Wer hat’s erfunden? – Spiel im Spiel

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M! macht sich auf die Suche nach den Wurzeln bedeutender Innovationen in Sachen Spielspaß – heute: das Spiel im Spiel.

M!-Leser Jörg Brincker will es wissen: Wo gab es erstmals ein Spiel im Spiel? Wie so oft erfordert auch diese ­Frage eine genauere Definition, schließlich sind ­verschiedene Möglichkeiten denkbar, ein Spiel in einem anderen zu integrieren – mithilfe ­unserer Forumsnutzer gehen wir der Sache auf den Grund.

Eine mögliche Herangehensweise sind freischaltbare Belohnungen, die mit dem Hauptspiel nichts zu tun haben, beispielsweise in der Import-Ballerei Contra 4. Dort gilt es, eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen, um Boni wie Interviews, Galerien oder aber die beiden NES-Vorgänger Contra und Super C freizuschalten – alternativ klappt das auch per Cheat. In Metroid Prime wiederum lässt sich das Ur-Metroid aktivieren, wenn man Metroid Fusion auf GBA durchspielt und anschließend das Handheld mit dem GameCube verbindet. Noch kniffliger zu bekommen sind häufig Easter Eggs, also verborgene Zusatzinhalte der Entwickler, die ebenfalls nicht ­relevant fürs Hauptspiel sind.

Auch Minispiele in Ladebildschirmen – eine Spezialität von Namco – sind meist nur ein unterhaltsamer Bonus, der sich im Falle von Ridge Racer auf der PlayStation aber sogar auf das Rennspiel selbst auswirkt. Wer Galaxian meistert und alle Feindschiffe abknallt, schaltet zusätzliche Fahrzeuge frei. Apropos Minispiele: Sammlungen wie Mario Party lassen sich ebenfalls als ’Spiel im Spiel’ interpretieren. Das erste wäre demnach Lazy Jones für Commodore 64 aus dem Jahr 1984. Dort manövriert der Spieler seinen Avatar in verschiedene Räume und setzt ihn vor Spielkonsolen, um dann ausgiebig zu daddeln. Doch in derartigen Titeln ist die Devise ’Spiel im Spiel’ grundlegendes Konzept und als solches keine Besonderheit.

Es wird noch komplizierter: Bezieht man nichtvirtuelle (Brett-)Spiele und Sportarten in die ­Überlegung mit ein, muss das Textadventure Zork II von 1981 genannt werden, da dort im ­Oddly-­Angled Room Baseball gespielt werden muss, wie Forumsnutzer Phobos anmerkt.

Als befriedigendste Definition erscheinen uns ­jedoch Videospiele, die in den Kontext eines ­anderen eingebettet sind. Eines der populärsten Beispiele hierfür stellt zweifelsohne die Spielhalle in Segas Shenmue dar, wo diverse Sega-­Klassiker spielbar sind. Auswirkungen auf das Hauptspiel gibt es aber nur insofern, als dass Protagonist Ryo Hazuki für seine Arcade-Eskapaden bezahlen muss.

Das erste Videospiel im Videospiel, das ­zwingend gespielt werden muss, kennt ­unser ­freier Mitarbeiter Oliver Ehrle: In LucasArts’ ­launigem ­Adventure Maniac Mansion (siehe Bild) von 1987 ist es ­erforderlich, im Spielzimmer eine Runde am ­Spielhallen-Automaten Meteor Mess zu spielen und anschließend den High Score zu notieren. Nur auf diese Weise lässt sich eine per Code gesicherte Tür öffnen – welch pfiffige Idee!

SxyxS
I, MANIAC
Gold MAN!AC
SxyxS

mein erstes richtiges Spiel im Spiel eines richtigen Spiels war Donkey Kong 64der Donkey Kong Automat.

Vreen
I, MANIAC
Gold MAN!AC
Vreen

Und in day of the tentacle ist Maniac Mansion integriert, in dem wiederum Meteor Mess integriert ist. Das ist also das Spiel im Spiel im Spiel…