Wer hat’s erfunden? – Optionaler Vehikeleinsatz

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M! macht sich auf die Suche nach den Wurzeln bedeutender Innovationen in Sachen Spielspaß – heute: optionaler Vehikeleinsatz.

Diesen Monat befördern Euch mindestens drei Spiele ans Steuer von Fahr­zeugen und andersartigen Fortbewegungsmitteln, obwohl keiner der Titel ein Rennspiel ist. Red Faction: ArmageddonDuke Nukem Forever und F.E.A.R. 3 sind waschechte Actiontitel, beinhalten aber auch Vehikel­einsätze. Während diese beim Duke zwingend absolviert werden müssen, dürft Ihr bei Red Faction: ­Armageddon und F.E.A.R. 3 die mech- und panzerähnlichen Gebilde auch verlassen und zu Fuß weiterspielen – welche Games bieten so etwas noch, haben wir uns daher gefragt. Und woher kommt die Idee, dem Spieler zusätzliche optionale Spielmöglichkeiten anzubieten, deren Nutzung zwar gravierende Vorteile bringt, aber nicht vorgeschrieben ist? Der erste Gedanke fällt auf die Grand Theft Auto-Reihe, wobei dort missions­abhängig auch verbindliche Fahreinsätze enthalten sind, ebenso verhält es sich mit Halo: Aussteigen ist erlaubt, hilft aber nicht immer ­weiter.

Auch Mehrspieler-Modi haben übrigens längst den Reiz von Fahrzeugen erkannt – seit knapp zehn Jahren setzt die Battlefield-Reihe auf ­Vehikelschlachten, Battlefield 3 wird da keine Ausnahme machen.

Anders verhält es sich etwa mit Links treuem Ross Epona oder Marios Kumpel Yoshi. Beide sind im spielerischen Sinne Fahrzeuge und erleichtern den Spielablauf, sei es durch die Möglichkeit, einen zusätzlichen Treffer einzustecken oder aber, um schneller große Distanzen zurückzulegen. Diesen frustschonenden Nutzen haben ­beispielsweise auch Titel wie Darksiders oder Assassin’s Creed erkannt und stellen dem Spieler Rösser zur Seite, Vergleichbares gibt es zuhauf. Doch noch ein weiterer Nutzen verbirgt sich hinter optionalen (wie auch vorgeschriebenen) Vehikel­einsätzen: Meist gehen mit Pferden, Autos und Konsorten eine veränderte Steuerung sowie andersartige Spielmechaniken und Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung einher. Ezio Auditore darf etwa in ”Assassin’s Creed: Brotherhood” erstmals auch vom Rücken des Pferdes aus kämpfen, schon in Shadow of the Colossus jagt Held Wanda mit Agros Unterstützung manch titelgebendem Riesen nach und spannt seinen Bogen in vollem Galopp.

Mechanische Fortbewegungsmittel machen den Spieler häufig nicht nur schneller und steuern sich anders als der Protagonist zu Fuß, sie machen den Spieler auch stärker. Dabei ist es egal, ob man in der GTA-Reihe mit Autos Passanten und Gauner überfährt oder in Metal Slug mit gesteigerter Kampfkraft Widersachern begegnet.

Diesen besonderen Nutzwert finden wir denn auch schon im ersten Videospiel, das optionale ­Vehikeleinsätze bietet. Bereits 1982 in der Spielhalle und zwei Jahre später in der Umsetzung für ColecoVision setzt Hersteller Taito im vertikal angelegten Ballerspiel Front Line (Bild) auf Panzer an vorgegebenen Stellen, die der Spieler nach Belieben im Kampf gegen feindliche Kettenfahrzeuge nutzen kann. Geht der fahrbare Untersatz in der Hitze des Gefechts jedoch kaputt, ist der Spieler gezwungen, das zu tun, was er die meiste Zeit im Spiel macht: Er geht zu Fuß und erwehrt sich fortan unter verschärften Bedingungen der feindlichen Übermacht. Wer jedoch geschickt den Angreifern ausweicht, stellt fest, dass die Entwickler schon Anfang der 1980er verschiedene Panzertypen ins Spiel integrierten – manch einer schießt schnelle Salven, andere feuern dicke Einzelprojektile.