Die Acht im Logo von Mario Kart 8 ist stark designt: Sie sagt nicht nur aus, dass es sich um den achten Teil der legendären Fun-Racer-Serie handelt, sondern erinnert durch ihr geschwungenes Äußeres auch an einen Kartkurs. Zudem ähnelt diese kurvige, schräg gestellte Acht dem mathematischen Symbol für die Unendlichkeit (?) ein unterschwelliger Hinweis auf den unendlichen Mehrspieler-Spaß der Serie?
Wir wissen es nicht! Doch wir können Euch bereits verraten, dass auch die neueste Mario Kart-Episode in der Redaktion für mächtig gute Laune gesorgt hat. Und für ein klein bisschen Wut nicht wahr, Sascha? Und auch wenn besagter Kollege wohl nicht zu denen gehören wird, die am 30. Mai schon vor Ladenöffnung vor dem örtlichen Videospiel-Dealer campieren, muss Nintendo darauf hoffen, dass sein aktuell bestes Pferd im Stall endlich für den Wind unter den Flügeln des Wii U sorgt, den die Konsole so dringend braucht. Die DS- und Wii-Episoden haben sich schließlich mehr als 20 bzw. mehr als 30 Millionen Mal verkauft. Mario Kart Wii ist mit sage und schreibe 35 Millionen Exemplaren gar das meistverkaufte Videospiel der Welt lässt man Tetris, Wii Sports und Super Mario Bros außen vor, die einen großen Anteil ihrer Verkäufe bekanntlich als Teil eines Konsolenbundles erzielten.
Wahrlich große Fußstapfen, in die Mario Kart 8 tritt. Umso erfreulicher ist es, dass Ihr schon wenige Minuten nach dem Einschalten von der Technik begeistert sein werdet. Mario Kart 8 ist gnadenlos hübsch geworden: Da flimmert nichts, da ruckelt nichts, da clippt nichts. Stattdessen zauberhaft designte Kurse mit plastischer Randbebauung, dreidimensionalem, knackscharfem Publikum und allerlei drolligen Details. Von netten Werbeschildchen über feiernde Nintendo-Charakter bis hin zu dümmlich dreinblickenden Kühen, die über die Strecke schlendern. Dazu läuft das Geschehen in butterweichen 60 Bildern pro Sekunde lediglich im Vierspieler-Modus soll die Bildrate halbiert sein. Warum soll? Nicht, weil wir es nicht ausprobiert haben, sondern weil es während des Spielens eigentlich nicht auffällt. Lediglich auf manchen Kursen wirkt das Sonnenlicht zu gleißend, scheinen die Farben ein wenig zu blass. Trotzdem muss sich Mario Kart 8 hinter der aktuellen Next-Gen-Konkurrenz nicht verstecken eine schöne Überraschung angesichts all der Wii-U-Negativschlagzeilen der letzten Monate.
Keine Überraschung und trotzdem schön ist das große neue Feature von Mario Kart 8 die Anti-Schwerkraftpassagen, die es Eurem Kart ermöglichen, an Wänden und Decken zu fahren. Diese Abschnitte spielen sich zwar fast genauso wie die üblichen Streckenteile und doch hat dieses Feature großen Einfluss auf das Kurslayout: Die 16 neuen Pisten bieten dank einer Vielzahl von Steilkurven und Überkopfpassagen noch mehr (optische) Abwechslung als bisherige Pisten zudem sind auch die Flug- und Unterwasserpassagen wieder mit an Bord, die in den letzten Serienteilen hinzukamen. Altbekannt bzw. bewährt sind die meisten Items, die Ihr auf den Strecken sammelt und gegen Eure Kontrahenten (bzw. zu Eurer Verteidigung) einsetzt.
Natürlich kehren grüne, rote und blaue Panzer, Pilze, Bananen, der Blitz oder der Stern zurück. Nicht mit an Bord sind z.B. die falsche Fragezeichenbox, der Kettenhund oder der Tanooki-Schwanz. Dafür ist das Lucky 7-Item aus Teil 7 quasi wieder mit dabei, diesmal passend zum Titel bestehend aus acht Einzelitems wer das im Sack hat, kann mächtig austeilen. Die Item-Novizen sind ein Bumerang, eine schnappende Piranha-Pflanze und eine Schallhupe in den Redaktionsduellen gefiel uns von diesen die gierige Topfpflanze am besten. Der blaue Stachelpanzer bleibt ein Streitfall: Das grundsätzliche Problem, dass er dem weit hinten platzierten Fahrer, der ihn meist bekommt, wenig bringt, dafür die ersten Plätze durcheinanderwirbelt, bleibt bestehen. Allerdings wurde auch hier an der Balance gefeilt: Wir erinnern uns in den frühen Episoden (z.B. auf dem N64) zischte der Panzer in der Mitte der Fahrbahn über den Asphalt und traf immer den, der beim Abschuss in Führung lag. Für dazwischen positionierte Piloten war es leicht, dem Panzer zu entgehen, man fuhr einfach nicht in der Straßenmitte zudem konnte der blaue Panzer keine Sprünge mitmachen. Seit Double Dash!! fliegt er hoch übers Feld, überquert daher auch Abgründe und trifft immer den, der kurz vor der Ankunft des Blauen in Front liegt. Das letzte Detail gilt auch in Mario Kart 8 immer der aktuell Führende wird erwischt allerdings hovert der Panzer nun wieder eher flach über die Strecken. Daher sind auch die Kartlenker zwischen Panzer-Absender und -Empfänger bedroht.
