Videospiele – die Saat der Gewalt?

0
503

Die Macht der Videospiele

Die Frage ‘Welchen Einfluss haben ge­walt­tä­ti­ge Videofilme und Computerspie­le auf den Men­schen?’ ist nicht erst seit den Ereignissen von Erfurt ein Thema. Schät­zungsweise mehr als 5.000 Studien wur­den bisher erarbeitet aus de­nen sich lt. Michael Walter, Leiter der Kri­mi­no­lo­gi­schen Forschungsstelle der Universität Köln, nur schließen lässt, dass ”nicht einmal fünf Prozent der Realgewalt aus vor­aus­ge­gan­ge­nem Medienkonsum zu er­klä­ren sind.“

Die Wissenschaft entwickelte verschiede­ne The­sen, um menschliche Reaktionen auf Ge­walt­dar­stel­lungen zu beschreiben: Die Befür­wor­­­­ter der ‘Katharsisthese’ ge­hen davon aus, dass Gewalt­sze­nen dabei hel­fen, aufgestaute Ag­gre­ssionen der Zu­schau­er abzubauen. Allerdings ist diese An­­sicht in Fachkreisen sehr um­strit­ten und gilt mittlerweile als widerlegt. Die ‘Ab­­­schre­ckungs­these’ besagt in etwa, dass das An­­sehen von wirk­lichkeitsge­treu­er Gewalt (wie z.B. in Fil­­men wie ”Der Soldat Ja­mes Ryan”) ab­sto­ßend auf den Be­trachter wirkt, die dar­­ge­­­stell­te Bru­­talität also eher zu ei­ner Ge­­­­walt­ab­­leh­n­ung im realen Le­ben führt. Dem widerspricht die so ge­nann­te De­sen­si­bilisierungs- oder Ab­­stump­f­ungs­these, die wie­derum be­sagt, dass Ge­­walt­dar­­stel­lungen zu ei­ner emo­­tio­na­­len Ab­­stum­pfung bzw. Gleich­­gül­tig­keit füh­ren – Ge­­walt wird mit zuneh­men­dem Konsum als we­­­ni­ger schlimm empfun­den.

Wer hat nun Recht? Als unumstritten gilt in Ex­per­tenkreisen, dass ‘normale’, mo­­ra­lisch gefe­stig­te Personen durch Ge­­walt­darstellungen in den Me­dien kei­­nen Scha­den nehmen. Bei ge­­stör­­ten Per­sön­lich­keiten wie Robert Steinhäu­ser kön­nen Videofilme und Computerspiele aber sehr wohl das Fass endgültig zum Über­laufen brin­­gen oder als makabres Vor­bild dienen.

0 Kommentare
neuste
älteste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen