Die Diskussion um Sex in Videospielen ist ein Dauerthema, dass alljährlich wieder aufkeimt – oft zeitgleich mit der Spielemesse E3, wo die Hersteller zum Anpreisen ihrer Produkte natürlich alles geben: Sei es bei den Spielen, die nackte Tatsachen zeigen, oder bei deren Bewerbung mit meist leichtgeschürzten Messe-Hostessen.
Letzteres verurteilte Marcin Iwinski übrigens: “Der billigste Trick besteht darin, ein schickes Auto zu zeigen und ein Messe-Babe daneben zu stellen”, erklärte der CEO von CD Projekt, auch wenn ihm natürlich bewusst ist, dass dies immer geschehen wird, solange ein Teil des Publikums männlich ist.” “Sex sells” ist bekanntermaßen eine gängige Marketing-Strategie – doch hier gilt es zu differenzieren. In einem Interview mit Rock Paper Shotgun verteidigte Iwinski die Verwendung von Sex in den Spielen selbst.
In der Spielereihe The Witcher von CD Projekt ist Protagonist Geralt von Riva bekanntlich kein Kostverächter, was die Damen anbelangt. Schon im ersten Teil der Reihe sorgte die Sex-Thematik vor allem in den prüden USA für Furore – “Zuhause [in Polen] ist es ein normaler Bestandteil des Lebens” erklärte Iwinski. Und darum geht es ihm – um Kohärenz: Wenn Sex ein schlüssiger Bestandteil der Welt ist, die der Entwickler schafft, hat er auch seine Berechtigung im Spiel.
Er vergleicht The Witcher dabei mit Game of Thrones: In der auf George R.R. Martins Büchern basierende US-Serie ist Sex und Gewalt allgegenwätig – doch eben nicht aufgesetzt zum Selbstzweck, sondern um die dortige sinistre Welt glaubhaft darzustellen. “Es geht um Macht, Politik und Sex. Es zeigt, wie wir sind – wie Menschen sich verhalten. […] Man könnte sie [die Game of Thrones-Produzenten] anklagen, dies zu missbrauchen, aber ich denke, [Sex] ist ein Teil der Schöpfung von George R.R. Martin…es wäre beschissen, den Sex dort wegzulassen”, argumentiert Iwinski. “Er ist nur ein Teil dieser Welt. Und diese Welt ist wirklich hardcore, oder? Das ist so ziemlich das gleiche mit The Witcher. Es ist ein wenig finster, aber es ist echt.”
“The Witcher ist kein Dungeons and Dragons, wo Küssen verboten ist. Es ist keine Barbie-Welt. Game of Thrones ist ein Beweis dafür. Wo Sex Sinn macht, bau ihn ein,” bekräftigte Iwinski noch einmal. Mehr Details erfährt man im kompletten Interview von Rock Paper Shotgun.