Ralph Baer: “Ich denke, es ist eine Schande.”

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Ralph Baer, Videospielpionier und Entwickler der ersten Heimkonsole, dem Magnavox Odyssey, äußerte sich in einem Interview mit dem Salt Lake Tribune äußerst kritisch, was den Gewaltanteil in heutigen Videospielen angeht. “Ich denke, es ist eine Schande. Was ich geschaffen habe, ist abscheulich geworden. Die gleichen Dinge kann man auch in der Literatur, in der Musik und in der Kunst beobachten – eigentlich in jeder Form von Kunst”, sinnierte der mittlerweile 89-jährige im Interview.

Baer, der 1922 in Deutschland geboren wurde und gemeinhin als der Vater der Videospiele gilt, zeigte sich dennoch stolz über den heutigen Stellenwert von Konsolen und gab zu, dass zur damaligen Zeit niemand mit einer solchen Entwicklung gerechnet hätte: “Konnte ich voraussehen, wie weit diese Sache gehen würde? Die Antwort ist offensichtlich Nein. Niemand realisierte damals, dass wir uns auf einer geometrischen Kurve bewegten, die sich steil gen Himmel bewegen würde”.

Baer hatte neben seiner Arbeit für Magnavox noch die Brown Box entwickelt, die als Prototyp des Odyssey gilt, das Gesellschaftsspiel Simon und die erste Videospiel-Peripherie: eine Lightgun. Spötter würden jetzt vielleicht die Theorie vertreten, dass es die Entwicklung der heutigen Videospiele Richtung Gewalt vielleicht nicht gegeben hätte, wenn Baer statt einer Pistole etwas anders als Peripherie entwickelt hätte. Aber wie der Pionier schon selbst gesagt hat: “Wenn ich es nicht angefangen hätte, hätte es jemand anderes getan”.

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moshschocker
10. November 2011 13:14

hey leute,ganz im ernst, auch wenn ich games wie GOW 3 mag, aber er hat doch recht. einige videospiele können heutzutage wohl kaum mehr als kunst bezeichnet werden. ganz vorne dabei sehe ich da die COD serie (scheiss kriegspropaganda) und wenn jemand bei solchen zeilen nicht den bezug zu der realität sieht, der hat den bezug zur realität bereits verloren!so sehe ich das….und ich freue mich über leute, die hier die flagge “”gegen zuviel gewalt”” hochhalten, denn man kanns echt übertreiben und ich kanns echt nicht mehr sehen wie aus dem eins so abwechslungsreichen videospielbizz nur noch ein shooter mix geworden ist der ab und an mal ausnahmen bietet! ego perspektive hier, knarren da. es geht in den meisten fällen hauptsächlich dadurch, jemanden mit seiner waffe auf die bretter zu jagen. ich find das spaßig, aber ist das alles, was videospieler heutzutage geil finden? was ist aus dem charme der games aus den 90ern geworden, dem spielwitz? ………………..zelda wird zu einem nischenspiel (welcher gestandene mann zockt denn heute noch zelda und zieht es einem BF oder COD vor,..es gibt so wenige), wo ich mich frage, ob es sowas in 10 jahren übrhaupt noch geben wird. games aus japan sind für viele heute nur noch kindisch, weils nich BÖSE genug ist usw usw. es sind soviele dinge die mir in den letzten jahren aufgefallen sind und teilweise missfallen!!ich finds gut, dass sich einige artikel kritisch mit der thematik auseinander setzen…..denn ich persönlich finds scheisse, dass verdeckte pro amerika propaganda betrieben in spielen wie COD, wo die vietnamesen wieder mal die bösen sind, die es gilt auszuschalten! ganz wunderbar……die leute zockens einfach weils GEIL is, aber stellen sich zu selten die frage, was da alles hintersteckt……..zocken und genießen…ja von mir aus! aber einfach nur stumpf zu konsumieren….das missfällt mir! ganz egal ob es ums thema gewalt geht oder um die verschissene pro amerika flagge, die in soviele spielen wiederzufinden ist…

Pixelblut
9. November 2011 22:03

“”Abscheulich”” wow harte Worte. Ob da einer auf seine alten Tage weich wird? Aber nun gut. Geschmäcker sind halt verschieden. Für meinen Geldbeutel wären weniger gewalthaltige Spiele auch besser. 😉 In dieser Hinsicht vermisse ich die “”guten alten Tage”” – in denen mal leicht 1/2 – 1 Jahr zum nächsten virtuellen Schlachtefest vergehen konnten. Peace forever!

henning
9. November 2011 14:40

was mich nach wie vor aufregt ist, wie die usa in modernen realistischen kriegsschootern als die GUTEN dargestell werden. spätestens seit wikileaks habe ich nie wieder einen shooter mit modernem szenario gespielt. ich finde das genauso abartig, als würde man in einem kriegsshooter ins world trade center fliegen. der unterschied: die usa haben mit ihrem krieg ohne kriegsgrund zehn mal so viele zivilisten getötet wie die “”terroristen””. und das war wirklich kein “”versehen””, wie videos wie dieses beweisen.http://youtu.be/5rXPrfnU3G0?t=4m41s

Joe Chip
9. November 2011 14:19

Ich wär mal für bisschen weniger Gewalt, dafür mehr Sex.Ganz ehrlich, das ist doch wirklich wieder mal typisch USA: Gewalt ist ok, Sex ist pfui. Wie traurig …

Max @ home
9. November 2011 14:12

Ich kann seine Gedanken schon nachvollziehen: Ein Mensch einer ganz anderen Generation, der den Zweiten Weltkrieg und dessen Nachkriegszeit miterleben musste, hat natürlich einen ganz anderen Bezug zu einer solchen Thematik. Ein 16-jähriger Jugendlicher hingegen kennt Kriege ja in der Regel eher aus Sicht einer dritten Person.Ich habe nicht unbedingt etwas gegen Gewalt in Videospielen. Allerdings sollte sie für mich nicht dem alleinigen Zweck dienen, menschenverachtend sein oder einen propagandistischen Hintergrund haben. Aber ich denke, da hat sowieso jeder einen anderen Weg, wie er mit Gewalt in Medien umgehen möchte.

9. November 2011 13:59

Gewalt in Videospielen und anderen Medien ist so sicher wie das Amen in der Kirche gewesen, denn sie liegt leider in der Natur der Menschen. Ich zocke zwar gerne auch mal solche Games (Mortal Kombat, Shadows of the Damned), da sorgt das aber mehr für Belustigung und Aggressionsabbau. Grundsätzlich hängen mir solche Games aber zum Hals raus, CoD o.ä. fass ich schon gar nicht an. Da freue ich mich viel mehr auf Meisterwerke wie Ni No Kuni!

Walldorf
9. November 2011 13:56

Er hat schon recht, bis auf Nintendo entwickeln fast alle Publisher nur noch gewalthaltige Spiele (Sport- und Rennspiele mal ausgenommen).

Ralfonzo
9. November 2011 13:35

Auf die Frage “”Wo hört das auf?””: Ich denke der Trend wird sich irgendwann auch wieder ändern. Die Entwicklung ist zwar momentan, dass es immer mehr Gewalt in Filmen und Spielen gibt, das heißt aber nicht dass diese Entwicklung ewig so weiter g

zockeraNdi
9. November 2011 12:54

Ralph Baer mag ein Opa sein , aber er ist in erster Linie mal ein Held , ein richtiger !

16 Million Shades of Colour
9. November 2011 12:42

So genannte “”mature games”” mit Ratings jenseits der 16 sind traditionell vor allem bei 13- bis 15-Jaehrigen aeusserst beliebt. Ich bin nicht prinzipiell gegen Gewaltdarstellung im Videospiel. Auf den Kontext kommt es an. Oftmals wirkt sie jedoch allzu selbstzwecklerisch, monoton und letztlich stumpfsinnig, mit fliessendem Uebergang in psychopathischen Gewaltfetisch.

Beeberman
9. November 2011 12:28

Mir hängt es ehrlich gesagt auch zum Hals raus, dass eben jedes “”erwachsene”” Game immer mehr einen Schwerpunkt auf Gewalt legt, da sich das eben besser verkauft.Daran sieht man eigentlich schon wie pupertär die Zielgruppe noch ist…gerade in den USA und in Europa…

cloud1429
9. November 2011 12:27

Gut bei Shootern ist das eine automatische Entwicklung. Gut jeder der noch die SNES Zeiten kennt, kann das nur bestätigen, dass viele Storys auf ein minimum reduziert wurden aber die Gewalt dafür angehoben wurde.Auch in z.B. Musikvideos kann man das heute ja auch wunderbar sehen. Während in den 80. Jahren noch Kunstvolle Videos mit Geschichte erzählt wurden, gibt es heute mehr Softpornos und abnormale Bilder zu merkwürdigen Texten (Beispiel Lady Gaga)Die Frage die man sich hier stellt ist natürlich: Wo hört das auf?

Ralfonzo
9. November 2011 12:25

Die Welt bleibt nunmal nicht stehen, sondern entwickelt sich – so auch die Gesellschaft. Drehen wir deswegen alle durch? Nö. Ich denke mit Gewalt in Filmen und Spielen haben wir gelernt, besser mit dem Thema umzugehen, vielleicht sogar Gewaltpotential anders auszuleben.

torbus
9. November 2011 12:19

Spötter würden jetzt vielleicht die Theorie vertreten, dass es die Entwicklung der heutigen Videospiele Richtung Gewalt vielleicht nicht gegeben hätte, wenn Baer statt einer Pistole etwas anders als Peripherie entwickelt hätte……Das schoß mir beim Bildanblick auch sofort durch den Kopf 😉

Morolas
9. November 2011 12:19

@RonynlolWobei der Opa schon recht hat, wir meckern ja auch selbst schon dass fast nur noch shooter gibt.Das ist aber Normal, es ist jetzt einfach die Zeit der shooter, genau so wie es in den 90er die JnR oder beat em ups waren…Heul ich vermisse die bea

Ronyn
9. November 2011 10:53

Ach du ´Schande´!Opa erzählt vom Krieg.Und die Schöpfer von Buchdruck und Film würden heute Schmuddelhefte und Pornofilme “”abscheulich”” finden.Salt Lake Tribune wie in Salt Lake City?Ist das Gespräch jetzt eine Aufforderung der Mormonen zu mehr Liebe und Vielweiberei?