Die Zukunft des Zockens Teil 1: mobiles Spielen

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    captain carotcaptain carot
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    Jeder kennt die Diskussionen der letzten Jahre, die auch und gerade von Spieleentwicklern angeheizt wurden. Wo geht es in den nächsten Jahren hin? Haben physische Datenträger Zukunft, wird irgendwann nur noch über Streamingclients gespielt, ist der PC vom Aussterben bedroht oder doch die Konsolen?
    Haben Handhelds noch eine Chance gegen Mobiltelefone? Und genau um den Teil soll es erstmal gehen. Auch, weil in nächster Zeit mit Nintendos 3DS und Sony Neo Geo Pocket, äh, Next Gen Portable, zwei neue Handhelds anstehen. Wie aber sieht die Zukunft der beiden Neulinge aus?

    Die etwas älteren unter uns erinnern sich noch gut daran. Handys konnten Ende der 90er endlich nicht nur Zahlen und Ziffern darstellen, sondern auch Grafiken, wenn sie denn einfach genug waren. Außerdem drangen die mobilen Telefonzellen langsam in den Massenmarkt vor, auch wenn noch längst nicht jeder eines hatte. In den Folgejahren kamen polyphone Klingeltöne, Farbdisplays, Kamera und MP3 sowie mehr und mehr Internetfunktionen. Trotzdem, die kleinen Monster konnten zwar von allem ein bisschen, aber nix richtig. Und vor allem, dank der schwachen Steuerungsmöglichkteiten ließen sich die wenigsten Spielkonzepte gut umsetzen. Außerdem, im Vergleich zu Handhelds war die Handytechnik meist extrem schwach. Zum Vergleich, das gar nicht so billige Nokia 6230 und die PSP kamen etwa zeitgleich heraus, technisch waren aber selbst die schnellsten Handys Lichtjahre hinter der PSP.
    Und, so blöd es sich anhört, und dann kam Apple. Dabei war das ursprüngliche iPhone gar nicht mal so leistungsstark. Vor allem die 3D Leistung war noch eher schwach. Trotzdem, der Touchscreen eignete sich für vielfältige Konzepte, der Neigungssensor für andere, es gab ein gutes Shopkonzept usw. Sicher, Großproduktionen suchte man mit der Lupe, wer will schon für 5,-€ ein Triple A Spiel verkaufen und vieles spielt sich mit Analogsticks und Button noch etwas besser. Trotzdem, seitdem machen die kleinen Tausendsassas den alten Taschenspielern mehr und mehr Konkurrenz. Aber gehört ihnen deswegen die Zukunft?

    Was die Hardwareverkäufe angeht, da müsste man eigentlich ganz klar ja sagen. Sei es das Erfolgsmodell iPhone oder eines von vielen erfolgreichen Samsungmodellen, das Star S5230, das sich alleine in eineinhalb Jahren 30 Millionen mal verkauft hat, mehr oder weniger spieletaugliche Handys werden in rauen Mengen verkauft. Allerdings, jeder Handheldkäufer will spielen und jeder kauft auch das ein oder andere neue Spiel. Bei den Mobiltelefonen sieht´s schon anders aus. Längst nicht jeder will damit spielen und noch weniger sind bereit, für Spiele zu bezahlen. Und wenn, dann bisher nicht allzu viel.
    Aber bleibt das auch so?
    Der Trend zu Onlinekäufen zeigt sich an praktisch jeder Ecke. Ob Musik, Filme, Software oder Spiele, langsam aber sicher wird immer mehr online und ohne Datenträger gekauft. Was dem Sammler ein noch so großer Dorn im Auge sein mag ist für viele einfach praktisch. Und je schneller die Verbindungen werden, desto größer die Zahl der Onlinekäufer. Gleichzeitig senkt sich die Preishemmschwelle langsam aber sicher.
    Das spielt der digitalen Distribution sowohl bei den Handhelds als auch bei den Handys langsam aber sicher in die mobilen Griffel. Aber vor allem den Mobiltelefonen. Warum nicht CoD 2127 für´s Handy kaufen, hab ich doch eh immer dabei? Darauf scheint vor allem der ein oder andere Spieledesigner zu spekulieren. Bis heute hakt´s vor allem an einem. Mobiles Internet ist immer noch verhältnismäßig teuer. UMTS und HSDPA haben zwar verdammt viele Handys, dank hoher Kosten aber nicht so viele Nutzer. Der Preis fällt allerdings rapide und mit LTE steht schon ein neuer Standard am Start. Gerade für die wichtige breite Masse könnte das entscheidend sein.

