReBirth2: Sisters Generation mitgerechnet, gibt es auf der Vita jetzt zwei großzügig überarbeitete Remakes sowie den spielerisch mäßigen Abenteuer-/Musik-Ableger Producing Perfection. Und dazu gesellen sich demnächst Hyperdimension Neptunia Victory II (eine neue Episode auf PS4) Hyperdevotion Noire: Goddess Black Heart (Taktik-Ableger für Vita), Hyperdimension Neptunia U (Actionklopper-Ableger, auch für Vita) und ReBirth3: V Century (ratet mal)… Das ist respektabel für ein eher minimalistisches RPG, dem man kaum Kundschaft außerhalb Tokios Akihabara-Distrikt vorausgesagt hätte.
ReBirth2: Sisters Generation basiert auf der zweiten PS3-Episode: Neptune, die Heldin des Erstlings, macht hier Platz für ihre kleine Schwester Nepgear. Auch die anderen CPUs, dralle Verkörperungen von Wii, PS3 und Xbox 360, weichen ihren kleinen Geschwistern Uni steht für die PSP, Ram und Rom für den DS. Allen gemein ist der Hang zu knapper Kleidung, provokanten Posen und zweideutigen Dialogen die Moe-Kundschaft sitzt wieder in der ersten Reihe.
Spielerisch ist ReBirth2 ein stark auf ein paar Grundmechaniken reduziertes Rollenspiel: Auf der Weltkarte wählt Ihr Euer nächstes Ziel, Städte gibt es nur in Menüform und Dungeons sind in sich abgeschlossene Areale, die nur so vor Monstern wimmeln. Mit einem schnellen Schlag auf die stets sichtbaren Unholde sichert Ihr Euch die Initiative, in den rundenbasierten Kämpfen bewegt Ihr Euch innerhalb Eurer Reichweite frei durch die Arena und haut Feinden Combos und Spezialattacken um die Ohren. Icons zeigen Euch an, wo neue Events die Handlung vorantreiben, Kriegskasse und Inventar füllen Nepgear und Co. über Quests der örtlichen Gilde.
Ein paar kompliziertere Systeme geben Euch mehr Kontrolle über die Party und den Spielablauf. Das Remake-System erlaubt, Monster oder Gegenstände in einem Dungeon auszutauschen. Auf gefundene Game-Discs könnt Ihr verschiedene Skills und Boosts brennen, um die Heldinnen stärker zu machen. Richtig intuitiv sind diese Systeme jedoch nicht ohne Kenntnis des Vorgängers oder Tutorial-Konsultation und etwas Trial&Error werden sich Euch die komplexeren Aspekte des zweiten Neptunia-Remakes nicht so schnell erschließen.
Thomas Nickel meint: Wer einen Tag in Akihabara mit seinen grellen Farben, der schrillen Musik und den omnipräsenten, großäugigen und knapp bekleideten Manga-Mädchen zubringt, keine bleibenden Schäden davonträgt und möglicherweise sogar über einen zweiten Besuch nachdenkt für den ist die Neptunia-Serie gemacht. Das stark reduzierte Rollenspiel schießt sich auf eine ganz bestimmte Zielgruppe ein und bietet genau das, was diese möchte alle anderen kratzen sich verwundert am Kopf. Die Mischung aus Insider-Humor, Moe-Mädchen, Anspielungen, pubertärem Otaku-Witz auf der einen sowie durchaus komplexen Spielsystemen und manch forderndem Bosskampf auf der anderen Seite funktioniert aller scheinbaren Widersprüche zum Trotz eben doch. Zudem ist es positiv zu vermerken, dass die Vita-Fassung mit ihrem verbesserten Kampfsystem und der saubereren Darstellung ein gutes Stück besser ist als das PS3-Vorbild auch wenn die Präsentation weiterhin bescheiden ausfällt.
- gelungene Kämpfe
- interessantes Remake-System
- alberner Otaku-Humor
- alternative japanische Tonspur
Anhänger schriller Fernost-Kost kommen nicht daran vorbei: Hinter der bunten Fassade steckt ein unspektakuläres, aber stabiles Rollenspiel-Gerüst.
| Singleplayer |  | 68 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |