Wer hat’s erfunden? – Fortsetzung

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M! macht sich auf die Suche nach den Wurzeln bedeutender Innovationen in Sachen Spielspaß – heute: die Fortsetzung.

Leser Arne Teppich will es wissen: ”Welches war das erste Spiel mit Fortsetzung?” fragt er per E-Mail und mit den anstehenden dritten Episoden zu Gears of War und Resistance ist dies ein guter Grund, dem ­Ursprung der Fortsetzungen nachzugehen, die heute in schöner Regelmäßigkeit erscheinen.

Doch die erste Hürde lauert bereits bei der Begriffsbestimmung. Genügt eine ”2” hinter dem Titel? Nein, denn dann wäre FIFA 12 die Fortsetzung von FIFA 11 und das sind vielmehr jährliche Updates. Auch ein Blick auf die Final Fantasy-Reihe mit ihren eigenständigen Abenteuern widerlegt diese Annahme rasch. Ist eine erweiterte Portierung auf ein anderes System eine Fortsetzung? So wie Space Invaders für Atari VCS gegenüber der Automatenversion? Nein, denn dann wäre auch Alone in the Dark: Inferno für PS3 eine Fortsetzung zu Alone in the Dark für Xbox 360 – also Quatsch.

Folglich ist eine Fortsetzung, was eine Geschichte weiter erzählt und/oder spielerische Merkmale aufgreift und idealerweise in einem neuen Kontext weiter entwickelt. So ist Resist­ance 3 im selben fiktiven Universum wie die Vorgänger angesiedelt und knüpft am Ende des zweiten Teils an. Tetris 2 wiederum greift Idee und Design von Tetris auf und variiert diese mit neuen Steinen – der verkaufsfördernde populäre Name ist dabei natürlich beabsichtigt!

Geschichten von heute sind demnach die Spiel­ideen von damals. Moderne Games ähneln sich in ihrer Handhabung oft sehr, doch Quantum Theory als Fortsetzung von Gears of War zu bezeichnen, wäre absurd – es ist ein Klon und die gab es schon früher. Bei Pong und Pong Doubles war das noch anders, spielerisch Vergleichbares gab es zunächst nicht. Und selbst die beiden erzählen übrigens auf abstrakte Art Geschichten: die eines Tennismatches bzw. eines Doppels – und die Grenze zum bloßen Update à la FIFA ist fließend…

Nicht immer sind Fortsetzungen Ausdruck von Ideenarmut und mangelndem Mut zu Neuem. Sie präsentieren Spielern liebgewonnene Helden, Schauplätze und Spielmechaniken in neuer Form und merzen dabei so manche Schwäche aus. Wir haben Arnes Frage in den MAN!AC-Foren zur Diskussion gestellt und auch dort wurde viel spekuliert über Wesen und Ursprung der Fortsetzung. Bereits vom Spielepionier Spacewar! gibt es erweiterte Versionen, 1974 erscheinen mit Tank und Tank II gleich zwei verdächtige Panzerspiele, allerdings mit Update-Charakter. Die versöhnliche Antwort auf unsere Frage liefert diesmal Forums­nutzer derb00: 1979 erscheint Dunjonquest aus dem Hause Automated Simulations für TRS-80, C64-Veteranen verehren den Entwickler später unter dem Namen Epyx für Summer Games.

Der erste Teil der Fantasy-Rollenspielserie heißt Temple of Apshai (Bild), noch im selben Jahr folgen auf den strategielastigen, Pen&Paper-basierten Dungeon Crawler mit Datestones of Ryn und Morloc’s Tower zwei eigenständige Mini-Abenteuer. 1980 gibt es mit  ”Hellfire Warrior” die erste richtige Fortsetzung. Und die bietet das volle Paket:  neue Levels, eine neue Geschichte, die das Ende des Vorgängers aufgreift, und eine überarbeitete Spielmechanik. Was will man mehr?

BigBen
I, MANIAC
Maniac
BigBen

Schön,wenn die Fortsetzung in jeder Form eine Verbesserung darstellt und im Idealfall sogar storytechnisch an den Vorgänger anknüpfen kann…wie z.B. bei der Saints Row Reihe,wobei ich es den Entwicklern bis heute übel nehme,dass sie mit dem dritten Teil eine neue Grafikengine werwendet und ausserdem die geniale optionale Sticksteuerung von Fahrzeugen über Bord geworfen haben… somit bleibt der zweite Teil für mich der unerreichte Höhepunkt der Serie. Genauso wie ich bis heute dem Escape-Button von Virtua Fighter 3 hinterhertrauere… Für mich macht es auch einen riesen Unterschied,ob ich trotz Fortsetzung noch Lust habe den Vorgänger zu zocken,bspw. bei Metal Slug oder ob der neueste Teil schlicht alles zuvor erschienene ersetzt,z.B. diverse Fußballspiele etc…