Prof. Dr. Jürgen Fritz über Vorwürfe und seine Forschung
Herr Pfeiffer unterstellt, dass unsere Forschungen zu Thematiken der Computerspiele und ihrer Nutzung von der Software-Industrie finanziert werden. Diese Behauptung ist unzutreffend. Seit mehr als 20 Jahren werden an der Hochschule Forschungen zu diesem Bereich durchgeführt, die von öffentlichen Institutionen gefördert werden. Um entsprechende Fördermittel zu erhalten, müssen hohe qualitative Standards erfüllt werden. Die Ergebnisse der Forschungen sind publiziert worden und können zum Teil auch im Netz abgerufen werden, und zwar unter dieser Adresse.
Wie in Forschungsberichten üblich, ist angegeben worden, welche Ministerien und öffentlichen Institutionen Forschungsmittel gewährt haben. Dieser Sachverhalt ist Herrn Pfeiffer bekannt. Wenn er gleichwohl versucht, durch unzutreffende und polemische Unterstellungen den Stellenwert der Forschungsergebnisse in Misskredit zu bringen, verletzt er eindeutig das Gebot der Fairness und begibt sich außerhalb einer sachlichen Diskussion. Wir sind kein politischer Gegner von Herrn Pfeiffer, sondern eine wissenschaftlich orientierte öffentliche Institution, die das Ziel hat, zum einen die Studierenden gut auszubilden und zum anderen zum wissenschaftlichen Fortschritt beizutragen. Es gilt, beide Aufgaben angemessen miteinander zu verknüpfen und sich nicht in polemische Auseinandersetzungen mit Herrn Pfeiffer zu verlieren.
Forschungsaufgaben und Forschungsziele an der FH Köln
An der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften studieren angehende Sozialpädagogen. Für sie ist es unverzichtbar, die Perspektiven, Sichtweisen, sozialen Hintergründe und Motivationen von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Eltern und anderen Erwachsenen kennen zu lernen. Die zahlreichen Forschungsprojekte an unserer Fakultät hatten von daher das Ziel, die Sichtweisen, Motivationen und Nutzungsweisen der Spieler unter die Lupe zu nehmen, um eine Verständnisbrücke zu ihnen zu entwickeln.
In den verschiedenen Forschungsprojekten ging es u.a. darum, herauszufinden, warum von den Spielen eine große Faszinationskraft ausgeht, was Spieler dazu motiviert, stundenlang zu spielen und wie sie das Spielgeschehen für sich nutzen. So haben wir untersucht, welche Problemlösungsprozesse in den verschiedenen Computerspielen gefordert werden und wie die Spieler mit diesen Herausforderungen umgehen.
In einem anderen Forschungsprojekt sind wir der spannenden Frage nachgegangen, welche Bedeutung die Spielinhalte für die Spieler haben, wie sie die Inhalte wahrnehmen, welche Funktionen sie für sie haben, welche Inhalte sie akzeptieren und welche sie ablehnen. Uns war in diesen Forschungen wichtig, uns intensiv mit der Perspektive der Spieler auseinander zu setzen, um Erkenntnisse zu gewinnen, wie sie mit den Spielen umgehen. Um es noch deutlicher zu sagen: Uns interessieren die Menschen mit ihren Gedanken und Gefühlen. Wir wollen durch unsere Forschungen nicht vorgefertigte Meinungen bestätigen, sondern wir sind neugierig darauf, wie die Menschen im Umgang mit den Computerspielen denken, handeln, wahrnehmen und fühlen.