    Hardware: Sorry, aber die reine Power spricht immer mehr für Handys. Selbst sogenannte Featurephones im Preisbereich bis 150,-€ haben schon anständig Leistung, teurere Geräte hängen zumindest den 3DS locker ab und wenn die PSP2 oder NGP nächstes Frühjahr nach hier kommt, dann stehen wahrscheinlich schon Smartphones mit Nvidias Tegra 3 Chipsatz oder ähnlichem in den Regalen, die ungefähr die gleiche Leistung bieten.
    3D? Ne. Hat LG jetzt schon bei den ersten Handys und die anderen Hersteller demnächst wohl auch.
    Aber immerhin, Handhelds fallen ja im Preis! Stimmt, nur werden Handys in Preisklasse X immer leistungsfähiger, ohne im Preis zu steigen.
    Was bleibt denn? Buttons!!! Ja, die sind für viele Spiele nunmal einfach besser, genau so wie Analogsticks und Steuerung. Aber bleibt das auch so? Sony macht sich da jedenfalls schon mal selbst Konkurrenz, siehe Xperia Play. Aber warum nicht einfach ein Bluetooth Universalcontroller, an den man das Handy “anklemmen” kann? Es gibt sicher auch noch einige andere Möglichkeiten, ein zuverlässiges Alleinstellungsmerkmal sind echte Buttons, Analogstick und co. zukünftig aber wahrscheinlich nicht mehr.
    Dafür haben Mobiltelefone aber ein echtes Problem: Jeder Hersteller (ja, bis auf einen natürlich) hat mindestens ein, am besten aber gleich mehrere Dutzend Geräte. Die haben idealerweise teils grundlegend unterschiedliche Hardware, Bildschirmauflösungen und Fähigkeiten und werden auch noch alle anderthalb bis zwei Jahre gegen neue ausgetauscht. Auf einem vier Jahre alten Gerät neue Spiele zocken? Vergiss es! Und auf nem neuen Gerät vier Jahre alte? Geht vielleicht, passt aber von der Auflösung und der Steuerung oft gar nicht.
    Kauft man einen Handheld beim Release, dann hat man dagegen nicht nur ein Gerät für die nächsten fünf bis sechs Jahre sondern auch gute Chancen, dass der Nachfolger völlig Abwärtskompatibel ist.
    Vielleicht wären bei Handys gewisse Standards und auf die Dauer auch längere Lebenszeiten angebracht. Und vor allem nicht dermaßen viele Geräte bei den einzelnen Herstellern.

    iOS, Windows Phone, Symbian, Android, Java und wer weiß was? Ist doch schön vielschichtig. Und macht ernsthaft Probleme. Für große Zielgruppen muss man ein Spiel am Besten auf mindestens vier, fünf Standards anpassen. Das lässt nur wenig Raum für Optimierungen und Anpassungen an einzelne Geräte. Es muss ja kein Monopol werden aber die aktuelle Situation dürfte weder für Entwickler noch für Kunden ideal sein.
    Sony und Nintendo machen es zumindest den Kunden einfacher. Die kaufen alles aus einer Hand.

    Streaming: Ganz heißes Eisen. Sagen zumindest die Publisher. Es hört sich ja auch erstmal gut an. Man kauft etwas online, in dem Fall aber nicht die Spieldaten sondern nur die Dienstleistung, das Spiel, das auf einem Server liegt zu Hause oder unterwegs spielen zu können. Auf dem Heimweg in der Bahn FF XVI spielen und dann zu Hause direkt am 50″ TV weiterzocken? Prima. Nur braucht das unterwegs und besonders zu Hause eine schnelle Leitung, hohen Ping und frisst verdammt viel Bandbreite. Das fehlt zumindest aktuell allzu oft zu Hause und unterwegs. Und, noch viel wichtiger, der Kunde kauft nicht mehr wirklich ein Spiel sondern nur den Service. Damit bestimmt der Dienstleister nicht nur über alle Rechte, ist er pleite ist auch alles weg und wechselt man den Anbieter kann man bereits “gekaufte” Spiele wohl ebenfalls vergessen.

    Allerdings, für Streaming bräuchten Handhelds auch “nur” eine schnelle Internetanbindung.

    Also, One for All oder jeweils eines für jede Gelegenheit? Was denkt ihr?

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