In der neuesten Ausgabe seiner eigenen Sendung Pach Attack prognostiziert Branchenanalyst Michael Pachter dem Medium Videospiel eine wolkige, den japanischen Entwicklern jedoch eine recht düstere Zukunft.
Seiner Ansicht nach wird es im Jahr 2030 keine im Laden zu kaufenden Spiele mehr geben. Alles wird sich auf den Vertrieb und Verkauf über das Internet verschieben. Das Zeitalter des cloud-based-gaming hat begonnen!
So geht Pachter davon aus, dass bereits 2015 ein signifikanter Teil der Software nur noch über das Internet zu erwerben sein wird und es schon 2020 die Hälfte aller Spiele betreffen wird. Im Jahr 2030 wird der Vertrieb und Erwerb dann schließlich komplett über das Internet laufen. Zu begründen sei dies damit, das im Grunde alle – seien es Hersteller, Vertreiber und am Ende der Konsument – von dieser Entwicklung nur profitieren können: Einsparungen bei Verpackungs- und Anleitungskosten und (vermeintliche) Unterdrückung von Raupkopien auf Entwicklerseite, geringere Preise und mehr Service auf Käuferseite.
Die einzigen Verlierer sind seiner Meinung nach die Einzelhändler (also jeder kleine sowie große Laden, der Spiele verkauft) und jene Käufer, die sich nur gebrauchte Spiele leisten können.
Entgegen seiner Annahme aus dem Jahr 2009, sieht Pachter trotz dieser Entwicklung eine weitere Konsolengeneration von Sony, Microsoft und Nintendo auf uns zukommen. Diese sollen um 2015 erscheinen. Aufgrund des stärkeren First-Party-Line-ups hält er aber nur Nintendo für Überlebens fähig.
Dem japanischen Spielemarkt prognostiziert Pachter keine rosige Zukunft. Eher sieht er den Einfluss japanischer Hersteller weiter schwinden. Während westliche Hersteller auf den asiatischen Markt drängen, tun sich seiner Aussage nach die Japaner immer schwerer, ihre Produkte erfolgreich in den Westen zu verkaufen und beginnen, sich wieder mehr auf den heimischen Markt zu konzentrieren. Als Beispiel nennt Pachter hier z.B. Vanquish (unseren Test gibt’s hier). Zwar wurde es durchgehend gut bewertet, von westlichen Käufern aber größtenteils mit Nichtbeachtung bestraft. Er hält japanische Entwickler zwar für extrem talentiert, sieht aber als Nachteil, das sie aufgrund kultureller Unterschiede nicht “westlich genug denken, um auch hier weiter erfolgreich sein zu können.
Was haltet Ihr von dieser Entwicklung? Könnt Ihr auf Spiele zum anfassen verzichten. Oder gar auf japanische Spiele?