Naoto Oshima, Character-Designer bei Phantasy Star, Sonic und Nights into Dreams, beobachtet in der japanischen Entwicklerszene einen Trend zu “realerem” Character-Design. Dafür macht er vor allem den enormen Einfluss Hollywoods verantwortlich, der in Japan den traditionell dominanten ‘Cartoon-Look’ in vielen Spielen ablöst, was Oshima bedauert.
“Spiele sind ein Teil des großen Entertainment-Pools, wie auch Filme und Musik. Ich denke, dass die Film-Industrie eine Art großer Bruder für die Spiele-Industrie darstellt. Die Hollywood-ization führt allerdings dazu, das die traditionelle Stärke der Japaner in Cartoon-Stilen untergeht.
Er freut sich zwar darüber, dass japanische Animationsfilme inzwischen weltweit viel Erfolg haben. Dennoch kommen immer mehr Studios und Designer in Zugzwang, da sie in der Entwicklung nun den westlichen Markt als wichtiger Absatzmarkt im Auge behalten müssen. In Zukunft möchte er gerne sowohl Spiele mit ‘Cartoon-‘, als auch mit ‘realem’ Design machen. Ein Beispiel dafür, dass Oshima seine Überlegungen auch in die Tat umsetzt, ist sein aktuelles Spiel Nier. In Japan erscheint exklusiv für die PS3 eine Version mit japanisch-traditionellem ‘Jung-Helden’, während der Rest der Welt nur die grimmigere Version bekommt. Wir berichteten bereits hier darüber.









@ Dr.Mario Also stimmt ja schon größtenteils und alles, aber sexy Kampfamazonen mit Riesenvorbau stammen meiner Meinung nach mit nem deutlich Mehranteil aus Japan. ö.ö
Sicher gibts auch Ausnahmen, aber üblicherweise sind es die 08/15- US-Helden: Sie die sexy-Kampfamazone mit Riesenvorbau (natürlich pysikalisch übertrieben animiert) und er der leicht anrüchige (also schon mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommene), aber dennoch aufrechte Überheld im Kampfanzug mit dem 60er Oberarm… Das ist so einfallslos, bedient aber offenkundig sämtliche pubertären Phantasien der angepeilten Zielgruppe.
Stimmt schon, insgesamt ist europäisches Charadesign aber meist deutlich besser. Netterweise gibt´s zwar auch den ein oder anderen brauchbaren US-Helden, aber wenn ich mir Spiele wie Fracture angucke…
@ captain carot:Dass damit hauptsächlich amerikanische Designer gemeint sind , steht doch im Text.Europäische sind meist tatsächlich etwas mutiger oder kreativer – Ausnahmen gibt es allerdings auch da zuhauf: Wer erinnert sich noch an den scheußlichen “”Ha
´@Dr. Mario: Amerikanische Chars bitte. Die meisten europäischen Videospielhelden find ich ziemlich gelungen. Selbst die B-Company gibt noch was her, verglichen mit 90% der Amispiele.
Muss sich japanisches Design dem Westen anpassen?Um Himmels Willen, nein!!! Dann haben wir ja nur noch die ewig gleichen und austauschbaren Klischee-Helden als Spielfiguren.Spielcharaktere sollten unverwechselbar sein, und das trifft in den allermeisten Fällen nicht auf westliche (amerikanische) zu. Aber das ist halt auch ein Globalisierungsproblem: Es nivelliert sich alles und zudem wird versucht, eine Art “”Basis-Kultur”” zu erschaffen, etwas, das in keinem Kulturkreis negativ aneckt noch sonst irgendwie auffällt.Charakter, Humor, Schrulligkeiten – kurz, Unverwechselbares bleibt dabei auf der Strecke.Man halte sich nur vor Augen, dass heutzutage das Charakterdesign von Mario, Nights, Rayman (ist zwar eine europäische Figur, aber dennoch…) oder Kid Icarus keine Chance mehr hätte, vor den Augen der Marketingabteilung des Konzerns Gnade zu finden.
@Segabasti:Upps, habisch net geschekkt;-)Hast aber Recht, der arme Rayman hat dieses Nieschendasein nicht verdient. Die dummen Kanickel find ich eigendlich saulustig…allerdings sind die Spiele scheisse…ähh, nicht mein Fall.
Muss sich japanisches Design dem Westen anpassen… Wie bitte?das wäre dann ja kein japanisches Gamedesign mehr, sondern westliches Design, das ein Japaner gemacht hat… Wenn ich nun Käse auf ein Wurstbrot lege, ist es dann noch ein Wurstbrot??Der klassische Nippon/Anime-Stil sollte unbedingt bewahrt werden. Solange das gegeben ist, kann man aber ruhig mal ein Paar Hybride probieren.
@Doom das war doch auch ironisch gemeint, weil er seit Raving Rabbids zum nebenchara verdammt wurde.
Naja. Dante und Bayonetta können auch nur aus Nippon kommen, aber in manchen Fällen kommt eben echter Manga/Anime Look besser als der eher realistische Look mit meist coolem Styling.Ich hoffe jedenfalls inständig, dass die japanischen Entwickler auch bei solchen Chars bleiben. Auf Helden wie in Fracture und Turok kann ich in japanischen Spielen verzichten.Sympathische Charas kommen für mich fast immer aus Europa oder Japan.
@Segabasti:Wenn Rayman ein Hase ist, sind Regenwürmer Jäger und Sammler.@Topic:Der Verzicht auf den typischen Animé-Look geht, meiner Ansicht nach, mit einem deutlichen Identitätsverlust einher…bleibt bei dem was ihr könnt.
Bloß nicht. Ich will weiterhin meine Nippon-Charaktere Marke durchgestylet von vorn bis hinten und so cool, dass die Glotze beschlägt.Zugegebenermaßen ist das aber tatsächlich auch Spielabhängig.
Bah, grad wenn das einer von ehemals Sega sagt, wenn ich diesen neuen, abgemagerten Emo Sonic schon sehe, der hat weder persönlichkeit noch ist der Sympatisch. Figuren zu verändern kann auch nach hinten losgehn, siehe Rayman, der jetzt ein weisser Hase ist…
Hängt wohl vom Einzelfall ab. Dass Charaktere realistischer aussehen find ich nicht selten gut, etwa bei DMC. Manche Konzepte wie Resident Evil oder Silent Hill gehen in Animegrafik sicher nicht auf. Andererseits macht sich Link seit bald zweieinhalb Dekaden als Kopffüßer eben so gut wie als polygonaler Nipponstylebubi.Bei Street Fighter kommt andererseits der Comiclook gut, wobei ich den Stil von SF Alpha lieber mochte und ein Breath of Fire und andere Nippon RPG´s sollten eigentlich auch typisch japanisch aussehen.