Tales of Xillia
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Sakaro vor vor 12 years, 11 months aktualisiert.
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14. Mai 2013 um 13:08 #900698
SakaroTeilnehmerIn letzter Zeit lese ich immer mehr Nachrichten zu Tales of Xillia und auch hier im Forum scheint das Interesse an dem von der Famitsu hochgelobten J-RPG für die PS3 groß. In Japan ist das Spiel aber nun doch schon eine ganze Weile auf dem Markt, und da ich im Moment die japanische Version spiele und ich noch kein Thema zu Tales of Xillia gefunden habe, schildere ich hier einmal meine ersten Eindrücke. Ich habe das Spiel noch nicht durchgespielt, aber bin jetzt in etwa so bei Stunde 10 und habe so schon einen guten Eindruck bekommen, was das Spiel bietet. Es handelt sich allerdings um mein erstes Tales Spiel. Deswegen kann es sein, dass einige Punkte, die ich anspreche, Tales Kennern bekannt sind.
Der Beginn: Optionen und Story (ohne Spoilergefahr):
Nach der Installation wird man mit einem Anime-Intro Video begrüßt, das schick gemacht ist und einen zum Titelbildschirm führt. Hier fällt ein dritter Menüpunkt, neben dem obligatorischen “Neues Spiel” und “Laden”, auf. Denn es gibt einen Download-Shop. Diesen konnte ich aber nicht antesten, da meine PS3 nicht ans Internet angeschlossen ist. Es wäre auf jeden Fall zu wünschen, dass das Spiel nach über 2 Jahren im Westen komplett erscheint.
Nachdem man “Neues Spiel” gewählt hat, wird man sofort zu einem Optionsmenü geleitet, welches sehr umfangreich ist. Man kann nicht nur zwischen vier Schwierigkeitsgraden wählen und die Lautstärke der einzelnen Soundtrack-Bestandteile ändern, sondern auch wie in seeligen 16Bit Zeiten die Dialoggeschwindigkeit bestimmen. Zudem ist es möglich das automatische Umblättern der Dialoge zu unterbinden. Dies ist extrem nützlich, gerade wenn man das Spiel auf Japanisch, oder später einige auf Englisch spielen möchten. Denn so bleibt genügend Zeit unbekannte Wörter nachzuschlagen. Diese Option erstreckt sich zudem auch auf die meisten Zwischensequenzen, so dass man diese nicht manuell unterbrechen muss. Die wenigen Videosequenzen, die es gibt, kann man zudem pausieren. Im Pause-Bildschirm, bleiben die Untertitel aber weiterhin sichtbar. Also gibt es für alle, die an ihren Fremdsprachen arbeiten wollen, hier einen dicken Daumen nach oben.Als nächstes wählt man zwischen zwei Hauptcharakteren. Man hat die Wahl zwischen Mila oder Jude. Ich habe mich für Mila entschieden. Mila ist eigentlich die Elementgottheit Maxwell, die sich entschieden hat auf die Erde zu kommen und eine menschliche Form anzunehmen. Jude ist ein einfacher Medizinstudent.
In den ersten 30 Minuten wird man damit konfrontiert, dass die Präsenzkraft der Geister in der Welt abgenommen hat und Mila auf der Suche nach der Ursache auf ein Labor stößt, wo sie auf Jude trifft. Um nichts zu verraten, belasse ich es bei dieser kurzen Storyeinführung. Insgesamt wirkt alles doch ziemlich Anime-lastig und Cliche beladen, dies jedoch recht liebevoll gemacht.Die Präsentation der Welt:
Von der Grafik kann man sich ja schon in vielen Videos ein Bild machen. In einem Wort, sie ist nett und erfüllt ihren Zweck, aber Wow-Erlebnisse hatte ich bis jetzt noch nicht. Strukturell bewegt man sich von Stadt zu Stadt und Dorf zu Dorf, welche immer durch Wildnis, in der Feinde lauern, verbunden sind. Die Städte sind mit NPCs bevölkert, mit denen man interagieren kann. Zudem gibt es die obligatorischen Item-Shops und Übernachtungsmöglichkeiten mit Speichermöglichkeiten (eine Quicksave-Option gibt es auch), welche anders als zum Beispiel bei FFXIII auch wirklich ausgestaltet sind.
In den Städten bieten zudem einige NPCs Nebenmissionen an. Hier findet leider ein Bruch in der Präsentation statt. Die Nebenmissionsaufträge sind anders als die Hauptmissionen nicht vertont, haben weder akustisch noch visuell Wiedererkennungswert und lassen mich bis jetzt dadurch ziemlich kalt.Das eigentliche Highlight bei der Präsentation sind die Dialoge der eigenen Gruppe, welche seperat zur Hauptstory von Zeit zu Zeit mit der Select-Taste angewählt werden können. Diese sind vertont und mit animierten Gesichtern der Gruppe untermalt und machen einfach Spaß. Sie erweitern den Storyhintergrund, oder sind manchmal einfach nur witzig. Ob es davon alle in die Westveröffentlichung schaffen, weiß ich nicht. Gerade gestern bin ich über einen Dialog gestolpert, bei dem ich mir gedacht habe: Den gibt es im Westen bestimmt nicht. Stichwort: Lolicon

Das Kampfsystem:
Wenn man auf die in der Wildnis sichtbar platzierten Gegner trifft, wird in eine Art 2,5D Arena geblendet, in der aktiv gekämpft wird. Die Kreistaste ist für Waffenangriffe zuständig, die X-Taste für Magieangriffe. Das Viereck ermöglicht das Blocken von Angriffen. Bewegt wird sich zum größten Teil auf 2D-Bahnen. Dreidimensionales Bewegen ist nur mit gedrückter L2-Taste möglich, um beispielweise einen Gegner von hinten zu attackieren. Deswegen fühlen sich die Kämpfe wie eine Mischung aus 2D und 3D an.
Gekämpft wird maximal mit vier Kämpfern, von denen man nur einen aktiv steuert. Es ist aber möglich zwei Kämpfer mit einem Energieband zu verbinden. Durch dieses Band laden die beiden Charaktere eine Energieleiste auf, die dann durch das Drücken von R2 Kombo-Angriffe ermöglicht. Diese sind besonders, aber auch nicht unbedingt spektakulär, in Szene gesetzt.
Für die Kämpfe erhält man Erfahrungspunkte, welche beim Levelaufstieg im Menü in einer Gitterstruktur namens Lilienorb in neue Fähigkeiten und Stärkung der Charakterattribute investiert werden können. Es sind aber nicht alle Fähigkeit immer aktivierbar. Die Fähigkeit müssen gesondert über ein Fähigkeitenmenü angewählt werden und sind durch SP limitiert. Wenn ein Charakter am Anfang beispielweise nur 10 SP hat, kann man auch nur Fähigkeiten im Wert von 10 SP wählen.
Insgesamt sind mir die Kämpfe etwas zu hektisch. Durch die aktive Echtzeitstruktur, bleibt Taktik bis jetzt bei mir auf der Strecke und wirklich unverletzt kommt man aus den Kämpfen auch nicht raus, denn Gegner attackieren gerne mal von hinten. KI haben sie zudem auch nur sporadisch bekommen. Dies stört bei einem RPG aber nicht weiter. Was mich etwas mehr stört, ist, dass man dennoch gezwungen wird während der Kämpfe ins Menü zu gehen, um Angriffe auszutauschen, oder Items anzuwählen. Das ist alles akzeptabel, wurde aber von anderen Titel schon besser gelöst.
Mein vorläufiges Fazit:
Tales of Xillia ist ein sehr traditionelles J-RPG mit mäßig inszenierten Echtzeitkämpfen und klassischer RPG-Welt und Story, dessen Stärken ganz klar in den witzigen Dialogen liegen. Wer auf der Suche nach tiefgreifenden Innovationen und erzählerischer Avantgarde ist, wird mit Tales of Xillia sicherlich nicht glücklich werden. Wer sich aber einfach nur von einem klassischen J-RPG unterhalten lassen möchte, macht auch definitiv nichts falsch. Da der Charme aber zum größten Teil in den Dialogen liegt, macht die japanische Fassung nur für Interessenten Sinn, die etwas Japanisch sprechen können. Dann ist das Spiel aber super als Lernmaterial geeignet. Dies dürfte bei der englischen Fassung nicht anders sein.
Ob das Spiel nun Top oder Flop ist, wird sehr stark vom eigenen Geschmack abhängen. Wertungen von 70%-90% sind da locker drin.Über Feedback von eurer Seite würde ich mich freuen.

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