Filme im Brennpunkt
- Dieses Thema hat 15 Antworten, 8 Teilnehmer, und wurde zuletzt von
Tomatenmann MofD vor vor 11 Jahren, 1 Monat aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
28. November 2014 um 20:28 #901587
ChrisKongTeilnehmerWarum noch ein Filmthread werdet ihr euch fragen. Kann ich verstehen, schliesslich haben wir davon nicht wenige.
Also, worum geht es?Hier soll intensiver über einzelne Filme, Filmbestandteile, -aspekte und dergleichen diskutiert werden.
Ein schlichtes der Film war gut/scheisse genügt mir hier nicht. Auch Filme die noch kommen werden, interessieren höchstens sekundär, was Filmtrailer usw. miteinschliesst.
Es gibt natürlich Filme, über die man Seitenweise Worte verlieren kann. Das muss man aber absolut nicht, auch wenn ich es vielleicht tue. Kann sein, dass man nur einen einzelnen Punkt genauer beleuchten will, auch auf vergleichender Basis, oder generell zwei Filme gegenüberstellt.
So kann und sollte jeder wie er möchte einen Film, oder gewisse Punkte zu einem Film besprechen, ihn zur Disposition stellen. Das müssen nicht die Lieblingsfilme sein, geht auch was Kontroverses, auch Verrisse sollen Platz finden, besonders da sollte man dann eben ein wenig ausführen.
Ich glaube ist klar, worauf ich hinauswill, schlichte Reviews können natürlich auch dabei sein und Startpunkt einer Diskussion sein.
Ausgangspunkt sollte einfach ein Film sein, das ist eigentlich die wichtigste Regel.
Der Filmzirkel stellte sowas dar, nur sehe ich das schwindende Interesse dort. Dies mag man damit begrünen, dass es eben doch ein recht starres Korsett hat, das war aber nötig.
Hier ist man hingegen frei, den Film zu besprechen, auf den man grad Bock hat.Fairerweise steht zu Beginn der Filmtitel fett, damit, wer nicht gespoilert werden will, eben nicht reinliest.
Selber werde ich versuchen regelmässig was reinzustellen.
Viel Spass beim Lesen, Schreiben und Mitdiskutieren.
Ach ja, Verbesserungsvorschläge? Immer her damit.
28. November 2014 um 20:33 #1210227
ChrisKongTeilnehmerAliens die Rückkehr

Anlässlich des 35 jährigen Jubiläums von Teil 1, wimmelt es natürlich nur so vor Hintergrundberichten aller Art in Filmmagazinen. Da mir der 2. Teil aber besser gefällt, wobei die Unterschiede wirklich marginal sind, widme ich mich also der Fortsetzung eines Meilensteins, der ebenso einer geworden ist.
Ich kenn den Film eigentlich recht gut, und frage mich, warum er besser funktioniert, als viele Filme, ähnlicher Machart. Dabei bedient sich Aliens div. bekannter Versatzstücke, welche danach wiederum als Vorbild für andere Filme und besonders Spiele herhalten mussten.Soundtrack
Beginnen wir mit dem Soundtrack, der einen wesentlichen Teil des Filmerlebnisses hier ausmacht. Der Score von Horner ist mMn einer der besten, den er je komponiert hat. Leider neigt Horner dazu, viel bei sich selber zu kopieren, was ihn als Komponist nicht ganz unumstritten macht.
Ich hab mir damals, als ich in den USA war, den Soundtrack besorgt auf CD. Alleine schon das Intro erzeugt diese Form der Anspannung, wie man sie sonst leider viel zu selten sieht. So entsteht gleich zu Beginn ein beklemmendes Gefühl. Der Ausdruck der Verlorenheit kommt sehr gut zur Geltung (ca. ab 1.00).
[youtube]wnPJRJbVEIg[/youtube]
Das Unbehagen auf dem unwirtlichen Planet LV426 wird bis zum Ende aufrecht erhalten. Sehr gut hört man das beim folgenden Part. Ripley und Newt sind im Labor mit den Facehuggern eingesperrt, die sich zwischen dem Mobiliar verstecken.
