Die Xbox 360 feierte anno 2005 ihren Start, die PS3 stand ab 2007 in den Händlerregalen. Sechs respektive acht Jahre sind eine stattliche Lebenszeit, aber dennoch gehören beide Geräte nicht zum alten Eisen. Natürlich können sie sich nicht mit dem PC messen, welcher sich alle paar Monate einer internen Schönheitsoperation unterzieht und sich mit neuen Bauteilen wieder salonfähig macht. Beide Systeme hatten jedoch, wie Konsolen von je her, einen anderen Ansatz. Spielen sollte im Vordergrund stehen, und zwar ohne große Kompromisse. Zugegeben, Update-Politik und Zusatzanwendungen sorgten für ein Extra ein Möglichkeiten, die Systeme über das reine Daddeln hinaus nutzen zu können. Im Kern blieben beide aber Spielkonsolen online wie offline geht es bis heute primär um den Griff zum Controller und das damit verbundene Erleben von virtuellen Welten. Die umfangreiche Spielebibliothek beider Systeme offenbart gigantische Möglichkeiten, sich in eben diesen Welten auszutoben. Aufgrund des Alters kann manch Spielspaß-Knaller mittlerweile für wenig Geld begeistern. Online-Spiele laufen trotz immer wieder auftretender Lags und Serverprobleme insgesamt sehr gut die Battlefield– sowie Call of Duty-Lobbys sind ebenso gefüllt wie das (un)natürliche Grün des FIFA-Rasens. Kurzum: Man kennt sein System und weiß damit umzugehen. In einer guten und langen Beziehung ist das einfach so.
FIFA 14, Call of Duty: Ghosts, Battlefield 4, aber auch Gran Turismo 6 und Watch_Dogs stehen uns in nicht allzu ferner Zukunft ins Haus für kommende, aber ebenso aktuelle Konsolen. Der Grund ist klar: die vorhandene Hardware-Basis. Seit Jahren stehen in den Zocker-Haushalten dieser Welt 360 oder PS3, so dass bei Erscheinen der Spiele direkt losgelegt werden kann. Viele Zocker dürften diesen Umstand begrüßen, denn sie sind mit dem, was sie haben, absolut zufrieden. Nicht jeder wartet sehnsüchtig auf neues Hardware-Futter manch einer will einfach nur spielen. Die Wachablösung ist unausweichlich, aber eben nicht mit einem fixen Termin versehen. Darüber sind Themen wie Online-Pflicht und Gebrauchtspiel-Sperre nach wie vor nicht ganz vom Tisch, so dass mitsamt der Ankündigung der neuen Systeme mehr denn je viel Unsicherheit in die spielende Welt Einzug hält. Klar ist, dass weder Xbox One noch PS4 abwärtskompatibel sein werden. Für viele immer noch ein Versäumnis, denn wer möchte sich schon zwei große Konsolen gleichzeitig ins Wohnzimmer stellen? Ergo bleibt bleibt zunächst das System mit der größeren Spielepalette erhalten, und das ist nun einmal PS3 oder 360. Nicht wenige verkaufen auch ihr altes Spielzeug, um den Platz für den Newcomer zu räumen. Lassen sich geliebte Titel auf der neuen Maschine jedoch nicht abspielen, erübrigt sich ein Versetzen bereits im Ansatz. Da bleibt man doch erstmal bei seiner Konsole. Wie es gehen kann, zeigt derzeit bereits Nintendos Wii nämlich ihrer Nachfolgerin mit dem Anhängsel U die lange Nase. Die neue Kiste dümpelt hinsichtlich Software noch vor sich hin, Wii-Spiele sind jedoch in Hülle und Fülle zu haben. Darunter befinden sich viele gute bis sehr gute Spiele, welche grafisch vielleicht keinen Stich setzen, spielerisch aber zweifellos begeistern können. Der Wii kommt außerdem zu Gute, dass sie im Hinblick auf Internet-Konnektivität ziemlich geringe Ansprüche stellt ganz im Gegensatz zu ihren HD-Konkurrenten mit dicken Patches und System-Updates. Die Einstellung des Supports bei gewissen Spielen, egal ob sie etwas älter waren oder sich schlecht verkauften, ist schon mehrmals vorgekommen.