Atari, Midway, Acclaim, Virgin. Die Liste von Spieleherstellern, welche über die Jahre bankrott gegangen sind, ließe sich leider noch verlängern. In diese unrühmliche Liste gescheiterter Unternehmen reiht sich dieser Tage auch THQ ein. Seit im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass es um die Finanzen der Firma eher schlecht bestellt ist, sprossen jede Menge Gerüchte und Mutmaßungen über die Zukunft des Publisher aus dem Boden. Nun ist es amtlich: THQ gibt es nicht mehr. Wie es dazu kommen konnte und was mit den bestehenden Marken passiert ist, lest Ihr in der nachfolgenden Zusammenfassung ebenso wie einen kleinen persönlichen Nachruf.
Seit 1994 betätigte sich der ehemalige Spielzeughersteller THQ (Abkürzung für: Toy HeadQuarters) auf dem Gebiet der Videospiele. Im Laufe der Jahre konnte sich die Firma unter PC- und Konsolenspielern durchaus einen Namen machen, lieferte sie im Laufe der Jahre doch eine große Anzahl von Games für die verschiedensten Plattformen. Doch die aktuelle Konsolengeneration war für den Publisher wohl der Anfang vom Ende. Dabei begann bereits zum Start der Xbox 360 ein Erfolg: Saints Row erschien lange vor GTA IV und konnte als Sandbox-Gangster-Spiel durchaus überzeugen. Anfangs noch eher ernst in seiner Thematik, folgten mit Saints Row 2 sowie Saints Row: The Third eher parodierende und slapstick-lastige Vertreter des Genre. Darüber hinaus hatte THQ seit vielen Jahren eine im wahrsten Wortsinn schlagkräftige Lizenz im Ring: Die WWE-Spiele rund um die Wrestling-Größen des amerikanischen World Wrestling Entertainment erfreuten sich über Jahre konstant guter Verkaufszahlen sicherlich aber auch mangels entsprechender Alternativen.
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Ebenso gut aufgenommen wurd die Kooperation mit Comiczeichner Joe Madureira in Form des Action-Adventures Darksiders, welches 2009 erschien und mit Darksiders II noch einen Nachfolger erhielt. Positive Ansätze, möchte man meinen. Leider hätten die Verkaufszahlen oben genannter Spiele geradezu exorbitant sein müssen, um die Fehlschläge kompensieren zu können. Frontlines: Fuel of War ist wohl das erste Beispiel dafür. Der Ego-Shooter mit spielerischer Freiheit konnte 2008 nicht überzeugen, so dass es auch bei nur einem Teil blieb. Die Macher, KAOS Studios, welche auch bei THQ unter Vertrag standen, blieben mit ihrem zweiten Projekt jedoch dem Genre treu. Diesmal sollte alles besser werden: mit packender Story sowie starker Atmosphäre sollte Homefront Akzente setzen. Eine entsprechende Werbekampagne ging dem Spiel voraus und wird den Publisher nicht wenig Geld gekostet haben. Doch alle Anpreisungen halfen nichts: Homefront blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Release im März 2011 verkaufte der Shooter im ersten Vierteljahr nur etwa eine Million Einheiten THQ hatte zwei Millionen angepeilt. Das Ergebnis: die Schließung der KAOS Studios unter der Bergründung einer strategischen Neuausrichtung. Ähnlich erging es Red Faction Armageddon: konnte der Vorgänger Red Faction Guerilla noch zufrieden stellen, sorgten die schlechten Absätze des Nachfolgers für die Einstellung der Serie.












