Eine illustre Kämpferriege, brutale Finisher und unfassbare Combo-Ketten Beatem-Up-Fans wissen, was gemeint ist: Killer Instinct. 1994, als Rare noch Rare war, eroberten die Engländer mit dem derben Prügler die Spielhalle. Später sorgte das Game dafür, dass Nintendo-Konsolen nicht nur Kinderspiele im Angebot hatten. Viele Jahre danach kehrt der Klopper nun zurück statt Nintendo begleiten Jago und Co. nun den Start der Xbox One, und zwar für lau!
In der Tat zahlt Ihr für den Download des Revivals keinen Cent, auf Disc kommt Killer Instinct gar nicht raus. Das alles hat trotzdem seinen Preis: Als spielbarer Charakter steht Euch nur Mönch Jago zur Verfügung. Wollt Ihr die Figuren aufstocken und auf bekannte Namen wie Glacius, Thunder oder Orchid zurückgreifen, müsst Ihr diese als einzelne Downloads zu je 5 Euro kaufen oder das Komplettpaket für 20 Euro auf Eure Festplatte ziehen. Darin enthalten sind neben den genannten Kämpfern noch Sabrewulf und Sadira: Letztere stößt neu zur Kämpferriege. Nach dem Launch des Spiels dürft Ihr gegen Bares noch mit Fulgore und Spinal den Cast vervollständigen.
Auch bei den Spielmodi geizen die Entwickler: Lokal gibt es im Versus-Modus aufs Maul, hier drescht Ihr die CPU oder einen Kumpel weg. Bei Survival gilt es, möglichst viele Gegner zu überleben. Online zockt Ihr gegen andere Gamer, schmückt dafür wie bei Street Fighter IV Eure Gamercard mit Sprüchen und Emblemen. Diese Extras kauft Ihr im spielinternen Shop mit KP-Punkten, die es für das Erfüllen zahlreicher Herausforderungen der Marke Besiege drei Gegner gibt. Neue Arenen und Charakterfarben greift Ihr ebenfalls im Shop ab. Ein Arcade-Modus wird nachgeliefert, wenn alle Spielfiguren erhältlich sind.
Killer Instinct verzichtet zwar auf blutige Finisher, jedoch nicht auf die berüchtigten Combos. Sie sind Herzstück des Kampfsystems der gute Dojo-Modus führt Anfänger gelungen an komplexere Kombinationen heran. Generell besitzt jede Figur mehrere Starter, um den Gegner für besagte Angriffe zu öffnen. Dann setzt Ihr mit simplen Tastenfolgen die Kette fort. Experten nutzen z.B. Abpraller von der Wand, um den Trefferzähler hochzutreiben. Das Steuerkreuz des One-Controllers macht bei allen Eingaben eine gute Figur nur Wagemutige daddeln mit dem schwammigen Analogstick. Und die Grafik? Hässlich ist Killer Instinct nicht, aber auch kein Vorzeigetitel der neuen Konsole. Die Bildrate bleibt stabil, doch Kantenflimmern und einige fiese Texturen ladet Ihr mit herunter. Nur einige Effekte, z.B. Glaciers Eisattacken, deuten die Power des Systems an. Der Soundtrack besteht aus Remixes bekannter Themen sowie Pop- und Elektrostücken.
Wer nur gezielt Geld für seine Lieblings-Charaktere ausgeben oder sowieso nur Jago spielen mag, wird mit Killer Instinct gut bedient. Alle anderen schauen mal rein das kostet ja nichts.
Sascha Göddenhoff meint: C-C-C-Combo! Wenn Killer Instinct bei seiner Rückkehr eines schafft, dann erneut fette Moves zu inszenieren. Das Kampfsystem pendelt hierbei angenehm zwischen leicht erlernbar und schwer zu meistern. Das Free-to-Play-Modell nehme ich dem Spiel jedoch ein wenig krumm: Nur ein spielbarer Kämpfer am Anfang ist zu wenig. Mit einem Kumpel auf der Couch mag ich nicht nur Jago gegen Jago zocken. Darüber hinaus darf in keinem Prügler ein Arcade-Modus fehlen. Grafisch gibt es kein Next-Gen-Flair, optisch liegt der Klopper eher auf gutem Xbox-360-Niveau. Motivierend hingegen finde ich die Kampfherausforderungen für Credits, mit denen ich neue Inhalte kaufe. Als Nostalgiker setze ich daher mein Gut-Gesicht auf und feuere noch eine Ultra Combo raus, denn die sieht echt klasse aus.
Ordentliche Neuinterpretation des Klopper-Klassikers, aber im Vergleich zu Genre-Größen wie “Street Fighter” & Co. nichts besonders.
| Singleplayer |  | 7 |
| Multiplayer |  |
| Grafik |  |
| Sound |  |