[youtube]mAR29lLp7Ik[/youtube]
Hier bereitet sich Ripley auf das Finale vor, um Newt aus den Klauen der Aliens zu befreien. Die Musik baut sich schön auf, um am Ende der Entschlossenheit Ripleys zu huldigen. Die Liftfahrt nach unten zeigt dabei sehr schön die Verschmelzung von Bild und Ton. Als die Lifttüre sich öffnet ist Ripley bereit, die Musik schlägt aber sofort wieder um, um den Charakter der Ungewissheit zu betonen, in die sich Ripley begibt.
[youtube]Czwr9T_bPPo[/youtube]
Der Puls darf wieder in die Höhe schnellen, wenn Ripley mit dem Panzerwagen zur Hilfe eilt. Dazwischen greift eins der Alien ein, sehr schön auch im Score zu hören, dieser Einschub, die Attacke erhält akkustische Unterstützung (ca. ab 0.30).
[youtube]uk5G4Yhq3tU[/youtube]
Die Atmosphärenwandler drohen zu explodieren, von daher ist Flucht angesagt, welche nicht reibungslos läuft, weil sich der Rettungsflieger in Schrott verheddert (ca. ab 0.50) um dann durchzustarten (ca. ab 1.07). Danach folgt erstmals Entspannung, bevor quasi ein zweites Finale stattfindet.
[youtube]NlzkGd7qaMY[/youtube]
Archetyp der durchmischten CrewEtwas, das schon in Teil 1 ein wesentlicher Faktor war, wenns um Identifikation ging. Gerade das ist ein sehr interessanter Punkt, wo sich Teil 2 von sehr vielen Filmen deutlich abhebt. So wird allzu oft ein Background mit Profil verwechselt. Ich weiss nicht, in wievielen Filmen die Figuren einen Hintergrund verpasst kriegen, man aber dennoch null Anteil hat an ihrem Schicksal. Das Zauberwort lautet eben Profil > Background. Klar sind einige der Figuren stark überzeichnet, aber dadurch kriegen sie deutlich mehr Ecken und Kanten, als wenn man weiss, wie sie zu den Marines gekommen sind etwa.
Ein paar Beispiele. Wie sehr z.B. dieses Machogehabe die eigene Unsicherheit übertünchen soll, sieht man am Briefing mit Ripley, als sie das Gelächter und die lockere Stimmung unterbricht, um todernst über die Vorfälle der Nostromo zu referieren. Schnell schlägt die Stimmung dann um. Das ganze kulminiert dann in der Figur des Hudson, brillant gespielt von Bill Paxton, der auch schon gegen den Predator ran durfte (Predator 2).
Am Anfang gibt auch er das lockere Grossmaul, nur um dann im Ernstfall die Nerven zu verlieren. Schlussendlich fängt er sich dann wieder, bleibt aber angespannt. Vielleicht die Figur mit dem grössten Identifikationspotential.
Aber auch Figuren wie Corporal Hicks, der plötzlich in einer Position ist, die gar nicht vorgesehen war und nun die Entscheidungen treffen muss, wobei immer ein Restzweifel in der Mimik erkennbar ist.
Auch Paul Reiser als Carter Burke stellt eine Art Referenz für die Rolle des geld- und machtgeilen Yuppies dar. Klassischer Emporkömmling, der eigene Unzulänglichkeiten mit Visionen von Potential zu kaschieren versucht. Wie grundverdorben er ist, zeigt sich dann im Verlaufe des Films.
Ähnliche Rollen gehörten dann auch zu Jurassic Park und anderen Casts, wo immer das Unheil eben auch Geld bedeuten konnte.
In Indiana Jones 3 z.B. Dr. Elsa Schneider.
Den emotionslosen Stoiker darf dann Lance Henriksen als Bishop geben. Wenn man so will, die Spock-Rolle. Kalt, nüchtern, analytisch. Allerdings gibt man der Figur hier eine programmierte lebensbejahende Haltung. So sagt er selbst zu einem riskanten Plan, ich bin zwar synthetisch aber nicht blöde.
Natürlich gibts da noch viel mehr, wie die renitente Göre, die sich selber zu helfen weiss, den Befehlshaber, dem die Kontrolle entgleitet, später aber die Möglichkeit zur Rehabilitation erhält, um selbst in den Heldentod zu gehen.
Die Amazonenkriegerin, die ihren männlichen Kollegen in nichts nachsteht.
Und last but not least Ripley. Vermutlich eine der Heldenrollen, wie sie differenzierter kaum sein könnte und praktisch kaum ein Film kann in dem Punkt Aliens das Wasser reichen.
Der Kampf mit ihren inneren Dämonen, wird sehr intensiv von Weaver dargestellt. Einerseits will sie Abstand zu den Geschehnissen von damals, aber irgendwas in ihr lässt sie mit dem Thema nicht abschliessen.
Am Ende muss sie ihre Furcht ablegen, um die Menschen zu retten, die ihr wichtig geworden sind. Ist sie am Anfang noch Aussenstehende, übernimmt sie nach dem Scheitern der Marines glaubhaft die Führung. Spöttisch als Ramboline verschrien, reagiert sie nur, wie eine Mutter eben reagieren würde, deren Kinder bedroht sind.
Ich würds nicht mal als klassische Heldengenese beschreiben, denn ein Held war sie ja eigentlich schon nach Teil 1. Es war mehr ein Verarbeiten der Ereignisse von damals, die Spuren hinterlassen haben. Ihr kumulierter Hass entlädt sich dann als sie in der Geburtsstätte der Aliens ist. Das macht die Figur eben zutiefst menschlich.Genau hier unterscheiden sich die Figuren eben von so vielen generischen Charakteren in ähnlichen Filmen. Ich muss nicht wissen, welche Musik die Figur gerne hört, dass sie einen Schäferhund zu Hause hat, usw.
Ich will wissen, wie die Figur in Situationen reagiert und wie sich das im Alltag, den man in solchen Filmen meist zu Beginn sieht, äussert. Das verleiht den Charakteren Profil. Ob die dabei Spaghetti Essen und an ihre Ferien in Apulien denken geht mir am Popo vorbei.
Darum wirken eben solche Sachen meist aufgesetzt. Es werden ein paar Worthülsen eingeschoben, als würde man eine Kurzbeschreibung einer Biografie lesen.
Vor kurzem lief Alien Vs Predator. Da kann man das ganz konkret beobachten. Resultat hiervon, das Schicksal der Figuren interessiert wenig bis gar nicht. Die Figuren machen auch keine Entwicklung durch.Versatzstücke, Momente & MotiveNebst den Stereotypen des 10 kleine Negerlein Prinzips, die keinesfalls eindimensional wirken, aber halt die perfekte Schablone für andere Filme liefern, hat der Film natürlich noch einiges mehr zu bieten.
So erinnert Metroid nicht ungefähr an vielen Stellen seinem filmischen Vorbild. Man dringt immer tiefer in diese unwirkliche Welt hinab. Der Endlevel ist im Prinzip nicht weit weg, wird aber erst später besucht, so, wie Ripley erst gegen Ende hin, ins Herz der Alienbrutstätte vordringt.
In Super Probotector ist sogar ein Zwischenboss dem Alien nachempfunden.[img]https://contrapedia.files.wordpress.com/2012/10/34tsfgh.gif?w=450[/img]
Teil 2 von Aliens verhält sich zu Teil 1 ähnlich, wie es Resident Evil 2 zu 1 tut. Der Action-Anteil wurde deutlich hochgeschraubt, während jeweils die beiden ersten Teile noch mehr auf Horror und Grusel setzen.
In Resident Evil 2 gibts eine Variante des Alien 2 Endes. Nachdem man sich dank Flucht mit dem Lift in Sicherheit wähnte, den Zug bestieg, folgte nochmals ein Bosskampf.
Auch bei den Waffen gabs Gemeinsamkeiten, so durfte man in Resident Evil 2 mit einem Flammenwerfer ran, um den Aliens, äh Lickern (mit gefährlicher Zunge, welch ein Zufall) Saures zu geben.
Sherry und Newt sind ein weiterer Beleg für die Inspirationsquelle. Auch hier muss sich Sherry zunächst alleine durch Zombieverseuchtes Gebiet schlagen. Wird am Ende aber von, man höre und staune, einer Frau (Claire Redfield) gerettet.
Natürlich soll die deutlichste Hommage an Aliens nicht unerwähnt bleiben, der Raum mit der Riesenmotte, wo Teile der Technik schon mit biologischem Material überzogen waren.
Die Büchse der Pandora, so könnte man faktisch das Alien nennen. Vermutlich ist das auch mit ein Grund gewesen für Ripley, an der Mission zu partizipieren, sie ahnte nichts Gutes, weswegen sie bei Burke auch nachfragt, ob die Aliens vernichtet würden, sollten sie auf sie treffen, sie wollen sie doch nicht etwa studieren?
Den verlogenen im eigenen Interesse handelnden Manager/Wissenschaftler scheint es in solchen Filmen auch öfters zu geben, so auch in Indiana Jones, Jurassic Park, Deep Blue Sea und anderen Filmen. So ist die Büchse der Pandora das kritische Element, welches man zu kontrollieren glaubt oder es will und das dann ausser Kontrolle gerät. Kontrollverlust, der in einer Katastrophe mündet, ist ein gerne verwendetes Konzept in Storys. Die Spielewelt ist selbstredend auch voll davon. In der Filmwelt wird ja gerne vom McGuffin gesprochen, dem Gegenstand, hinter dem jeder her ist.
Monkey Island nannte ihn liebevoll Big Whoop, das Prinzip ist das selbe.
Der Mc Guffin hier kann sich allerdings zur Wehr setzen.So verliert die Wissenschaft eben auch in den bereits genannten Beispielen, Resident Evil und Jurassic Park die Kontrolle.
Das schon erwähnte Yuppie-tum wird von Ripley auch durch den Kakao gezogen: Ich weiss nicht welche Spezies die schlimmere ist, aber wenigstens lässt sich die eine nicht für eine Prämie umbringen.
Kinofassung oder Extended CutIch kenn beide, präferiere die Kinofassung, bis auf den ersten allerdings bei allen Teilen. Die zusätzlichen Szenen strecken den Film einerseits unnötig und nehmen zuviel Tempo heraus, gerade im Mittelteil (Stichwort Selbstschussanlagen). Die Bedrohung wird dadurch nicht wirklich hervorgehoben oder verstärkt, die Szene hebt sich quasi von selbst auf. Aliens greifen an, die Selbstschussanlagen feuern, keine weiteren Personen involviert.
Dann natürlich der ganze Beginn, wo man Ripleys Tochter ins Spiel bringt. Ursprünglich mal sollte sogar eine Szene eine gealterte Tochter zeigen. Schlussendlich wurde die Tochter dann ganz aus der Kinofassung gestrichen. Irgendwie machte die Ripley aus dem ersten Teil aber auch nicht wirklich den Eindruck einer Mutter, weswegen das sowieso aufgesetzt gewirkt hätte. Anders, wenn sie in der Nostromo jetzt ein Bild der Tochter irgendwo gehabt hätte oder so, aber mir kommen keinerlei Verweise in den Sinn.
Klar ist, dass die Szenen die Muttergefühle, die Ripley später für Newt empfindet, ein wenig erklären sollen. Aber das funktioniert auch absolut ohne diese Szenen.Bleiben noch die Ergänzungen, die zeigen, was auf der Kolonie passiert ist. Im Prinzip was the Thing, das Prequel zu das Ding aus einer anderen Welt macht. Nur dass es sich hier um ein paar zusätzliche Szenen und nicht einen Sequelfilm handelt.
Der Witz ist allerdings eben, dass das Unbehagen verstärkt wird, weil man nicht genau weiss was passiert ist, bevor die Marines die Szenerie betreten. Man ist somit näher emotional an den Marines dran, möchte wie sie wissen, was los ist.
Darum mögen solche Szenen gutes Bonusmaterial sein, aber im Film finde ich sie eher störend. So wirkt auch das Zusammentreffen mit Newt am Anfang eben auch intensiver. Den Schrecken, den sie erlebt hat, erfährt man durch ihren leeren Blick.Hier könnte ich mir vorstellen, dass die Meinungen auseinandergehen. Letztlich hat Cameron den Film halt seinerzeit so ins Kino gebracht. Nachdem man den Film schon kannte, waren die zusätzlichen Szenen sicherlich interessant, aber sieht man den Film das erste Mal, dann sollte man ihn in der Kinofassung sehen.
NachspielEine Fortsetzung liess einige Zeit auf sich warten. In der Zwischenzeit hatte die Darstellerin der Newt natürlich nicht mehr das richtige Aussehen, sprich Alter, für die Darstellung von Newt. So gesehen wurde das Happyend von Teil 2 natürlich entwertet, was sicher für den meisten Zündstoff gesorgt hat, nebst Weavers Kurzhaarfrisur.
29. November 2014 um 10:36 #1210228
UllusTeilnehmerWow, du hast dir eine Menge Arbeit gemacht, sehr gut und leicht verständlich beschrieben.
Den zweiten Aliensfilm gefällt auch mir am Besten !
Hier hab ich um im SCi Fi Bereich zu bleiben, einer meiner ersten Rezensionen oder Reviews, ( merkt man auch in der Art und Weise wie ich damals geschrieben habe ) zu Farscape, kein Film momentan aber ein paar Eindrücke zu einer Serie !
Farscape ist anders, aber ist anders auch gut? In diesem Falle kann man die Frage mit einem klaren Ja beantworten. Farscape hat etwas Eigenes. Das Eigene, dass ich immer wieder bei Serien, Filmen, Büchern und Videgames suche, aber heutzutage leider immer weniger oft finde. Ich selbst bin ein großer Star Trek Fan, vor allem, Next Generation, DS9 und Voyager, aber ich finde auch Stargate Atlantis klasse. Ich hatte anfangs Bedenken, ob Farscape da mithalten könnte. Ich kannte die Show auch eher vom Hörensagen.
Ich entschied mich, die Serie mal auszuprobieren. Nach dem anfänglichen Schock, als ich die ersten Episoden begutachtete, da die Qualität der Stories nicht ganz meinen Erwartungen entsprach, kann ich dennoch Entwarnung geben, aber dazu später mehr. Auch die gewagte Einstellung der Serienmacher, einige außerirdische Viecher mit Muppets Puppentricktechnologie Leben einzuhauchen, schreckte mich ab. Ich fand die ersten Episoden zu skuriil, kitschig und billig. Aber ich schaute trotzdem weiter.
Warum? Das hat mehrere Gründe! Zum einen gewöhnte ich mich langsam daran, zum anderen musste ich meine Star Trek Ansprüche runterschrauben und anfangen die Serie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Das versuche ich mal zu erläutern. Wenn man es schafft, sich auf die Serie mit all ihren Eigenheiten einzulassen, wird man sie mit der Zeit anfangen zu lieben. Das Besondere sind die Puppen (es gibt natürlich auch normale CGI), in positiver und negativer Hinsicht. Das gibt Farscape die nötige Würze. Es dauerte ein bißchen, bis ich diese Einstellung an den Tag legte.
Die Serie wird immer besser. Ich habe zwar nur die ersten beiden Staffeln gesehen, doch was ich gehört habe ist, das angeblich die dritte Staffel nochmals an Qualität zulegen soll. Erst ab den letzen Folgen der ersten Staffel, fing Farscape an, mich zu begeistern, obwohl ich dennoch behaupte, das die Qualität und Drehbücher der einzelnen Folgen wie Schiffe in Seenot schwanken.
Mittlerweile liebe ich die teils undurchsichtigen Charaktere, und ja … auch die Puppenaliens, die sind irgendwie doch in einer gewissen Art und Weise toll designt und passen wie das sprichwörtliche Brot zum Butter zu Farsape. Besonders der an sich gutwillige,festsitzende Pilot und der kleine eingebildete, ständig zu seinem eigenen Vorteil bedachte Rygel, finde ich großartig. Die besten Episoden sind jedoch neben Staffelfinale sowie Zweiteiler diejenigen, die sich um Scorpius und Crichton drehen.
Ja, Farscape ist anders. Diese Sci Fi Serie besitzt nicht die emotionale Tiefe und den Anspruch, den manche Star Trek Folgen auszeichnen. Aber Farscape will das gar nicht und mit der Zeit realisiert man das.
Es geht einfach um Girls, Guns, Action und Abenteuer im All mit teilweise so seltsamen, schrägen Episoden, wo man denkt: “Wie können die Drehbuchautoren und Regisseure nur so was Freakiges machen”? . Leichte Kost und Easy looking Unterhaltung eben. Das ist aber mit eine solchen Liebe zum Detail und Hingabe gestaltet worden,wo offensichtlich wird, das nicht nur die Idee, sondern auch die Art und Weise der Umsetzung vor allem zählt.
In Deutschland sind nur die ersten drei Staffeln erhältlich, obwohl Farscape 4 Staffeln zählt. Diese ist nur auf Englisch,sowie gebraucht zu erwerben. Es soll aber in England eine Farscape Complete Collector Edition erscheinen, glaube ich.
Kleine Anmerkung: Die Serie entfaltet ihr volles Potential, wenn Ihr sie im Original auf Englisch anschaut. Man kann ja bei denen in Germany veröffentlichten Staffeln deutsche Untertitel einblenden. Das australische Englisch ist an sich ganz gut zu verstehen, wenn auch teilweise Wörter verschluckt werden und es ein bißchen geschnuddelt klingt. Aber das ist Meckern auf höchstem Niveau. Trotzdem lernt man ja was für seine Sprachkenntnisse dazu, das ist immer sinnvoll.
Übrigens, auch die deutschen Synchronsprecher machen ihre Sache wie gewohnt, sehr ordentlich.
Also, noch eine gute Bewertung !
Nachtrag: Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet, ein kleiner Satz: Kunst und Kitsch liegen dich beieinander, bei keiner Serie ist das so offensichtlich wie bei Farscape !
Dennoch sehr schade das es diese Sci Fi Serie nicht mehr gibt, mit der Zeit hab ich diese regelrecht gefressen, es könnte auch heute endlich wieder mal eine gute Sci Fi Serie auftauchen…
29. November 2014 um 11:22 #1210229
ghostdog83TeilnehmerIm Rahmen der Veröffentlichung auf Blu-Ray sind alle 4 Staffeln in Deutschland verfügbar – die Vierte aber nur OmU. Link
(BTW, mein Staffelranking: 3 > 2 > 4 > 1; Peacekeeper Wars war als Abschluss ok)29. November 2014 um 13:06 #1210230
ChrisKongTeilnehmerDanke für den Beitrag Ullus. Lieber wärs mir dennoch, hier wirklich nur Filme zu besprechen, für Serien hab ich sogar extra den Gernsehserienthread eröffnet.
Farscape wollte ich mir eigentlich holen, kann aber nicht nachvollziehen, warum sich im Zuge der Wiederveröffentlichung, der Hersteller um eine Synchro zur 4. Staffel bemüht hat. Finde sowas einfach nur arg peinlich. Dann könnte man ja eigentlich grad von Beginn weg die deutsche Tonspur weglassen. Bin sicher, dass so einige Kunden enttäuscht und getäuscht werden.
Vielleicht kannst du mal konkret auf einige Punkte zu deinen Lieblingswestern eingehen, was die so besonders macht, das würde mich nämlich auch interessieren. Ich finde z.B. Spiel mir das Lied vom Tod besser als zwei Glorreiche Halunken, bei dir ist es umgekehrt. Wie wärs mit einer Gegenüberstellung? Nur so ne Idee?
29. November 2014 um 13:34 #1210231
Marc29101971TeilnehmerDa brauch man doch keine Gegenüberstellung!
Spiel mir das Lied vom Tod: Charles Bronson und Henry Fonda!

2 Glorreiche Halunken: Clint Eastwood und Lee van Cleef!

*duckunwech*
29. November 2014 um 21:39 #1210232
captain carotTeilnehmerMal abgesehen davon, dass ich von so Analysen allgemein nicht viel halte, bei Aliens fehlt soweit ich das sehen kann ganz klar das Versagen des Militärs, das bei Cameron übrigens immer wieder thematisiert wird.
Dass der Mann ein ausgeprägtes Faible für starke Frauen hat, respektive Frauen, die sich erst in extremen Bedingungen als starke Persönlichkeiten erweisen, ist ja nix neues.
29. November 2014 um 23:34 #1210233
tetsuo01TeilnehmerAlso bei einer Diskussion Blade runner Film VS Buch werde ich mich gerne beteiligen. Das könnte aber länger werden… noch interesanter finde ich die Frage: Welchen Einfluss hatte Blade Runner auf die Filmlandschaft und das damit verbundenen Genre?
29. November 2014 um 23:48 #1210234
ChrisKongTeilnehmerJa, dann leg mal los. Wer das Thema anstösst ist doch wurscht, spricht ja nichts dagegen später auch noch auf andere Punkte einzugehen.
Was den Einfluss betrifft, das ist ne gute Frage, der Film war nämlich kein Erfolg im Kino, von daher dürfte er unmittelbar wenig Einfluss gehabt haben. Aber heute sieht das wohl def. anders aus.
29. November 2014 um 23:59 #1210235
DerSebomatTeilnehmerAliens gehört auch zu meinen Lieblingsfilmen, auch wenn ich jetzt nicht deinen kompletten Text durchgelesen habe, sorry. Aber zu lange Posts schrecken mich meistens ab.
Quote:In der Zwischenzeit hatte die Darstellerin der Newt natürlich nicht mehr das richtige Aussehen, sprich Alter, für die Darstellung von Newt. So gesehen wurde das Happyend von Teil 2 natürlich entwertet,Warum wurde dadurch das Ende von Teil 2 entwertet?
30. November 2014 um 0:01 #1210236
ChrisKongTeilnehmerInteressanter Punkt. Wie gesagt, man könnte natürlich noch so viel mehr schreiben. Ich denke noch viel mehr als das Scheitern des Militärs ist es der mangelnde Respekt vor der Natur/dem Universum, das immer wieder ein Motiv bildet, so auch bei Abyss und Avatar.
Aber jetzt musst du mir auf die Sprünge helfen, wo konkret das Militär noch scheitert. In Avatar sind sie ja klar die Bösen.
Den Titel des Threads werde ich mal anpassen. Geht ja hier nicht um knallharte Analyse in dem Sinn, sondern einfach Filme ein bisschen intensiver zu besprechen oder halt gewisse Aspekte davon.
Wie wärs mit ein wenig Bladerunner? Der Film wird ja nicht ohne Grund dein Favorit sein, also macht er wohl einiges besser, als andere Filme. Kennst du die Vorlage? Falls ja, wäre auch da ein Vergleich interessant. Ebenso über die Anpassungen von Scott. Schlussendlich hat er seinem Film jegliche Interpretationsmöglichkeit genommen, ein geschickter Schachzug oder Fehlgriff?
Naja, wenn du Lust dazu hast, was dazu zu schreiben, immer her damit.
30. November 2014 um 0:17 #1210237
ChrisKongTeilnehmerWenn man den Film im Kontext der Reihe sieht, dann kann man das durchaus so sehen. Immerhin gabs ja sowas wie ein Happyend. Mit dem Beginn von Teil 3 führt man das ja dann ad absurdum.
Allerdings muss ich sagen, dass mir der krasse Einstieg bei Teil 3 gefallen hat. Aber es gab auch andere Stimmen, die fanden den Wegfall von Hicks und Newt gar nicht gut.
Dazu muss man sagen, dass Teil 2, obwohl klar eine Fortsetzung, eben nicht aufgesetzt wirkt, sondern die Reihe eben erst begründet und den Vorgänger sinnvoll erweitert. Man wiederholt nicht die Geschehnisse aus Teil 1 einfach nochmals, sondern fügt neue Elemente hinzu.
Ich mein sehs mal so, nach all den Strapazen gelingt es Ripley endlich von LV426 zu fliehen, nachdem sie nochmals in die Tiefen hinabstieg, um Newt zu retten. Aber was hat das für einen Wert, wenn sie danach eh gleich stirbt?
Eine ähnliche Diskussion hatte ich mal bezüglich Star Wars 7 und einer möglichen Rückkehr des Imperators. Würde er zurückkehren, wäre das Opfer Anakins irgendwie sinnlos.
Betrachtet man die Filme für sich, dann magst du recht haben, spielts nicht so eine Rolle. Aber wenn man weiss, wie Teil 3 beginnt und sieht sich Teil 2 an, dann hat das halt irgendwie einen schalen Beigeschmack.Ich komm damit eigentlich ganz gut klar, aber verstehe auch, wenn man das nicht tut.
30. November 2014 um 8:09 #1210238
captain carotTeilnehmerIch mache keine Filmanalysen. Ich lasse nen Film auf andere wirken und ggf. unterhalte ich mich danach mit ihnen.
P.S.: Das Militär scheitert bei Cameron eigentlich überall, wo es in seinen Filmen auftritt. Bei Abyss dreht Biehn ja, als eigentlich ‘guter’ Soldat völlig am Rad.
Blade Runner und Film vs. Buch: Auch doofe Diskussion, sind im Endeffekt zu verschieden geworden, sollte man unabhängig von einander statt gegeneinander betrachten.
30. November 2014 um 9:23 #1210239
DerSebomatTeilnehmerAchso, ok, so hab ich das ganze noch nicht gesehen. Stört mich persönlich dann aber auch nicht so, dass Newt und Hicks am Anfang des dritten Teils nicht mehr dabei sind. Die Aliens sind einfach grausame, unbarmherzige Kreaturen, die ohne Gewissen und Moral töten. Da bleibt halt einfach kein Platz für ein Happy end.^^
Interessant fand ich bei Aliens auch, dass die Alien queen am Schluß des Films wohl ein Ei in das Raumschiff legt, mit dem Ripley dann flüchtet, weil ja am Anfang von Teil 3 eins drin ist. Anscheinend scheint dies aber gar nicht möglich gewesen zu sein, weil die Queen eben ihren “Eileiter” abstößt, bevor sie sich Richtung Raumschiff aufmacht. Daran stören sich laut diversen, englisch-sprachen Foren ziemlich viele Leute und betiteln es als “magic egg”.
Und auch daran stör ich mich nicht so besonders. Kleine Filmfehler treten doch ständig überall auf. Die Alien queen hat das Ei halt gelegt, als man sie gerade nicht gesehen hat und gut ist.30. November 2014 um 9:42 #1210240
ChrisKongTeilnehmerVielleicht hat sie es dabei gehabt, als sie sich ans Abwurfschiff der Sulaco rangeheftet hat. Das sieht man im Film nämlich nicht. Das Ei kann überall platziert worden sein, bevor die Queen Bishop aufspiesst.
Leider scheint es im Schiff keine internen Sensoren, die Lebensformen anzeigen zu geben, wie bei Star Trek.

Was sicher auch eine interessante Diskussion wäre, warum Figuren in Filmen immer entweder korrekt antworten müssen oder offensichtlich lügen. Was dazwischen gibt es nicht, sonst spricht man gleich von Filmfehlern.
Diese Problematik tritt üblicherweise bei Reihen auf, bei denen nachher ein Prequel folgt, welches Ungereimtheiten aufwirft. Allerdings kann man sich mit genug Fantasie natürlich einiges erklären. Wenn man schon den Nitpicker spielen will, dann sollte man vielleicht auch akzeptieren, dass Menschen in Filmen alles andere als perfekt sind und ihre Aussagen auch durchaus nicht immer akkurat sein müssen.
Ich sage mal, das sind insbesondere die Fan(atic)s, die sich auf jeden Knochen stürzen und ein Problem damit haben.
Beispiel Star Trek 11. Ich hatte Spass mit dem Film, beurteile ihn als solches und nicht nach Massstäben, wie sehr er dem Kanon nun widerspricht, etc. Freilich ist es nicht mein favorisierter Star Trek Film, was aber am Film selbst liegt. Ich zieh immer noch Teil 2, 4, 6 und 8 vor, wobei Teil 6 an erster Stelle stünde.
Danke erst mal für die Beteiligung Sebomat, genau so stelle ich mir das vor, dass man einzelne Punkte diskutieren kann. Bin sicher du hast auch Filme, zu denen du was sagen willst, oder Themen, die vielleicht mehrere Filme betreffen.
-
AutorBeiträge
- Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.