Weitere Details, die uns aufgefallen sind: Der Stunt-Boost ist wieder mit dabei drückt einfach genau im Moment eines Absprungs an einer Rampe die Drift-Taste dann vollführt Euer Fahrer eine nette Animation und Ihr freut Euch über einen Mini-Boost. Mehr Temposchub gibt es aber für gute Drifter: Wer lange durch Kurven slidet, erhält beim Loslassen der Taste (je nach Länge des Drifts) entweder einen mittleren oder großen Boost. Und selbstredend ist auch der gute alte Power-Start dabei drückt ganz kurz nach dem Erscheinen der 2 auf der Startampel das Gaspedal durch und Ihr werdet flotter loszischen als Eure Widersacher.
Es geht weiter mit Mario Kart-Traditionen: Es gibt die üblichen vier neuen Cups mit je vier Kursen, dazu vier Retro-Pokale mit je vier Retro-Strecken. Und natürlich auch die drei Tempo- und Schwierigkeitsklassen 50, 100 und 150 cc. Auch das Münzsammel-Feature kehrt zurück wer Münzen von der Strecke aufliest, wird ein klein bisschen schneller.
Wem die Charakter-Auswahl zum Start (16 Stück) zu gering ist, sollte sich rasch an die Cups machen damit schaltet Ihr neue Piloten frei. Durch auf der Strecke eingesackte Coins werden neue Kart-Teile verfügbar die sind großteils witzig gestaltet und haben auch Einfluss auf die Werte. So kommt z.B. auch ein wendiger, aber eher langsamer Charakter wie Shy Guy auf ordentlich Speed.
Die Online-Features waren zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbar sie klingen aber gut: Bis zu 12 Spieler treten global oder regional gegeneinander an und treffen sich auf Wunsch in sogenannten Rooms hier gibt es auch Voice-Chat. Hinzu kommen Turniere, das Hochladen von Ghost-Daten sowie Mario Kart TV. Letzteres ermöglicht das Editieren von Replay-Clips sowie den Upload selbiger zu Mario Kart TV, YouTube oder ins Miiverse.
Wer offline im Splitscreen Rennen austrägt, freut sich über Item-Einstellungsoptionen oder legt Teams fest leider könnt Ihr die Rundenzahl nicht ändern.
Oliver Schultes meint: Hupen, indem man mit der Nase (man hat ja beide Hände am Controller) den Screen des GamePads berührt spielerisch ist das sinnfrei, aber eine Gaudi für alle kleinen und großen Kinder. Und der Beweis, dass Nintendo die Liebe zu aberwitzigen Details nicht verloren hat. Was Big N zudem beherrscht wie kein anderer, ist das Ausbalancieren von Charakteren, Strecken, Steuerung und Extras: Hier hakt rein gar nichts im Spielgetriebe, der aus Bayern stammende Spruch Freude am Fahren passt auf Mario Kart 8 wie meine Nase auf die Hupe. Dass blaue Panzer zumindest gefühlt jetzt seltener auftauchen, reduziert zwar wutentbranntes Geschrei, macht die Rennen aber einen Tick weniger abhängig von Zufällen. Ach ja: Die Kurspalette ist ebenso stark wie die knuffige HD-Optik.
Thomas Stuchlik meint: Nintendos altbewährte Spaßraser-Mechanik läuft wieder zur Höchstform auf. Auch auf der Wii U kämpft Ihr verbissen um Platz 1 und liefert Euch zahllose Duelle mit Kumpels. Die Mehrspieler-Modi bieten feinstes Vergnügen, selbst im Solospiel kommt Freude auf den einfallsreichen Pisten und dem überragenden Fahrverhalten sei Dank. Vor allem die neuen Kurse punkten mit mehr Anspruch als die simpler konstruierten Retropisten. Einige Makel bleiben allerdings: Das eingeschränkte Mario Kart TV sehe ich als überflüssiges Gimmick an. Außerdem wurde der Battle-Modus obsolet gemacht denn neuerdings tragt Ihr die Schlachten auf acht normalen Kursen aus. Gut hingegen finde ich, dass Ihr in allen Rennen nur ein einziges Extra und kein weiteres in der Hinterhand mitführen dürft. Umso mehr kommt es auf fahrerische Klasse an. Und das ist gut so!
Matthias Schmid meint: Beim Test einer neuen Mario Kart-Episode bemerke ich immer, dass ich grundsätzlich mehr Mario Kart spielen sollte. Das liegt vor allem an den genial designten Strecken zwar sind auch diesmal ein paar wenige Kurse dabei, die ich persönlich nicht so mag, aber grundsätzlich wurden die Pisten durch die neuen Antigravity-Passagen noch fetziger. Außerdem ist die Grafik von Mario Kart 8 der Hammer zum Anbeißen hübsch! Jedoch merke ich auch, dass aller Multiplayer-Gaudi zum Trotz der Ärger stets mitfährt. Wer ins Mittelfeld gerät, muss immer noch mit Item-Bombardements rechnen dann läuft gar nichts und ich hasse das Spiel kurzzeitig. Zwei Details stören mich zudem: Wer in Mario Kart 8 ein Item wie Banane oder Panzer hinten an sein Kart hängt (als Schutzschild), kann beim Durchfahren einer Fragezeichen-Box kein neues Extra mehr aufsammeln das nimmt eine Prise Taktik heraus. Den (von mir ohnehin nie geliebten) Battle-Modus auf normale Strecken zu verfrachten, ist schlicht Unsinn.
- 16 Fahrer zum Start, später 29
- sehr routinierter Nachfolger
- technisch exquisit
- auch auf GamePad-Screen spielbar
- Battle-Modus jetzt auf normalen Strecken
Die Wucht in Tüten auch das neue Mario Kart verzückt Mehrspielerfreunde mit perfekter Steuerung, kreativen Kursen und starker Optik.
| Singleplayer |  | 89 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |