Armored Core VI: Fires of Rubicon – im Test (PS5)

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Meinung

Kevin Hildebrand meint: Hat sich ein Jahrzehnt Wartezeit auf ein neues Armored Core gelohnt? Grundsätzlich würde ich diese Frage mit einem ”Ja” beantworten. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass hier noch mehr drin gewesen wäre. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Fires of Rubicon macht Spaß und vor allem die Kämpfe spielen sich großartig. Und ich habe extrem viel Spaß an der Individualisierung gehabt. Trotzdem flog der Spielspaß-Mech oft mit leicht angezogener Handbremse durch die Gegend. Über die nicht ganz zeitgemäße Grafik kann ich hinwegsehen, da das Spiel keineswegs fürchterlich aussieht und durchaus seine guten Momente hat. Aber FromSoftware hätte gut daran getan, Präsentation und die Erzählweise der Story aufzupolieren. Hier bleibt der japanische Entwickler der Seriengeschichte treu, inzwischen wirkt das aber ziemlich altbacken und oft nicht sonderlich spannend. Und ich bin ehrlich: Auch ein wählbarer Schwierigkeitsgrad wäre nett gewesen. Nicht immer hatte ich Lust, zig Versuche in einige der Bosskämpfe zu stecken.

Steffen Heller meint: Dynasty Warriors: Gundam, Titanfall 2 und Kojimas Zone of the Enders waren bisher die einzigen Titel, die meine Mech-Abneigung überwinden konnten. Die Armored Core-Reihe flog meist schnell aus dem Laufwerk. Und die ersten Missionen bei meiner Serien-Rückkehr erinnerten mich daran, warum das so war: langweiliges Weltendesign, zu hektische Actionschießereien und öde Quests wie ”Sammel ABC” und ”Zerstöre XYZ”. Doch mit den Arena-Duellen, den Anpassungs-Freiheiten und Begegnungen mit riesigen Mechs hat mich Fires of Rubicon dann doch abgeholt, sobald ich mich darauf eingelassen habe. Wie in Steel Battalion (das Xbox-Spiel mit dem Monstercontroller) entwickle ich ein immer besseres Gefühl für meinen Untersatz. Nur die störrische Kamera und die damit einhergehende fehlende Übersicht in den Zweikämpfen könnte ich weiterhin verfluchen.

Oliver Schultes meint: In der ”Soulsborne”-Community kursiert der Spruch: ”Der wahre Endgegner eines FromSoftware-Spiels ist die Kamera.” Den kann ich aus meinen Platin-Run-Erfahrungen mit Dark Souls, Bloodborne, Elden Ring & Co. so zwar nicht bestätigen, bei Armored Core VI bin ich aber fast geneigt, der Aussage zuzustimmen. Ich sterbe immer wieder beim Endboss des zweiten Kapitels – und häufig bin nicht ich schuld daran, sondern die mal wild wechselnde Perspektive (beim Lock-on) oder die mal träge ­Kamera (beim manuellen Bedienen). Aufgrund der teils superschnellen, komplexen und mit Effekten gespickten Action enden beide Varianten wiederholt in Chaos und frustrierendem Bildschirmtod. Wer wie ich Soulslike-Erfahrung mitbringt, von Armored Core aber keine Ahnung hat, muss sich an die rasanten Mech-Duelle erst gewöhnen und umdenken. Die Studio-DNS ist aber überall zu erkennen und die fordernd-wuchtigen Kämpfe bieten den typischen Suchtfaktor. Ich bleibe auf jeden Fall dran und hoffe auf einen Kamera-Patch!

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joia
9. Oktober 2023 15:07

Die drei Meinungen zum Spiel lassen mir als Leser doch ein realistisches Bild vom Spiel zukommen. Das Spiel ist gut und hat seine Schwächen und Stärken, die ich in den Meinungen so auch wieder finde.

Für mich ist AC6 ein ziemlich kurzweiliges Stück in der Spielegeschichte, das ich gerne gespielt habe – aber an das ich auch nach Beendigung von Ng3+ (denn erst da hat man die ganze “wirkliche Story” auf dem Schirm) nicht wirklich mehr viel denke.

Ein Satz noch zur Steuerung: Persönlich finde ich die Steuerung überladen. Ich habe nur fünf Finger an jeder Hand, da aber buchstäblich jeder Knopf am Controller belegt ist und auch zum Einsatz kommt, saß ich ab und an mit einem Krampfanfall da. Für Grobmotoriker also nur bedingt geeignet…. 😉 (positiv zur Steuerung – sie tut in dem jeweiligen Moment aber genau das, was sie soll!)

Max Snake
9. Oktober 2023 13:45

Auf der Gamescom 23 angespielt. Es fühlt sich von Steuerung nicht so sperrig, wie ich von der 1. Teil noch im Kopf hatte. Werde ich mir gern zulegen.