Seltsam das auf Maniac.de über Spacer Invaders Schmuck oder schlüpfrige jap. Tittenspiele im 20% Bereich berichtet wird, der Dt. Computerspielpreis aber keinerlei Erwähnung findet.
Was haltet ihr davon? Es gab ja einige Querelen bezüglich der Preisvergabe dieses Jahr. Ist der Preis eine Farce? Die finale Entscheidung für die Preisvergabe soll hauptsächlich bei Politikern und Vertretern des Jugendschutzes liegen, nicht bei Branchenkennern. Dementsprechend wurde dieses Jahr schlicht kein Preis “Bestes Internationales Spiel” vergeben, da alle Spiele mit geringfügigem Gewaltpotenzial wohl unerwünscht sind. Bzw wird nach Kritik seitens der Industrie jetzt hastig ein Spiel nachnominiert, neben Uncharted 2, Dragon Age und Prof. Layton, die aus verschiedenen Gründen nicht gewinnen dürfen.
Auf der einen Seite ist dieser Preis sicherlich sinnvoll um den Markt zu pushen und die Akzeptanz dem Medium gegenüber zu erhöhen. Die insgesamt 600.000 Euro spielen dabei eine deutlich unwichtigere Rolle als die symbolische Anerkennung. Gerade hier finde ich die Politik aber doppelgesichtig, wenn sich z.B. Seehofer durch Abwesenheit wiederholt klar vom Medium distanziert. Hier sollte man die Preisverleihung liberaleren Bundesländern überlassen wie NRW oder Sachsen.
Auch stärkt man eine so vielseitige und lebendige Branche nicht, indem man nur politisch mustergültige Lernspielchen prämiert. Was um Himmels Willen bringen Nominierungen/ Preise für Spiele wie Capt´n Sharky, WeWaii, das große Sarah Wiener Kochspiel oder Experimente? Diese Spiele haben weder großen kulturellen Wert noch sind sie branchenrelevant. Weder in Deutschland und erst recht nicht international.
Die sollen sich mal entscheiden was sie wollen. Die Spiele sollen “pädagogisch und kulturell wertvoll” sein.
Pädagogisch wertvoll sind die wenigsten. Aber auch die wenigste Musik, Filme usw sind pädagogisch wertvoll. Wie sähe eine Echo-Preisverleihung nach diesen Kriterien aus? Und wie sähe eine Berlinale aus, wenn nur pädagogisch wertvolle Lernfilme nominiert würden? Ohne so streitbare Werke wie The Killer Inside Me und unzählige andere? Hier werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt, die eben zeigt das die Games-Kultur NICHT respektiert & anerkannt wird.
Damit wären wir beim zweiten Kriterium “kulturell wertvoll”. Dazu möchte ich nur sagen, wenn man Computer- und Videospiele als Kulturgut anerkennen möchte, darf man das Medium nicht durch die politische Korrektheitsbrille betrachten. Gewaltanteile befinden sich in vielen Spielen, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Ausprägung. Wenn selbst diverse Rollenspiele nicht gewürdigt werden können, dann sollte man auch keinen Preis verleihen. Kulturell wertvoll sind World of Goo, Braid, SF4, Assassins Creed, Machinarium und unzählige andere. Denn das gesamte Medium in seiner Vielseitigkeit ist Kulturgut und damit kulturell wertvoll. Politische Korrektheit dagegen war medienübergreifend nie ein Kriterium für ein wertvolles Kulturgut.