| Spiel: | Giana Sisters: Twisted Dreams |
| Publisher: | bitComposer |
| Developer: | Black Forest Games |
| Genre: | Jump'n'Run |
| Getestet für: | 360 |
| Erhältlich für: | 360 |
| USK: | 6 |
| Erschienen in: | 4 / 2013 |
Giana und ihre Schwester sind weit gekommen: In den 1980ern debütierten sie als deutsche Heimcomputer-Alternative zu Super Mario Bros. tatsächlich war ihr erster Auftritt dem Klempner-Klassiker so ähnlich, dass Nintendo mit rechtlichen Schritten den Verkauf stoppte. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen wurde The Great Giana Sisters zum Kultspiel.
2009 gab es die Versöhnung zwischen Mario und Giana mit der DS-Fortsetzung: Die wartete zwar mit hübscher 2D-Grafik auf, enttäuschte aber manch alten Fan mit wenig Ideenreichtum und quasi nicht vorhandener Schwierigkeit. Dieses Problem hat Giana Sisters: Twisted Dreams nicht: Das neue Abenteuer ist ordentlich herausfordernd und der knallbunte Hüpfspaß punktet auch mit vielen eigenen Einfällen, sodass das Image des Mario-Klons endgültig überwunden sein dürfte.
Um ihre entführte Schwester Maria zu retten, reist Giana durch eine Fantasy-Welt oder eigentlich sogar zwei, denn hier kommt ein aus Ikaruga oder auch Outland bekanntes Konzept ins Spiel. Auf Knopfdruck ändert Giana ihr Auftreten: Im blauen Kleid und mit blondem Schopf wirbelt sie durch die Lüfte einer düsteren Albtraumwelt und überwindet Abgründe. Als rothaarige Punk-Göre dagegen schießt sie quer durch herrlich bunte Landschaften und zertrümmert Blockaden. Dieser Szenario-Wechsel ist das technische Prunkstück der grafisch tollen Hüpferei, bei der nur manchmal Tearing den Eindruck trübt. Ohne jegliche Unterbrechung wechselt die Umgebung komplett ihr Gesicht: Aus schleimigen Pilzen werden bunte Blumen, rundlich kugelige Eulengegner wandeln sich in gehörnte Dämonen.
Das ist nicht nur eine grafische Spielerei, sondern wird auch spielerisch genutzt: Kristalle tauchen auf, Gitter und Falltüren öffnen oder schließen sich und aus giftiger Brühe wird klares Wasser. Nur wer geschickt hin und her wechselt, kommt in den clever ausgetüftelten und schnell fordernden Levels voran. Immerhin geht Euch Twisted Dreams mit einer wunderbar griffigen Steuerung zur Hand.
Und dann ist da natürlich noch die Musik: Einen guten Teil seines Ruhms verdankt Gianas C64-Ausflug dem Soundtrack von Chris Hülsbeck. Der ist erneut mit von der Partie und lässt zusammen mit seinem Kollegen Fabian Del Priore die liebgewonnenen Level- und Titelthemen von damals in jeweils zwei Stilrichtungen neu aufleben.
Thomas Nickel meint: Egal ob als süßer Blondschopf oder wilder Punk, Giana hats einfach drauf. Mit ihrem neuen Abenteuer löst sie sich endgültig vom großen Vorbild Mario und begeistert mit einem erstklassig spielbaren und grafisch überaus ansehnlichen Hüpf-Abenteuer. Mario mag unterm Strich in Sachen Spieldesign zwar immer noch die Knollennase vorn haben, bei der Präsentation ist Giana ihrem Vorbild mittlerweile aber voraus. Noch dazu ist Giana Sisters: Twisted Dreams weitaus kniffliger als der kindlich-einfache DS-Vorgänger: Die Dimensionswechsel-Mechanik, knackige Hüpfpassagen und vor allem die Bosse sorgen für eine gesunde Herausforderung. Damit widerlegt Entwickler Black Forest Games gründlich das alte Klischee der technisch makellosen, inhaltlich aber eher uninspirierten Spiele Made in Germany.
Rundum gelungene Weiterentwicklung des klassischen Hüpfers mit schicker Optik, guten Ideen und knackiger Herausforderung.
| Singleplayer | ![]() | 9 |
| Multiplayer | ![]() | |
| Grafik | ![]() | |
| Sound | ![]() |













