Die Macht der Videospiele
Die Frage Welchen Einfluss haben gewalttätige Videofilme und Computerspiele auf den Menschen? ist nicht erst seit den Ereignissen von Erfurt ein Thema. Schätzungsweise mehr als 5.000 Studien wurden bisher erarbeitet aus denen sich lt. Michael Walter, Leiter der Kriminologischen Forschungsstelle der Universität Köln, nur schließen lässt, dass nicht einmal fünf Prozent der Realgewalt aus vorausgegangenem Medienkonsum zu erklären sind.
Die Wissenschaft entwickelte verschiedene Thesen, um menschliche Reaktionen auf Gewaltdarstellungen zu beschreiben: Die Befürworter der Katharsisthese gehen davon aus, dass Gewaltszenen dabei helfen, aufgestaute Aggressionen der Zuschauer abzubauen. Allerdings ist diese Ansicht in Fachkreisen sehr umstritten und gilt mittlerweile als widerlegt. Die Abschreckungsthese besagt in etwa, dass das Ansehen von wirklichkeitsgetreuer Gewalt (wie z.B. in Filmen wie Der Soldat James Ryan) abstoßend auf den Betrachter wirkt, die dargestellte Brutalität also eher zu einer Gewaltablehnung im realen Leben führt. Dem widerspricht die so genannte Desensibilisierungs- oder Abstumpfungsthese, die wiederum besagt, dass Gewaltdarstellungen zu einer emotionalen Abstumpfung bzw. Gleichgültigkeit führen – Gewalt wird mit zunehmendem Konsum als weniger schlimm empfunden.
Wer hat nun Recht? Als unumstritten gilt in Expertenkreisen, dass normale, moralisch gefestigte Personen durch Gewaltdarstellungen in den Medien keinen Schaden nehmen. Bei gestörten Persönlichkeiten wie Robert Steinhäuser können Videofilme und Computerspiele aber sehr wohl das Fass endgültig zum Überlaufen bringen oder als makabres Vorbild dienen.








