Michael Herde meint: Auch ein Jahr nach Street Fighter IV gelingt es Capcom mit dem Super-Update nicht, einen rundum zufrieden stellenden Online-Modus anzubieten. Diverse Schwächen von unvorhersehbaren Lags trotz verheißungsvoller Signalstärkenanzeige bis zur häufig ergebnislosen Suche nach Mitspielern in bestimmten Modi bieten Raum für Verbesserung, die Capcom dank zahlreicher teurer Kostüm-Sets zum Download locker finanzieren können müsste. Als unhandlich empfinde ich es zudem, dass das Spiel nur einen Slot für individuelle Tastenbelegungen bereithält. Wer wie ich oft stundenlang auf dem Sofa sitzend mit mehreren Kumpels spielt, von denen jeder eigene Einstellungen bevorzugt, der muss bei jedem Weiterreichen des Controllers erstmal ins Optionsmenü. Vorteilhaft finde ich hingegen die optionale Installation, welche Ladezeiten dramatisch verkürzt. Spielerisch rechtfertigen zahlreiche Feinanpassungen hinsichtlich Reichweite, Dauer und Stärke der Moves den Neukauf, die zusätzlichen Charaktere erweitern das Viertelkreis- und Charge-Spektrum mit interessanten Kämpfern – allen voran Türkenringer Hakan und die Koreanerin Juri. Leider ist SSF IV kaum einsteigerfreundlich, denn trotz an sich simpler Special-Kommandos fallen diese Anfängern schwerer als die Eingabe von Tastenfolgen à la Soul Calibur IV oder Tekken 6. Davon abgesehen sind die dummen Gesichter vor einer Ultra-Combo zum Brüllen komisch und das punktgenaue Timing der Manöver in bester Street Fighter-Manier suchterzeugend. Ich habe in diesem Jahr jedenfalls nur noch ein Spiel ausgiebiger gezockt als Super Street Fighter IV – und dessen Vorgänger verstaubt seither im Schrank.
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