Alone in the Dark – im Klassik-Test (360)

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Mangelnde Abwechslung könnt Ihr bei Alone in the Dark nicht beklagen; alle paar Minuten wechseln sich verschiedenste Spiel­elemente ab: Hangelte Euer Alter Ego gerade noch an einer einstürzenden Hochhausfassade, rast er wenige Minuten später am Steuer eines Taxis durch das kollabierende Manhattan, verfolgt von einer unbekannten ­bösen Macht. Wie viele seiner Genre-Kollegen leidet auch Edward unter Amnesie und ahnt weder, welche Bedeutung hinter seinem Amulett steckt, noch welches Geheimnis den Central Park umgibt. Diesem kommt Ihr in acht Episoden auf die Spur, die Ihr wie bei einer DVD etappenweise überspringen dürft, solltet Ihr mal stecken bleiben. Dann aber startet Ihr mit minimaler Ausrüstung, manche Kämpfe sind so fast nicht zu schaffen. Dennoch ist dieses gewagte Feature ab und an sehr nützlich, trefft Ihr doch immer wieder auf unfaire Sackgassen und Aufgaben, bei denen Ihr entweder verzweifelt oder vor lauter Frust den Controller an die Wand schleudert.

Die Kletterpassagen gehen in Ordnung, Fahrmissionen hingegen quälen Euch mit Trial & Error-Passagen – außerdem vermisst Ihr jegliches ­Gefühl von Masse. Nur wer die ­Strecke und ihre ge­skripteten ­Ereignisse auswendig kennt, hat eine reelle Chance – sonst beginnt Ihr das Level von vorn.

Mit der hakelig zu steuernden Third-Person-Perspektive kann man sich arrangieren. Wollt Ihr aber darüber hinweg sehen, dass Ihr bei Rätsel­n regelmäßig allein gelassen werdet? Könnt Ihr ignorieren, dass Ihr im Inventar zwar Taschentücher mit Schnapsflaschen kombiniert, es umgekehrt aber nicht funktioniert? Und die wichtigste Frage überhaupt: Darf ein Alone in the Dark-Spiel absolut ungruselig sein? Statt zünftiger Schockeffekte oder subtiler Horror-Atmosphäre tischt Euch Atari einen Mystery-Thriller à la ”Lost” auf, dem es aus erzählerischer Sicht am Gespür für Timing und Spannungsaufbau mangelt. Stattdessen ­kochen die Entwickler aus ­bekannten ­Story-Versatzstücken ein fades Süppchen, das zudem unter holprigen Dialogen und talentfreien deutschen Sprechern leidet. Addiert Ihr dazu unsympathische Charaktere, ist das Dilemma perfekt. Da kann selbst der tolle Soundtrack von Olivier Deriviere (Obscure II) nichts retten.

Ob das vielleiht auch der Grund ist, warum uns Atari bis zwei Tage vor der Veröffentlichung noch keine Testmuster für PS2- und Wii-Fassung geschickt hat?

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Max Snake
19. Januar 2025 10:26

@Herde Auf der Gamesconvention 07 hatten wir Street Fighter Alpha 3 gespielt. Dein Ken hat mich fertig gemacht. 😉 Bei euren ersten Street Fighter IV Tunier ging ich als erster dran mit Sagat und leider verloren. Dies Xbox 360 Steuerkreuz fühlt sich nur schwammig.

Eydrian
19. Januar 2025 9:21

Mir tun die Augen weh…

frankinc
19. Januar 2025 2:36

Ich habs trorudem gerne gespielt (die übeearbeitrte Version) der Soundtrack war toll und die Kapotelauswahl

Max Snake
18. Januar 2025 23:08

Na dann cheers. 🍻

Revan
18. Januar 2025 22:36

Habs kürzlich an nem verlängerten Wochenende mal für die Gamerscores nachgeholt.

Mit viel Bier dank der absolut unterirdischen deutschen Synchro ein herrliches Trash-Fest. Selten so viel aufgrund so dermaßen untalentierter deutscher Sprecher und komplett bescheuerter Story abgefeiert 😂🍻

Max Snake
18. Januar 2025 22:24

Selten war die Meinung so unterschiedlich wie bei Alone in the Dark gefallen, was mich als Kunden überfordert hat. Einzige Möglichkeit für eine Wochenende ausleihen. Eden’s Alone in the Dark hat menge gute Ideen, stolpern an einige Spieldesign, eine frustriert Auto fahren oder unhandlich bei kämpfen mit den Analogsticks.

Hätte bloß nicht früher gespielt und meine negativen Gedanken zur Alone in the Dark mit Herrn Herde bei Gamesconvention 08 ausgetauscht, statt lieber über Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots geschwafelt mit trockene Kuchen gegessen. Ach ja.