Die Faszination des Abschießens von Raumschiffen wurde unserem Hobby in die Wiege gelegt: In Spacewar, dem ersten Computerspiel überhaupt, feuerten schon 1962 zwei Piloten mit Projektilen aufeinander. Das genügte für Hochspannung ein halbes Jahrhundert später funktioniert das Prinzip immer noch prächtig.
Resogun kombiniert Twinstick-Shooter-Steuerung (Analogsticks dienen zum Lenken und Schießen) mit Defender-Spielmechanik (links und rechts fliegen, Männlein retten) und fügt ein paar Feinheiten hinzu. Da wäre zum einen der von Super Stardust HD bekannte Boost, der Euch via L1 zeitlich begrenzt beschleunigt und Gegner unbeschadet rammen lässt zum anderen löst Ihr per R1 das Übersteuern Eurer Waffe aus, was zu einer Art Superschuss führt. Smartbombs als letzte Rettung sind ebenfalls an Bord.
Neben dem Eliminieren von in Wellen anrückenden Alienschiffen ist das Befreien und Retten von zehn grünen Menschlein in jedem der fünf kreisförmigen Levels Eure Hauptaufgabe. Ballert innerhalb eines Zeitfensters alle grün schimmernden Feinde ab, um ein Männlein aus seiner Gefängnisbox zu holen wenn Ihr nicht alle Gegner erwischt, stirbt es. Sobald es aus seiner Box entwischt ist, läuft es auf dem Boden der Spielfläche umher und kann durch feindliche Schiffe entführt werden oder durch Euren Beschuss in Abgründe stürzen. Also schnappt Euch das Männchen und bringt es zum rettenden Beamstrahl: Dafür erhaltet Ihr essenzielle Goodies wie Extraleben oder Smartbombs und treibt auch den Multiplikator in die Höhe.
Und darauf kommt es letztlich an, denn bei Resogun geht es um den High Score: Wer z.B. auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe startet, wird auf den Faktor 5 und entsprechend begrenzte Höchstpunktezahlen limitiert. Um überhaupt den Multiplikator steigen zu lassen, müsst Ihr kontinuierlich Feinde abschießen, Menschlein retten sowie Boost und Übersteuern klug einsetzen und nicht sterben. Drei Raumschiff-Typen bringen u.a. mit zielsuchenden Lasern oder längerer Boost-Dauer zusätzliche Tiefe ins Spiel.
Das visuelle Design setzt auf Voxel (volumetrische Pixel), was einen eigenständigen Look erzeugt und spektakuläre Special FX wie den Zerfall der Spielwelt in kleine Würfel erlaubt. Durch das Level rasende Lichtspielereien und -brechungen, verzerrende Linseneffekte sowie bildschirmfüllende, vielgestaltige Explosionen machen Resogun zum Augenschmaus. Ein druckvolles Sounddesign samt effektgeladener Surround-Abmischung komplettiert die audiovisuelle Komponente.
Oliver Schultes meint: Gestatten, mein Next-Gen-Liebling! Spielspaß kann mit so wunderbar simplen Mitteln erzeugt werden: blitzsaubere Hingucker-Grafik in 1080p samt 60 Bildern pro Sekunde, wuchtiger Sound und ein Punktezähler, der sich durch taktisch kluge Aktionen und Pad-Geschick füllt. Zudem bietet Resogun eine hervorragende Lernkurve mit behutsamem Einstieg und knallhartem Shootem-Up-Profisport am anderen Ende. Unverständlich finde ich das Fehlen eines tiefer gehenden Tutorials bzw. einer detaillierten Anleitung die ausgeklügelte Spielmechanik erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Trotz geringen Umfangs eine Kaufempfehlung!
Kurzer, dank Effekt-Feuerwerk spektakulärer Defender-Nachfahre.
| Singleplayer |  | 8 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |