Als wohl letztes Xbox-360-Spiel aus dem Hause Microsoft ist Forza Horizon 2 ein Abschiedsgeschnek mit Licht und Schatten: Die Entwicklung wurde nicht von den Machern der Xbox-One-Fassung übernommen, sondern ausgelagert – Sumo Digital (u.a. dank OutRun 2 und Segas Sonic-Spaßrasern als Genrekenner und -könner etabliert) schraubte das Rennspiel auf der alten Hardware und mit Nutzung der Technologie des Erstlings zusammen. Anders aber als etwa bei Titanfall, das auf beiden Konsolengenerationen weitgehend dasselbe Spiel war, unterscheidet sich Horizon 2 in vielen kleinen und großen Details.
Zwar fahrt Ihr auf der Xbox 360 durch die gleiche südeuropäische Kulisse, auch wenn Querfeldeintouren häufig durch Straßenbegrenzungen eingeschränkt werden. Allerdings folgt Ihr hier einer fest vorgegebenen Meisterschaftstour, deren Gegner sich Eurem Vehikel anpassen, das Fahrerfeld schrumpft auf acht statt zwölf Teilnehmer. In der Welt wurden weniger auffindbare Schilder versteckt und es gibt weniger, aber dafür teils andere Showrennen.
Mit diesen Einschränkungen ließe es sich noch gut leben, leider macht Horizon 2 aber auch ein paar sichtliche Rückschritte gegenüber dem zwei Jahre alten Vorgänger, gerade die Optik erweckt einen schlampigeren Eindruck: Teils fade Texturen und viele karge Landschaften prägen das Bild, immerhin trösten stabile 30 Bilder pro Sekunde – dass Xbox-360-Raser auf Regenwetter verzichten müssen, ist wenig überraschend, aber trotzdem schade. Ein Rätsel bleibt zudem, wieso online die freie Erkundung der Welt nur noch mit Freunden möglich ist – auch das konnte Teil 1 besser. Unterm Strich überwiegen aber auf der alten Hardware noch die Stärken. Doch wer die Wahl hat, greift unbedingt zur Xbox-One-Fassung.
Ulrich Steppberger meint: Perfekt ist Horizon 2 nicht – aber so nah dran wie vorher kein anderes Rennspiel. Denn die großartige Spritztour macht mich auf der Xbox One fast wunschlos glücklich: Tolle Optik (der ich die vereinzelten Textur- und Schatten-Pop-ups leicht verzeihen kann), astreines Fahrgefühl, gewaltiger Umfang ” das passt einfach zusammen. Die Drivatare sorgen für “menschlichere” Rennen, an den gelegentlichen Regenschauern erfreue ich mich dank ihrer schicken Darstellung und die waghalsigen Querfeldeinfahrten sorgen immer noch für Laune. Zu meckern habe ich kaum etwas: Dass Südeuropa inszenatorisch weniger Abwechslung bietet als Colorado in Teil 1, überrascht ein wenig, ist aber auch Geschmackssache. Schade finde ich dagegen, dass ich nicht einfach zwischendurch ein Einzelrennen nach meinen Vorstellungen starten kann.
Thomas Stuchlik meint: Das zweite Horizon merzt viele Mankos des Erstlings aus und offeriert ein Fahrspaßspektakel vor malerischer Urlaubskulisse. Was will man mehr? Dabei baut das Spiel konsequent auf die etablierten Stärken, doch die offene Welt ist weit größer, die Wagen- und Wettbewerbsklassen liefern mehr Abwechslung und die Online-Touren klappen vorzüglich. Außerdem sorgen dynamische Witterung sowie Tageszeiten für optischen und spielerischen Tiefgang. Auch das klasse Fahrgefühl irgendwo zwischen Arcade und Simulation geht schnell in Fleisch und Blut über. Allerdings könnte die Landschaft abwechslungsreicher ausfallen, da hat der erste Teil mehr Vielfalt geboten. Ebenso dürften Profis über zu wenig Anspruch meckern, auch wenn Schwierigkeit und Fahrhilfen einstellbar sind. Dennoch: Lasst Euch diese Raserperle nicht entgehen!
- Norditalien & Südfrankreich als Kulisse
- über 200 Autos in 28 Kategorien
- 168 Meisterschaften
- jede Menge Nebenbeschäftigungen
Mitreißende Raserei in sehenswerter offener Welt, die auf der Xbox One den Vorgänger in fast allen Belangen übertrifft.
| Singleplayer |  | 84 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |