Ralph Baer, Videospielpionier und Entwickler der ersten Heimkonsole, dem Magnavox Odyssey, äußerte sich in einem Interview mit dem Salt Lake Tribune äußerst kritisch, was den Gewaltanteil in heutigen Videospielen angeht. “Ich denke, es ist eine Schande. Was ich geschaffen habe, ist abscheulich geworden. Die gleichen Dinge kann man auch in der Literatur, in der Musik und in der Kunst beobachten – eigentlich in jeder Form von Kunst”, sinnierte der mittlerweile 89-jährige im Interview.
Baer, der 1922 in Deutschland geboren wurde und gemeinhin als der Vater der Videospiele gilt, zeigte sich dennoch stolz über den heutigen Stellenwert von Konsolen und gab zu, dass zur damaligen Zeit niemand mit einer solchen Entwicklung gerechnet hätte: “Konnte ich voraussehen, wie weit diese Sache gehen würde? Die Antwort ist offensichtlich Nein. Niemand realisierte damals, dass wir uns auf einer geometrischen Kurve bewegten, die sich steil gen Himmel bewegen würde”.
Baer hatte neben seiner Arbeit für Magnavox noch die Brown Box entwickelt, die als Prototyp des Odyssey gilt, das Gesellschaftsspiel Simon und die erste Videospiel-Peripherie: eine Lightgun. Spötter würden jetzt vielleicht die Theorie vertreten, dass es die Entwicklung der heutigen Videospiele Richtung Gewalt vielleicht nicht gegeben hätte, wenn Baer statt einer Pistole etwas anders als Peripherie entwickelt hätte. Aber wie der Pionier schon selbst gesagt hat: “Wenn ich es nicht angefangen hätte, hätte es jemand anderes getan”.