Wer hat’s erfunden? – Kooperativer Spielmodus

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M! macht sich auf die Suche nach den Wurzeln bedeutender Innovationen in Sachen Spielspaß – heute: der kooperative Spielmodus.

Portal 2 und Lego Pirates of the ­Caribbean beweisen einmal mehr: Mit einem Freund an der ­Seite bieten Video­spiele eine ganz ­besondere ­Erlebnisqualität, die weder mit ­einsamem ­Solodaddeln noch mit anonymen Online-­Deathmatches zu vergleichen ist. Allerdings hält mit der Internetanbindung auch unter Kumpels neuer Komfort Einzug ins kooperative Spielen. Portal 2 etwa ergänzt den traditionellen Splitscreen um die zeitgemäße ­Alternative eines Online-Partners. Die doppelte Gerätschaft, Breitbandzugang sowie zwei Versionen des Spiels vorausgesetzt, wird eine meist bessere Bildrate sowie ein größerer Bildausschnitt geboten – in Zeiten oftmals kleinteiliger HD-Grafiken ein nicht zu ­verachtender Vorteil.

Kooperatives Spielen ­erfordert auch besondere Fürsorge auf Entwicklerseite: Bei geteiltem Bild muss die Konsole mehr Daten berechnen, was häufig in reduzierten Details, Ruckeln sowie verkleinerten Bildschirmausschnitten resultiert. Auch müssen Gegner und Leveldesign an die gesteigerte Kampfkraft der Spieler angepasst werden, gleichsam sollte die Geschichte die Anwesenheit mehrerer Helden erlauben und berücksichtigen. Es kann durchaus verwirren, wenn sich einer der Spieler bei Beginn einer Film­sequenz plötzlich ganz woanders befindet – der Call of Duty-­Entwickler Treyarch etwa hat das mit World at War gelernt und sich im Nachfolger Black Ops auf Teamkämpfe gegen Computer-Zombies ­konzentriert – eine Variation des spätestens mit Gears of War 2 etablierten ’Horde’-Modus.

Inhaltlich lassen sich moderne ­Koop-Erlebnisse somit zwei Hauptgruppen zuordnen: Portal 2 oder Call of Duty bieten separate Levels für zwei und mehr Spieler, Lego Pirates of the ­Caribbean oder Resident Evil 5 ersetzen fehlende menschliche Mitstreiter bei unverändertem Spielaufbau lediglich durch computergesteuerte Partner.

Bis zum Ende der 16-Bit-Ära dominieren jedoch aufgrund technischer Limitationen weder geteilte Bildschirme noch vernetzte Konsolen. Vielmehr teilen sich Spieler meist denselben Bildausschnitt – sei es in Ballerspielen Marke ­Probotector (1988, NES), Sporttiteln wie EA Hockey (1991, Mega Drive) oder dem Action-Rollenspiel Secret of Mana (1993, SNES). Der japanische Genre-­Sonderling genießt dank seines Dreispieler-Modus bis heute Kultstatus, westliche Genrevertreter mit Koop-Part sind dagegen häufiger zu finden: Ihre Wurzeln finden sich bei Blizzards ­Diablo (1996, PC) oder Atlus’ Fünfspieler-­Einsatz Dungeon ­Explorer (1989, TurboGrafx), beim Gauntlet-Vierspieler-Automaten (1985) sowie den text­basierten MUD-Rollenspielen. Der erste kooperative Titel stammt jedoch weder vom PC noch aus der Spielhalle, wo das freundschaftliche Zusammenspiel 1979 mit der Vektor-Action Rip-off debütiert, in der zwei Panzer einen ­Benzinvorrat vor Angreifern verteidigen.

Das erste Spiel mit Koop-Modus erscheint bereits ein Jahr früher: Der Arcade-Hit Space ­Invaders (Bild) wird 1978 für die Heimumsetzung auf Atari VCS mit einer Reihe frischer Modi erweitert, darunter eine Variante, in der sich zwei Kämpfer ­simultan der anrückenden Alienschar erwehren. Beide Spieler teilen sich hier den Lebensvorrat, ­allerdings besitzt jeder einen eigenen Punktezähler – schließlich muss ein wenig Konkurrenz­denken selbst im freundschaftlichsten Überlebenskampf erlaubt sein! mh

Daddler
I, MANIAC
Maniac
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Und wer hat es wieder abgeschafft?!

Vreen
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