Nintendos Party-Brettspiele bestachen immer durch launige Minigames statt besonders elaborierte Spielbretter. Trotzdem war die für Teil 9 getroffene Entscheidung, alle teilnehmenden Figuren einer Spielrunde in ein gemeinsames Fahrzeug zu stecken und damit stets gleichauf über die virtuellen Bretter zu schicken, eine seltsame. Macht das doch den Spielablauf vorhersehbarer und eintöniger.
Auch beim Daddeln von Teil 10 denken wir mit Wehmut an Shy Guys wandelbare Wunderbahn oder Koopas Monopoly-ähnliche Stadt der Mogule aus Mario Party 8 zurück denn Big N hat das statische Fahrzeugkonzept beibehalten. Also tuckern unsere bis zu vier Party People wieder gemeinsam über die ansehnlichen Spielbretter laben sich an positiven Ereignisfeldern, müssen andernorts Sternchen abgeben oder ein wankelmütiges Glücksrad entscheiden lassen. Wie im Vorgänger sind Ministerne die entscheidende Währung schnappt sie in der Spielbrett-Oberwelt oder in den zig Minigames, die wie üblich in den Varianten Jeder-gegen-Jeden, 1-gegen-3 und 2-gegen-2 auftauchen. Auch Spezialwürfel für genaueres Würfeln oder Boni für abgeschlagene Spieler kennen Mario Party-Veteranen bereits. Über die amiibo-Gimmicks (und die damit freischaltbare amiibo-Party) informieren wir im Kasten unten, aber da gibt es ja noch eine große neue Spielvariante: die Bowser-Party.
Hier fliehen vier Charaktere vor dem Wüterich: Die Bande müht sich würfelnd über die üblichen Spielbretter, derweil nutzt der Krötenkönig viele Würfel gleichzeitig und lädt zum 1-gegen-4-Minigame, wenn er die Flüchtenden erreicht (was dank idiotischer KI-Kollegen öfter vorkommt). Dann steuert der Bowser-Lenker das Minispiel am GamePad, die anderen vier Remote-Helden (Wii MotionPlus wird nicht benötigt) versuchen, seinen Bomben, Feuerstrahlen und Prankenhieben zu entgehen. Wer in diesen oft zu kurzen und vom Zufall torpedierten Disziplinen alle Herzen verliert, der scheidet aus. Eliminiert Bowser alle Opfer vor der Ziellinie, hat er seine eigene Party gewonnen.
Matthias Schmid meint: Schon bald hatte ich die Nase voll von den trägen Spielbrettern mir schmeckt das niedrige Tempo und das gemeinsame Herumgurken einfach nicht. Besonders enttäuscht hat mich die Bowser-Party Nintendo liefert keine einzige coole Existenzberechtigung für das GamePad. Die paar Zusatz-Disziplinen (Juwelenpuzzler, Badminton, Duell gegen Mini-Bowser) sind in Ordnung, nutzen sich aber rasch ab. Also starte ich lieber ein Minispiel nach dem anderen hier kommt mit Freunden immer noch guter Partyspaß auf. Solide Geschicklichkeits-Aufgaben, wilde Schüttel-Wettkämpfe, schöne Mini-JumpnRuns und die obligatorischen Zufalls-Spielchen wechseln sich ab ein paar Knaller sind dabei, einige Rohrkrepierer auch. Gefallen haben mir die speziellen Spielbretter, die Ihr mit Euren amiibos freischaltet.
- 12 spielbare Figuren
- wie immer Dutzende Minigames, darunter 10 Bowser-gegen-alle-Spielchen
- Musik, Fahrzeuge, Bonus-Charaktere, Figuren für Foto-Modus etc. freispielbar
Schwächer als die letzten Partys: Teil 10 bietet nette amiibo-Features, enttäuscht aber auf Brettspiel-Ebene und bei den GamePad-Minispielen.
| Singleplayer |  | 62 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |