Wer hat’s erfunden? – Endgegner

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M! macht sich auf die Suche nach den Wurzeln bedeutender Innovationen in Sachen Spielspaß – heute: Endgegner.

Es sind schwere Zeiten für Endbosse. In der 8- und 16-Bit-Ära konnten Spieler noch darauf wetten, dass zumindest am Spielende – häufig auch schon nach jedem Level – ein besonders starker Gegner lauerte. Heute sind ausgefeilte Bosskämpfe zwar nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden, doch sie machen sich rar. Schade eigentlich, denn die Geschichte der Obermotze ist lang, spannend und vielseitig.

Die Suche nach dem ersten Endgegner der ­Videospielgeschichte führt bis in die 70er-Jahre zurück. 1974 schreiben Gary Whisenhunt und Ray Wood an der Universität von Illinois ein Programm für die Computer-Lernumgebung PLATON. Hinter dem schlichten Kürzel dnd steckt der erste digitale Ableger des Pen&Paper-Rollenspiels ”Dungeons & Dragons”. In dnd bewacht ein Drache den Schatz am Ende des Spiels und damit ist er streng genommen der erste Endgegner überhaupt. Doch PLATON war als nichtkommerzielle Lernumgebung konzipiert und deshalb nur wenigen Menschen zugänglich. Weitaus populärer und einflussreicher ist 1980 mit Phoenix (siehe Bild) ein Shoot’em-Up, das dem Spieler zum Abschluss ein mächtiges Raumschiff vor die Nase setzt, in dessen Mitte ein Alien hockt. Um diesen ersten Endboss in einem kommerziellen Videospiel zu bezwingen, muss der Spieler erst die Außenhülle des Flugobjektes zerstören und einer ­Vielzahl an Schüssen ausweichen, ehe das Spiel von vorn ­beginnt.

Damit tritt Phoenix einen Trend los, der bis heute für unzählige Bossgegner gesorgt hat – einige davon sind unvergessen. So findet sich beispielsweise in der unüberschaubaren Masse an fordernden Baller-Bossen einer, der komplett auf komplexe Angriffsmuster und über­mäßige Feuerkraft verzichtet: Das Gradius-Gehirn hängt tatenlos in der Luft und scheint nur auf den einen tödlichen Schuss des Spielers zu warten. Die Mega Man-Reihe hingegen setzt seit jeher auf charismatische Endgegner, die stets auf das grafische Thema ihrer ­Levels abgestimmt sind. Typisch für Capcom: Vor der finalen Konfrontation tritt Euer Held noch einmal gegen alle Bosse in Folge an – ein Prinzip, das später auch Devil May Cry aufgreifen wird. Es sind denn auch vornehmlich japanische Titel, die bis heute die skurrilsten Bosse bieten. Zwischen Bowser und Liquid Snake beeindruckt uns aber bis heute Rares The Great Mighty Poo am nachhaltigsten: Einen Opern singenden Kothaufen, den es mit Toilettenpapier zu erledigen gilt, sieht man schließlich nicht alle Tage!

Und während Conkers Abenteuer mit seiner klassischen Levelboss-Struktur 2005 für Xbox neu aufgelegt wird, schlägt Sony in Shadow of the Colossus auf PS2 einen radikalen Weg ein und setzt dem ’Phänomen Endgegner’ ein Denkmal: Auf Standardfeinde wird komplett verzichtet, stattdessen sucht Protagonist Wanda einen Boss nach dem anderen auf, der zugleich als Level dient.

Kabukisan
I, MANIAC
Intermediate (Level 1)
Kabukisan

Mein liebster Endgegner ist unangefochten “”Bob The Killer Goldfisch”” aus Earthworm Jim. Legendär die Szene, in der man ihn besiegt 😀

SxyxS
I, MANIAC
Gold MAN!AC
SxyxS

Die viel interressantere Frage hier ist:Wer hat Phoenix erfunden?